Opera 10: Der ewige Herausforderer - DER SPIEGEL
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Opera 10 Der ewige Herausforderer

Irgendwie ist Opera unter den Browsern das, was Leverkusen im Fußball darstellt: Oft innovativ, schön, leistungsstark - und doch stets allenfalls Meister der Herzen und ohne viele Fans. Mit der Programmversion 10 liefert Opera einmal mehr die Ideen, mit denen andere dann Erfolg haben werden.
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Zurückhaltend: Der Browser lässt den Seiten Platz, ist zunächst nicht viel mehr als ein dünner Rahmen für den Inhalt. Das Aussehen lässt sich über zahlreiche Skins, die sich aus dem Browser heraus aufrufen lassen, farblich variieren.

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Man achte auf den Größenvergleich mit den Navigationselementen oben links: Operas Zoom-Funktion verkleinert oder vergrößert Webseiten (bis 1000 Prozent!). Das verblüffende daran: Die Qualität der Darstellung nimmt kaum ab. Der Browser skaliert Bilder und Schriften, als wären es Vektorgrafiken - eine Verpixelung ist kaum zu sehen. Das ist Spitze!

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Apropos Überblick: Wenn die Karteikartenreiter der (einst von Opera erfundenen) Tabs nicht reichen, kann man mit der Maus einfach das Browser-Darstellungsfenster nach unten ziehen...

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...und die Tabs entpuppen sich als "Oberkanten" vollständig dargestellter Miniaturen der dahinter verborgenen Seiten. Man bekommt also eine Thumb-Vorschau serviert, aus der man dann per Klick auswählen kann.

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Wem das noch nicht genügt, der zeigt einfach auf einen der Thumbs und bekommt eine vergrößerte Version gezeigt. Bemerkenswert ist allerdings noch ein anderes Feature: Wenn man versehentlich einen Karteireiter weggeklickt hat, bekommt man über das Anklicken eines Schalters am rechten Browserrand eine Listen-Darstellung der zuletzt geschlossenen Tabs. Die kann man dann einfach wieder öffnen.

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Quick Dial: Das 2007 von Opera eingeführte, kurz darauf von Apples Safari kopierte Feature beschert dem Opera-Nutzer eine Art grafisch aufbereitete Übersichtsseite seiner Lieblings-Webseiten. Die kann man beliebig zusammenstellen und als Startbildschirm anzeigen lassen. Sie zeigen jeweils aktuelle Thumb-Versionen der Seiten. Qucik Dial erscheint auch mit dem Öffnen eines neuen leeren Tabs.

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Apropos merken: Opera hat am linken Seitenrand eine aufklappbare Werkzeugleiste, in der sich unter anderem ein Notizblock findet. Clever: Die Notizen kann man sich per Mausklick an eine vorher festgelegte Mailadresse schicken - chic für Leute, die viel mobil arbeiten.

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Apropos Arbeiten: Opera integriert mehrere Suchmaschinen und -dienste direkt in den Browser. Die Norweger schätzen dabei - wie bei den von ihnen eingeführten Mausgesten zur Steuerung - das Prinzip des Kurzbefehls: So muss man nicht erst eine Maschine aus dem Verzeichnis aussuchen, um diese zu aktivieren. Dafür reicht ein Signalbuchstabe: "g Suchwort" in der Adressleiste sucht über Google, "a Suchwort" bei Ask.com, "y Suchwort" bei Yahoo (bald Bing), usw. ...

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Ebenfalls chic: RSS-Feeds kann man direkt im Browser lesen und auch über Opera abonnieren, wenn man will. Im Opera-Abo geschieht die Darstellung über das integrierte Mailprogramm. Alternativ bietet Opera das RSS- und Atom-Feed-Abo auch über sieben weitere populäre Dienste von AOL bis Netvibes an.

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Widgets: Seit der Programmversion 9.0 bietet Opera die ursprünglich von Apple entwickelten Kleinprogramme an. Der Download läuft über ein per Browser-Festlink direkt ansprechbares Widget-Verzeichnis, das von nützlichen Kleinprogrammen...

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...bis zu virtuellen Aquarien, Desktop-Planetarien, Gitarrengriff-Anleitungen und - natürlich - Weltraumballerspielchen der Arcade-Klasse eine ganze Menge zu bieten hat.

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Der Turbo: Die Webseiten-Beschleunigung ist das größte neue Feature der Programmversion 10. Sie komprimiert Seiten nicht im Browser, sondern staucht sie auf den Servern von Opera auf ein Drittel ihrer Größe zusammen. Man surft dann also über Opera-Proxyserver und bekommt besonders kleine Datenmengen, die schneller herunter zu laden sind. Der Preis dafür: Eine Einbuße von Privatsphäre - und deutlich schlechtere Grafikqualität...

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...wie der Vergleich mit dem unkomprimierten Originalbild zeigt. Das aber ist der Normalfall, denn Opera ist schon von Haus aus ein merklich schneller Browser - den Turbo braucht nur, wer mobil unterwegs ist oder per Modem oder ISDN.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?