Olympisches Programm: Gnade für die Ringer - DER SPIEGEL
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Olympisches Programm Gnade für die Ringer

Seit der Antike wird olympisch gerungen. Aber 2020 sollte die Sportart, die immer fester Bestandteil der Sommerspiele der Neuzeit war, aus dem Programm verschwinden. Es folgte ein weltweiter Protest mit prominenten Unterstützern. Jetzt stimmte das IOC für den Verbleib der Sportart.
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Im Februar hatte das IOC überraschend angekündigt, Ringen aus dem olympischen Programm zu streichen. Jetzt die Kehrtwende: Von 95 IOC-Mitgliedern stimmten 49 für den Verbleib der Sportart; Baseball/Softball (24) und Squash (22) sind raus.

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Der Zweikampf zwischen zwei Menschen darum, wer der Stärkere und Geschicktere ist - das ist Ringen seit Beginn seiner Geschichte.

Foto: Justin Lane / dpa
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Stets war der Sport dabei unumstritten olympisch. Doch für die Sommerspiele 2020 wollte das IOC Ringen aus dem Programm streichen.

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Dabei gehört das Ringen zu den Sportarten mit der längsten Tradition. Schon in der Antike waren bei den Spielen im griechischen Olympia die Kräfte gemessen worden.

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Bis heute legendär ist der Kampf von Wilfried Dietrich gegen den US-Amerikaner Chris Taylor bei den Sommerspielen 1972 in München. Der deutsche "Kran von Schifferstadt" besiegte den 182-Kilo-Mann durch einen Kopf-Überwurf.

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Ein Ringerheld der siebziger Jahre war Adolf Seger. Der Freistilkämpfer gewann zahlreiche nationale und internationale Titel.

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Bei den Sommerspielen 1976 in Montreal sicherte sich Seger wie schon vier Jahre zuvor in München die Bronzemedaille.

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Gold glaubte auch Alexander Leipold bei den Sommerspielen 2000 in Sydney gewonnen zu haben. Im Finale besiegte er den US-Amerikaner Brandon Slay souverän.

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Aber drei Tage nach der Siegerehrung musste Leipold das Edelmetall wieder abgeben. Bei ihm war die zehnfache Menge des Stoffs Nandrolon im Blut festgestellt worden. Leipold hat den Dopingvorwurf stets bestritten. Dennoch ging die Goldmedaille an seinen amerikanischen Gegner.

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Immer wieder gibt es packende Kampfszenen und faszinierende Aktionen im Ringen.

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Fliegende Muskelpakete - auf der 125. IOC-Vollversammlung in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires wurde nun beschlossen, dass dieser Kampf- und Kraftsport doch nicht aus dem Programm gestrichen wird.

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Im Kampf für die Sportart rückten sogar politische Konflikte in den Hintergrund: Im Mai trafen sich Sportler aus den Ringernationen USA, Russland und Iran zu einem Show-Event am alten New Yorker Prunkbahnhof Grand Central.

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Großer Befürworter für das Ringen ist und war Wladimir Putin. Der russische Präsident und begeisterte Kampfsportler liebt das Duell Mann gegen Mann. Er hat großen Anteil daran, dass sich der Sport weiterhin auf olympischer Bühne präsentieren kann.

Foto: Alexei Nikolsky/ AP
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