"On the Milky Road" von Emir Kusturica: Alles auf einmal - DER SPIEGEL
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Wie eine Pizza mit zuviel Belag "On The Milky Road"

Emir Kusturica war einmal ein Liebling des Weltkinos, dann verhedderte er sich in Kontroversen um serbischen Nationalismus. Nun kommt sein erster Spielfilm seit zehn Jahren ins Kino. Kann der noch was gut machen?
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Im ländlichen Ex-Jugoslawien passiert Milchmann Kosta (Emir Kusturica) Tag für Tag auf seinem Esel die Frontlinie - mit einem Regenschirm, der ihn tatsächlich vor Beschuss schützt.

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Doch sein Leben ist mindestens so leidenschaftlich wie gefährlich: Auf einem der vielen Dorffeste, auf denen er feiert, wählt ihn die gelenkige Dorfschönheit Milena (Sloboda Micalovic) als Bräutigam.

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Kaum hat sich Kosta verlobt, verliebt er sich jedoch Hals über Kopf in einen Neuzugang im Dorf: eine Italienerin (Monica Bellucci), die "die Braut" genannt wird.

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Unversehens steht Kosta zwischen den zwei Frauen. Regisseur Kusturica spielt den Milchmann in Nöten selbst.

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Wen soll er denn nun wählen: Milena (l.) oder "die Braut"?

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Die Wahl ist umso fataler, als "die Braut" bereits Milenas Bruder, dem furchtlosen Zaga (Predrag Manojlovic) versprochen ist und zudem von ihrem rachsüchtigen Ex-Mann gejagt wird.

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Deshalb brennen Kosta und "die Braut" - ohne nachzudenken - miteinander durch.

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Monica Bellucci verleiht der überkandidelten Inszenierung mit ihrer reifen und doch schwerelosen Würde einen Halt, zentriert auf das Wesentliche: die Wahrhaftigkeit des Gefühls.

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Die meiste Zeit wirkt "On The Milky Road" jedoch wie eine Pizza mit zuviel Belag, die einen indes auch sättigt und erfreut, wenn man die wohltemperierte Küche des Kinos einmal satt hat.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?