Deutsche Olympia-Bilanz Gewonnen - und doch verloren
Silber des deutschen Kajak-Vierers: Insgesamt gab es 19 der 44 deutschen Medaillen für zweite Plätze.
Deutschland hat bei diesen Olympischen Sommerspielen nach jetzigem Stand 44 Medaillen errungen. Das sind drei mehr als vor vier Jahren in Peking. Aber: Insgesamt gewannen deutsche Sportler nur elfmal Gold. Das sind fünf goldene Plaketten weniger als vor vier Jahren. Die meisten Favoriten erfüllten zwar ihre Pflicht, es fehlte aber der große Überraschungssieger.
Besonders enttäuschend: Deutschlands Beckenschwimmer holten in London nicht eine Medaille. Insbesondere Britta Steffen galt als Medaillenkandidatin, ging aber leer aus.
Auch die Hockeyspielerinnen erfüllten die Erwartungen nicht. "Nach dem Ausgang der Olympischen Spiele werden wir gemeinsam mit dem Sport nach einer sorgfältigen sportfachlichen Analyse die notwendigen Schlüsse für die zukünftige Sportförderung ziehen", kündigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich an.
Anders sah das DOSB-Chef Thomas Bach: "Die Leistungen des deutschen Teams haben meine Erwartungen übertroffen, es war ein glänzender Auftritt der Mannschaft." Bei den Tischtennisspieler hatte er Recht, sie gewannen mehr Medaillen als zuvor mit dem Deutschen Olympischen Sportbund vereinbart.
Einzelne Verbände haben ihre Athleten tatsächlich auf den Punkt topfit nach London geschickt. Kanute Sebastian Brendel ist ein positives Beispiel: Er gewann Gold.
Die Ruderer, die Kanuten - fast die Hälfte der deutschen Goldmedaillen wurde auf dem Dorney Lake geholt.
Auch die Leichtathleten hielten dem Erwartungsdruck stand. Ihre Medaillenausbeute war mit einmal Gold (Robert Harting, Foto), viermal Silber und dreimal Bronze weitaus besser als vor acht Jahren in Deutschland.
Harting war die Freude über seinen Sieg deutlich anzusehen.
Trotz zweier Medaillen im Speerwerfen: Den großen Überraschungs-Olympiasieger gab es bei diesen Spielen aus deutscher Sicht nicht. Es fehlte in London ein Matthias Steiner von Peking.