Operationen Roboter nutzen wenig und kosten viel
Operationssystem "da Vinci" des US-Herstellers Intuitive Surgical: Der Chirurg sitzt am Steuerungsgerät, die Greifarme reichen durch kleine Schnitte in der Haut in den Patienten hinein.
"da Vinci" im Einsatz: Anders als bei einer herkömmlichen endoskopischen Operation sieht der Operateur beim "da Vinci" ein dreidimensionales Bild des Operationsfelds. Das Operieren mit den Instrumenten wird so natürlicher.
Endoskopische Instrumente: Anders als bei sogenannten offenen Operationen werden die chirurgischen Instrumente beim endoskopischen Operieren durch kleine Hautschnitte in den Körper des Patienten eingeführt. Dadurch bleiben später nur kleine Narben zurück. Allerdings sieht der Chirurg unter Umständen nicht so viel, als wenn er einen großen Schnitt in die Haut machen würde.
Roboter im OP: Das Verbrauchsmaterial wie die sterilen Hüllen für den Roboterarm machen den Einsatz des Geräts teuer. Während OP-Instrumente hundertfach gereinigt und sterilisiert werden können, müssen die Nadelhalter des "da Vinci" nach zehn Einsätzen erneuert werden.
Chirurg im OP am "da Vinci": Es gibt keine Studien, die einen Vorteil für die Patienten belegen, wenn sie mit Hilfe eines Roboters operiert werden. Jetzt zeigt eine US-Analyse, dass es kaum Unterschiede zwischen Roboter- und normalem endoskopischen Eingriff - bis auf die Kosten. Mit Roboter liegen die durchschnittlich um 2000 Dollar höher.
OP-Roboter: Das Fehlen von Belegen für den Nutzen ihrer Systeme hindert die Hersteller nicht daran, die Roboter unter Ärzten massiv zu bewerben. In den USA muss sich Intuitive Surgery vor Gericht gegen den Vorwurf wehren, Ärzte dazu gedrängt zu haben, die Geräte ohne ausreichendes Training zu verwenden.
Steuerung des Operationsroboters: Die "da Vinci"-Roboter zeigen dem Arzt ein dreidimensionales Bild. Die Instrumente steuert der Operateur vom Arbeitsplatz abseits des Patiententischs.
Roboterarm bei einer Gallenblasenoperation: Die indirekte Steuerung des "da Vinci" ist neben der dreidimensionalen Sicht auf das OP-Gebiet der wichtigste Unterschied zum herkömmlichen endoskopischen Operieren, bei dem der Operateur die Geräte direkt in den Körper des Patienten einführt.
Simulation von Intuitive Surgical: Im "da Vinci" kann dem Operateur in Echtzeit angezeigt werden, wie er operiert und was er verbessern könnte.
Obwohl der "da Vinci" seit mehr als zehn Jahren zugelassen ist, gibt es bis heute keinen Beleg dafür, dass die mit dem Roboter operierten Patienten tatsächlich vom Einsatz der Technik profitieren.
"da Vinci" im schweizerischen Universitätskrankenhaus Genf: In der Klinik können Chirurgen das Operieren mit dem Roboter trainieren. Anders als für das endoskopische Operieren gibt es für die Roboter-OPs keinen klaren Ausbildungsweg.
Überwachungsmonitor im OP: In den USA befragt die Zulassungsbehörde FDA derzeit Ärzte zu Zwischenfällen mit den Operationsrobotern. Die Nachrichtenseite Bloomberg.com berichtet, die FDA hätte in den letzten Monaten vermehrt Hinweise auf Komplikationen erhalten.
Deutscher Operationsroboter "Evolution 1": Ein Spin-off des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung hat gemeinsam mit Kliniken den OP-Roboter entwickelt, der im Rahmen eines Forschungsprojekts bei Gehirnoperationen eingesetzt wurde.
Tele-Operation mit Roboter: Das Bild zeigt einen Chirurgen, der von New York aus die Gallenblase einer Patientin im französischen Straßburg operiert. Diese Form der Roboteroperation ist noch weit davon entfernt, zur Routine zu werden.