Olympische Winterspiele 1924 in Charmonix - DER SPIEGEL
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Chamonix 1924 Olympische Spielchen

Verschwundene Teilnehmer, falsch vergebene Medaillen: Improvisiert und unverdorben war die erste Winterolympiade 1924. Nur 287 Zuschauer sahen die Eröffnung, Elfjährige und alte Herren kämpften um Gold. Und ein Sieger erfuhr erst nach 50 Jahren von seinem Triumph.
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So sehen Siegerinnen aus: Am 30. Januar 1924 präsentieren sich die drei Medaillenträgerinnen im Eiskunstlaufen gemeinsam auf dem Eis in Chamonix. Frauen waren bei den Olympischen Winterspielen ausschließlich beim Eiskunstlauf zugelassen; insgesamt 13 Sportlerinnen nahmen teil.

Von links nach rechts posieren etwas ungeordnet: Die Siegerin Herma Planck-Szabo (Östereich) neben der Drittplatzierten Ethel Muckelt aus Großbritannien; ganz rechts die Zweitplatzierte Beatrix Loughran (USA).

Foto: Topical Press Agency / Getty Images
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Auf den Bob, fertig, los: In Chamonix starteten insgesamt 39 Bobfahrer aus fünf Ländern. Damals entschieden noch nicht Hundertstelsekunden über Sieg und Niederlage; die Goldmedaillen-Gewinner aus der Schweiz und die drittplatzierten Belgier trennten am Ende schon gut 17 Sekunden.

Foto: International Olympic Committee
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Tanz auf dem Eis: Am 24. Januar 1924, dem Tag der Eröffnungsfeier der ersten Olympischen Winterspiele, trainiert diese Eiskunstläuferin zur Musik aus dem Grammophon - sportlich, aber mit Zigarette im Mund.

Foto: Topical Press Agency / Getty Images
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Schrubben, schnell! Die Präzisionssportart Curling hatte ebenfalls bereits bei den Winterspielen 1924 einen Platz im Wettbewerb - auch wenn es hier ein wenig nach einem Altherren-Stammtisch im Freien aussieht.

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Spiele unter freiem Himmel: Vor dem Start ihres Wettbewerbs trainieren die US-amerikanischen Eisläufer noch einmal in dem neu gebauten, aber nicht überdachten Stadion in Chamonix. Noch kurz vor der Eröffnung der Spiele war das Wetter so mild gewesen, dass das Eisstadion einem See glich.

Foto: Topical Press Agency / Getty Images
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Publikumsliebling: Die Norwegerin Sonja Henie, hier bei ihrer Eiskunstlauf-Kür, gewann zwar im Alter von elf Jahren als jüngste Teilnehmerin der Winterspiele mit ihrer Unbekümmertheit die Herzen der Zuschauer, landete jedoch nur auf dem achten (und damit letzten) Platz. Bei den drei folgenden Winterspielen ging sie dafür immer mit einer Goldmedaille nach Hause.

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Multitalent: Der Norweger Jacob Tullin Thams gewann mit diesem Sprung 1924 die Goldmedaille im Skispringen. Zwölf Jahre später gewann er bei den Sommerspielen in Berlin als Segler eine Silbermedaille. Damit zählt er zu den wenigen Sportlern, die sowohl in einer Winterdisziplin als auch in einer Sommerdisziplin mit einer olympischen Medaille ausgezeichnet wurden.

Foto: International Olympic Committee
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Überflieger aus Übersee: Beim Eishockey hatten die beiden Teams aus den USA und Kanada in ihren Gruppen klar die Nase vorn und traten beim Finale am 3. Februar 1924 gegeneinander an; Kanada gewann 6:1.

In der Vorrunde hatten besonders die professionellen Kanadier einen europäischen Gegner nach dem anderen rausgeworfen: 30:0 gegen die Tschechoslowakei, 33:0 gegen die Schweiz, 22:0 gegen Schweden.

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Historischer Akt: Am 24. Januar 1924 wurden die ersten Olympischen Winterspiele feierlich durch den französischen Unterstaatssekretär Gaston Vidal eröffnet. Da die französische Regierung Winterspiele offiziell nur als eine Art zweitklassigen Prolog der VIII. Olympiade in Paris im Sommer 1924 ansah, hatte sie es nicht für nötig gehalten, einen hochrangigen Politiker zu schicken.

Foto: International Olympic Committee
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Perfekte Siegchancen: Nur drei Länder nahmen 1924 am Curling-Wettbewerb teil. Schweden schickte dafür gleich zwei Mannschaften ins Rennen. Eine davon holte sich die Silbermedaille - neben ihnen stehen auf diesem Foto die Goldmedaillen-Gewinner aus England. Bronze ging an Frankreich.

Foto: International Olympic Committee
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Triumph in der Heimat: Die Franzosen Andrée Joly und Pierre Brunet gewannen in Chamonix die Bronzemedaille im Paarlauf hinter den Paaren aus Finnland und Österreich. Eine ungewöhnlich kalte Witterung hatte in letzter Sekunde noch für gute Bedingungen im Eisstadion gesorgt - Kunsteisbahnen waren noch nicht erfunden.

