Olympia-Protest - DER SPIEGEL
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Tommie Smith und John Carlos Suspendierung statt Gerechtigkeit

Sie wollten Gerechtigkeit und ernteten Hass. Bei Olympia 1968 reckten die US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos auf dem Siegerpodest ihre behandschuhten Fäuste, um gegen Rassismus in ihrer Heimat zu demonstrieren. Die Folgen spüren sie bis heute.
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Protest auf dem Podest: Die Köpfe gesenkt und die geballten Fäuste in schwarzen Handschuhen zum Himmel gereckt standen Tommie Smith (M.) und John Carlos (r.) am 16. Oktober 1968 in Mexiko Stadt auf dem Siegerpodest nach dem 200-Meter-Finale der Olympischen Spiele. Was kaum jemandem auffiel war, dass Peter Norman, der dritte Mann auf dem Protest, sich solidarisch zeigte und wie auch Smith und Carlos einen OPHR-Button des "Olympic Project for Human Rights" trug.

Foto: Anonymous/ AP
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Moment des Sieges: Tommie Smith jubelt über seinen Sieg beim 200-Meter-Finale der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko. sein Teamkollege John Carlos (259) belegte den dritten Platz.

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Suspendierte Sportler: Die beiden Leichtathleten Tommie Smith (l.) und John Carlos gewannen beim 200-Meter-Sprint bei den Olympischen Spielen in Mexiko die Gold- und Bronzemedaille. Wegen ihrer Protesthaltung auf dem Siegerpodest wurden sie vom US-Team ausgeschlossen und mussten nach Hause fahren.

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Trauer um einen Freund: Die Ex-Leichtathleten Tommie Smith (l.) und John Carlos (2.v.r.) tragen den Sarg des australischen Leichtathleten Peter Norman bei dessen Beerdigung am 9. Oktober 2006 in Melbourne. Die drei standen 1968 nach dem 200-Meter-Finale der Olympischen Spiele in Mexiko auf dem Siegerpodest. Die Protestpose von Smith und Carlos, für die die beiden anschließend suspendiert wurden, wurde weltberühmt. Nur wenige nahmen wahr, dass sich auch der Australier das Anliegen der afro-amerikanischen US-Athleten zu eigen gemacht hatte und während der Siegerehrung demonstrativ einen Button der Bürgerrechtsorganisation "Olympic Project for Human Rights" trug.

Foto: AP
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Solidarität: Die US-Leichtathlethen Lee Evans (M.), Larry James (l.) und Ronald Freeman (r.) bei der Siegerehrung nach dem 400-Meter-Finale bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko. Die afro-amerikanischen Sportler nahmen ihre Medaillen zwar ohne Protest an, trugen bei der Siegerehrung aber die schwarzen Baretts der "Black Panther"-Bewegung, um sich mit ihren zuvor für ihren Protest suspendierten Teamkollegen Tommie Smith und John Carlos, solidarisch zu zeigen. Auch die drei Mittelstreckler mussten daraufhin abreisen.

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IOC-Präsident Brundage: Handschuhe trugen die beiden Protestierer Tommie Smith und John Carlos auch deshalb, weil sie bei der Siegerehrung nach dem 200-Meter-Finale von 1968 auf keinen Fall die Hand von Avery Brundage berühren wollten. Eine der Forderungen des "Olympic Project for Human Rights" (OPHR) war der Rücktritt des als Rassist und Antisemit gefürchteten Brundage von seinem Amt als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees.

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Berühmte Alumni: Die beiden ehemaligen Olympia-Teilnehmer John Carlos (l.) und Tommie Smith bei einer Veranstaltung der San-José-Universität in Kalifornien im Mai 2005. Der Hass, der den beiden Leichtathleten damals entgegenschlug, hielt sie nie von ihrem Engagement ab - beide sind bis heute politisch aktiv.

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Späte Würdigung: Am 17. Oktober 2005 wurde im kalifornischen San José ein Denkmal zu Ehren der beiden Olympia-Demonstranten Tommie Smith und John Carlos eingeweiht. Außer den beiden 200-Meter-Läufern waren 1968 auch die 400-Meter-Läufer aus dem US-Olympia-Team ausgeschlossen worden - die Mittelstreckler hatten bei der Siegerehrung ihren stillen Protest mit schwarzen Baretts gezeigt. In der kollektiven Erinnerung geblieben ist aber vor allem das Bild von Smith und Carlos mit ihren erhobenen Fäusten.

Foto: George Nikitin / AP
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John Carlos: Der US-Leichtathlet John Carlos als Student an der Universität von San José in Kalifornien 1968.

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Historische Faust: Der ehemalige Olympia-Teilnehmer John Carlos bei einem Treffen der Bürgerrechts-Organisation NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) im April 2007 in Detroit. Bis heute hält er Vorträge über seine berühmte Protestaktion auf dem Siegerpodest in Mexiko 1968.

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