Massaker von My Lai "Die GIs schossen weiter, überall war Blut"
Luftunterstützung: Ein amerikanischer Soldat visiert aus einem Hubschrauber mit einem Maschinengewehr ein Ziel am Boden an. Hubschrauber waren in diesem Krieg ein wichtiger Teil der amerikanischen Taktik und wurden zur Unterstützung der Soldaten am Boden eingesetzt - mit furchtbaren Folgen für die Zivilbevölkerung.
Todesangst: Duc Tran Van und seine kleine Schwester Ha waren am 16. März 1968 nahe My Lai auf der Flucht, als sie plötzlich einen Hubschrauber über sich hörten. In Todesangst warfen sich die beiden Kinder auf den Feldweg und stellten sich tot. Doch aus dem Hubschrauber kamen keine Schüsse, möglicherweise war es der Fotograf, der dieses Bild machte.
US-Soldaten in My Lai: Zusammengekauert sitzen die Bewohner von My Lai am 16. März 1968 auf der Straße, nachdem sie von den Soldaten aus ihren Hütten getrieben worden waren.
Aufnahme des Armeefotografen Ronald Haeberle: Das Bild vom 16. März 1968 zeigt von amerikanischen GI zusammengetriebene, angsterfüllte Bewohner des vietnamesischen Dorfes My Lai.
GI in My Lai: Amerikanische Soldaten brannten am 16. März 1968 die Hütten der Bewohner des vietnamesischen Dorfes nieder und töteten mehr als 500 Menschen.
Gewalt und Zerstörung: Ronald Haeberle war vom US-Militär als offizieller Fotograf mit zu dem Einsatz in dem vietnamesischen Dorf My Lai mitgeschickt worden. Es waren seine Bilder, wie dieses von Leichen vor einer brennenden Hütte, die die Welt aufrüttelten. Das Massaker, das von der Regierung eigentlich vertuscht werden sollte, gelangte so an die Öffentlichkeit und wurde zu einem Skandal.
Soldaten in My Lai: Ronald Haeberle fotografierte nicht nur die vietnamesischen Opfer sondern auch, wie zwei US-Soldaten ihren Kameraden stützen, der sich selbst in den Fuß geschossen hatte. Aufnahmen, die das Verbrechen der Amerikaner unmittelbar dokumentieren, wurden nicht bekannt.
Schockierende Lektüre: Binnen Stunden hatten GIs am 16. März 1968 in My Lai Hunderte Zivilisten getötet. Das Massaker, eines der schlimmsten Kriegsverbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wollte die US-Armee zunächst vertuschen. Doch ein Bericht des Journalisten Seymour Hersh mit Bildern des Armeefotografen Ronald Haeberle brachte Monate später das Grauen an die Öffentlichkeit.
Das Massaker von My Lai, bei dem ein US-Kommando wehrlose Zivilisten ermordete, wurde von dem Armee-Fotografen Ronald Haeberle dokumentiert. Der Öffentlichkeit bekannt wurde das Verbrechen durch Recherchen des Journalisten Seymour Hersh, die aber erst eineinhalb Jahre später veröffentlicht wurden - die meisten Verlage wollten sein Manuskript nicht drucken.
Oberleutnant William L. Calley am 14. November 1969 in Fort Benning auf dem Weg zu einer Untersuchung. Das Kriegsgericht hatte nur William L. Calley, den zuständigen Einsatzleiter, für das Massaker in My Lai verantwortlich gemacht. Einheiten der 11. US-Brigade hatten am 16. März 1968 in dem zentralvietnamesischen Dorf unbewaffnete Bauern, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Bereits kurz nach dem Urteil im März 1971 wandelte US-Präsident Richard Nixon Calleys lebenslange Haftstrafe in Hausarrest um, drei Jahre später begnadigt er ihn und Calley kam frei.
Ein Denkmal für My Lai: Vietnamesen beten für die Opfer des My-Lai-Massakers. Für die Skulptur auf dem Grab wurden Fotos von Ronald Haeberle als Vorlage genommen - auch jenes, auf dem Duc Tran Van und seine kleine Schwester auf dem Feldweg kauern.
Salutieren für die Toten: Vietnamesische Soldaten mit ihrer Nationalflagge gedenken der Opfern des Massakers von My Lai zum 30. Jahrestag. Das offizielle Erinnern an den 16. März 1968 ist in Vietnam zur Staatsangelegenheit geworden.
Das genannte Bild wurde am 3. April 2010 von einestages-Leser Christopher Peter im Kriegsmuseum in Saigon fotografiert. Dort wird in der Beschreibung von zwei Jungen gesprochen, von denen der erste sich schützend über den anderen geworfen habe, nachdem die GIs auf sie gefeuert haben. Danach hätten die GIs beide getötet.