Medizingeschichte Warum es uns heute gut geht
Opulent: 304 Seiten, 380 Abbildungen, 1,5 Kilo und ein wahrer Rundumschlag durch die Geschichte der Medizin
"Die Geburt Julius Cäsar", Illustration aus dem 14. Jahrhundert: Cäsars Geburt soll für den "Kaiserschnitt" namensgebend gewesen sein. Die Methode war früher, vor den Zeiten der Narkose, eine mitunter Leben rettende aber äußerst schmerzhafte Tortur. Wahrscheinlich wurde der Kaiserschnitt ab dem 16. Jahrhundert zunehmend praktiziert.
Daniel David Palmer bei der Behandlung: Palmer gilt als "Erfinder" der Chiropraktik. Wie viele selbst stilisierte Ärzte seiner Zeit hatte er nie studiert - er hatte zuvor als Verkäufer, Lehrer und Barkeeper gearbeitet. Palmer war trotzdem kein Scharlatan, seine Methoden wirkten. Dies konnte ihn jedoch nicht davor schützen, wegen unlizenzierter medizinischer Tätigkeit verurteilt zu werden.
Portrait einer Verrückten: Die Wahrnehmung vieler Krankheiten veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte erheblich. 1775 malte William Dickinson diese Darstellung des prototypischen Wahnsinns - man ahnt, dass "Geistesgestörte" zu dieser Zeit allenfalls weggesperrt wurden.
Leibesertüchtigung in der Psychiatrie: Rund 150 Jahre später versuchte man am Lunatic Asylum im australischen Kew schon eher, die Patienten zu therapieren. Noch immer aber war die Namensgebung der Therapiestätte verräterisch: "Lunatic" bedeutet wahnsinnig, manche Deutsche sprechen analog zum "wahnsinnigen Asyl" von "Irrenanstalt". Achtung vor den Patienten spricht aus solchen Bezeichnungen nicht.
Mücke macht Malaria: Erkenntnisse über Krankheiten, die durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht werden, mussten noch Mitte des 20. Jahrhunderts immer wieder öffentlich wiederholt werden (hier ein Plakat aus dem zweiten Weltkrieg). Die Methoden, ...
... mit denen man gerade der Malaria und anderen durch Schädlinge verursachten Krankheiten zu Leibe rückte, muten heute wie Realsatire an: Hier wird ein US-Soldat gegen Läuse behandelt - mit einer satten Dosis des Insektizids DDT auf seiner Haut.
Das Trauma von 1918: Die spanische Grippe forderte mehr Todesopfer als die Kämpfe im Ersten Weltkrieg. In manchen Ländern (hier die USA) wurde das Tragen von Atemmasken zeitweilig zur Pflicht gemacht, aber das war kaum nötig. Die Angst war so groß, dass die Nachfrage nach Respiratoren, Atemmasken und allen Formen von Atemwegs- und Erkältungsmitteln über Jahrzehnte hoch blieb.
Bildung für die Soldaten: Auch im Zweiten Weltkrieg hielten es die US-Behörden noch für dringend notwendig, überdeutlich darauf hinzuweisen, dass man seine Keime nicht unbedingt an die Kameraden verteilen sollte.