Olympia-Innovationen - DER SPIEGEL
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Revolutionen im Sport Verspottet aber unerreicht

Alle sprangen vorwärts, nur er setzte rückwärts über die Latte: Mit seinem "Flop" landete Richard Fosbury einen Riesenerfolg und holte 1968 in Mexiko olympisches Gold. Nur eine von vielen Revolutionen in der Leichtathletikgeschichte. einestages zeigt die spektakulärsten.
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Fosbury-Flop: Bei den olympischen Spielen 1968 in Mexiko-City überraschte der Hochspringer Richard Fosbury das Publikum mit einer völlig neuen Sprungtechnik. Anstatt - wie bisher üblich - bäuchlings über die Latte zu springen, überquerte er sie rückwärts. Die Technik, mit der ganz andere Bestmarken im Hochsprung möglich waren, bescherte Fosbury olympisches Gold in Mexiko und ging als "Fosbury-Flop" in die Sportgeschichte ein.

Foto: Getty Images/ Tony Duffy/ Allsport
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Der Jäger: Der Speerwerfer Uwe Hohn vom ASK Potsdam bei der Internationalen Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Oktober 1985 im australischen Canberra. Hohn hatte im Jahr zuvor als erster Speerwerfer die 100-m-Marke übertroffen. Mit 104,80 Metern war ihm ein neuer Weltrekord gelungen. Sein Speer flog dabei so weit, dass er sich nur knapp vor der Laufbahn in den Rasen bohrte. Dort fanden gerade die Sprungwettbewerbe statt - es war reines Glück, dass kein Athlet getroffen wurde. Der unerwartet weite Wurf brachte den Internationalen Leichtathletik-Verband dazu, sein Reglement zu ändern. Damit die Speere in Zukunft nicht mehr ganz so weit fliegen konnten, wurde der Schwerpunkt vier Zentimeter nach vorn verlegt.

Foto: Getty Images / Tony Duffy / Allsport
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Gold für einen Anderen: Siegerehrung für die besten Kugelstoßer bei den Leichtathletik-Wettbewerben den Olympischen Spielen1976 in Montreal. Der DDR-Athlet Udo Beyer gewann Gold mit einer Weite von 21,05 Metern vor den UdSSR-Akteuren Jewgeni Mitronow (l.) mit 21,03 Metern und Alexander Baryschnikow (r.), der 21 Meter erreichte. Baryschnikow hatte einen neuen Wurfstil erfunden, bei dem der Werfer vor dem Wurf nicht nur eine halbe Drehung mit dem Körper vollführt, wie bei der so genannten Angleittechnik, sondern sich anderthalbmal um die eigene Achse dreht - und die Beschleunigung des Körpers auf die Kugel überträgt. Mit dieser Technik hatte Baryschnikow wenige Wochen vor den Olympischen Spielen die 22-Meter-Marke geknackt und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt - bei den Spielen selbst reichte es aber nur für den dritten Platz. Wegen ihrer hohen koordinativen Komplexität hat sich Baryschnikows Technik unter Kugelstoßern nie durchgesetzt, wird aber heute noch von einigen verwendet.

Foto: dpa
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Sprung ins nächste Jahrtausend: Der US-Athlet Bob Beamon legte bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko einen Weitsprung von 8,90 Metern hin. Damit hatte Beamon die bisherige Bestmarke nicht nur um 55 Zentimeter übertroffen - der neue Weltrekord hatte auch für die nächsten 23 Jahre Bestand.

Foto: Getty Images / Tony Duffy / Allsport
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Ein Stückchen weiter: Bob Beamons Weitsprungrekord von 1968 konnte erst am 30. August 1991 von seinem Landsmann Mike Powell gebrochen werden. Powell sprang während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Tokioter Nationalstadion 8,95 Meter weit und stellte damit einen neuen Rekord auf.

Foto: dpa
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Goldsprung: Der Leichtathlet Bob Beamon aus El Paso, Texas grub am 18. Oktober 1968 seine Füße in den mexikanischen Olympiasand. Gerade hatte er mit seinem 8,90 Meter weitem Sprung olympisches Gold gewonnen und den bis dahin gültigen Weltrekord um 55 Zentimeter übertroffen.

Foto: AP
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Der Meister: Der Amerikaner Richard Douglas Fosbury, genannt "Dick", war eigentlich ein eher durchschnittlicher Springer. Mit dem in den Sechzigern üblichen Sprung, dem "Straddle", bei dem Anlauf genommen, dann vor der Latte mit einem Bein Schwung geholt und diese dann bäuchlings überquert wird, kam er nicht weit, besser gesagt, nicht hoch. Um seine Defizite auszugleichen, experimentierte er im Training mit verschiedenen Techniken und Stilen, bis er seinen "Flop" gefunden hatte: Anlauf zur Latte in Form einer Kurve, Rumpfdrehung wenige Schritte vor dem Absprung und rücklings über die Latte. Sein Trainer war von der Technik wenig begeistert und empfahl Fosbury, doch in den Zirkus zu gehen.

Foto: Getty Images / Tony Duffy / Allsport
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Historischer Sprung: Zunächst wurde Richard Fosbury noch verspottet, als er die Hochsprunglatte rücklings überquerte. Doch nachdem er bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-City 2,24 Meter gesprungen war und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte, lachte niemand mehr. Mit seinem "Fosbury Flop" wurde der Sportler weltberühmt.

Foto: dpa
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Im Flop: Richard Fosbury sprang mit seiner neuen Hochsprungtechnik bei den Olympischen Spielen 1968 einen Rekord und seine zunächst verspottete Erfindung war nicht mehr aufzuhalten. Zu ihrem Namen kam die Technik eher durch Zufall. Nach seinem Triumph war Fosbury von einer Reporterin gefragt worden, wie seine Kreation denn heiße. Er erinnerte sich an eine Überschrift in einer Zeitung: "Fosbury flops over the bar" (Fosbury plumpst über die Latte). "Er heißt Fosbury-Flop", war die knappe Antwort - und ging in die Leichtathletikgeschichte ein.

Foto: UPI/ dpa
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Ein Schritt zurück: Seit 1986 werfen die Speerwerfer mit einem neu konstruierten Speer, dessen Schwerpunkt um vier Zentimeter vorverlegt wurde - und der deswegen nicht mehr so weit fliegt. Den immer noch bestehenden Weltrekord mit diesem neuen Speer stellte der Tscheche Jan Zelezny am 3. August 1996 während der Olympischen Spiele in Atlanta auf, als er den Speer 98,48 Meter weit schleuderte.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
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Auf dem Sprung: Mit gestreckten Armen und Beinen wirft sich Mike Powell am 30. August 1991 bei der Leichtathletikmeisterschaft in Tokio in den Sand. Der Weitspringer gewann an diesem Tag nicht nur eine Goldmedaille und brach einen Weltrekord - er brach den Überrekord! 23 lang war der Weltrekord seines Landsmann Bob Beamon nun alt. An dessen 8,90 Metern hatten sich Generationen von Weitspringern die Zähne ausgebissen. Powell legte nun noch mal 5 Zentimeter drauf - und lieferte damit die bis heute ungebrochene, neue Bestmarke.

Foto: AP
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