Foto: International Olympic Committee
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PR für ein neues Sportevent: Mit diesem Plakat wurden die ersten Olympischen Winterspiele in den französischen Alpen beworben. Offiziell hießen die Spiele noch "Internationale Wintersportwoche"; erst nachträglich wurden sie 1926 vom IOC zur ersten Winterolympiade erhoben.

Anders als heute war Olympia 1924 noch kein mediengerecht durchinszeniertes Millionengeschäft; es gab gerade einmal vier offizielle Plakatmotive mit einer Auflage von ein paar tausend Exemplaren.

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Niedergeschlagen: Die französische Eishockey-Mannschaft marschiert bei der Eröffnungsfeier am 24. Januar 1924 ins Stade Olympique in Chamonix ein. Irgendwie wirken die Männer da schon ziemlich betrübt, dabei konnten sie zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass sie bei den Spielen im eigenen Land ziemlich untergehen würden: Der Tricolore gelang nur ein knapper Sieg gegen Belgien; gegen die USA aber unterlagen sie chancenlos 0:22.

Foto: International Olympic Committee
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Testlauf: Kurz vor der Eröffnung der Winterspiele am 24. Januar probten die britischen Eisschnellläufer B. H. Sutton, L. H. Cambridgeshire und A. E. Tibbet (von links nach rechts) den Sprint auf dem Eis in Chamonix.

Foto: Topical Press Agency / Getty Images
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Startschuss: Die ersten Olympischen Winterspiele fanden vom 24. Januar bis 5. Februar 1924 in den französischen Alpen statt. Die Österreicherin Herma Planck-Szabo, hier während ihrer Kür, gewann dabei die erste olympische Goldmedaille im Eiskunstlaufen.

Foto: Topical Press Agency/ Getty Images
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Ungeschützt in den Eiskanal: In der Disziplin Bobsport nahmen vom 2. bis 3. Februar 1924 auf einer knapp 1400 Meter langen Bahn mit 19 Kurven Mannschaften aus fünf Ländern teil - damals noch ohne Helm. Kurios auch aus heutiger Sicht: Damals konnten die Teams noch frei entscheiden, ob sie zu viert oder fünft fahren wollten.

Das Foto zeigt das Team der Engländer (Ralph Broome, Thomas Arnold, Alexander Richardson und Rodney Soher), das Silber hinter der Schweiz holte.

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Stars and Stripes im französischen Schnee: Die US-amerikanische Delegation marschiert während der ersten Olympischen Winterspiele 1924 durch das Alpen-Dörfchen Chamonix zur Eröffnungsfeier im neu gebauten Eisstadion.

Foto: AP
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Feierliches Versprechen: Der Olympische Eid wurde 1924 von dem Skisportler und Fahnenträger des Gastgebers Frankreich, Camille Mandrillon, gesprochen. An den Winterspielen nahm er als Kapitän der französischen Mannschaft beim Militärpatrouillenlauf teil und wurde in der Disziplin Dritter.

Foto: International Olympic Committee
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Schwerstarbeit: Erst war es viel zu warm, dann klirrend kalt, so dass etliche Athleten beim 50-Kilometer-Langlauf aufgeben mussten. Den Organisatoren der ersten Olympischen Winterspiele bereitete das Wetter ernste Sorgen, letztendlich konnte aber alle 16 Disziplinen durchgeführt werden.

Hier befreien drei Männer das Eisstadion vom Neuschnee.

Foto: International Olympic Committee
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Unbesiegbar: Die kanadische Eishockey-Mannschaft "Toronto Granites", hier im Februar 1924, holte sich nach fünf klaren Siegen in Serie und 122:3 Toren ungefährdet die Goldmedaille in Chamonix.

Foto: Getty Images
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Prost! Die schwedischen Curling-Spieler J.P. Ahlen, C. Pettersson und K. Wahlberg trinken gemeinsam auf ihre Teilnahme bei den ersten Olympischen Winterspielen. Die gesetzten Herren holten sich mit ihrem Team die Silbermedaille - wenig spektakulär bei nur vier angetretenen Teams.

Foto: International Olympic Committee
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Ruhiger Auftakt: Nur 287 Zuschauer waren zur Eröffnungsfeier am Nachmittag des 24. Januar 1924 ins Stade Olympique gekommen. Es gab keine bombastischen Aufführungen, kein Popstar trat auf, keine Staatspräsidenten drängten ins Rampenlicht, nicht ein einziger Feuerwerkskörper wurde verschossen.

Foto: International Olympic Committee
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Ein Wintermärchen: Blick auf das Olympia-Stadion in den französischen Alpen am Fuße des Mont Blanc. Hier wurden unter anderem die Disziplinen Curling, Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf ausgetragen.

Foto: International Olympic Committee
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Elegant und traditionsreich: Eiskunstlaufen war eine der wenigen Wintersportdisziplinen, die schon lange vor Olympia in nationalen Verbänden sehr gut organisiert waren. Erste Welt- und Europameisterschaften gab es bereits im 19. Jahrhundert.

Weil innerhalb des IOC die Einführung einer Winterolympiade umstritten war, war die beliebte Disziplin schon vor Chamonix olympisch geworden, und zwar durch Wettkämpfe während der regulären Olympiade im Sommer - so geschehen 1908 in London und 1920 in Antwerpen.

Das Foto zeigt die Bronzemedaillengewinner von Chamonix, Joly Andrée und Pierre Brunet.

Foto: International Olympic Committee
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