"Orestie" am Schauspiel Stuttgart - DER SPIEGEL
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Stuttgarter "Orestie" Menschheitsdrama als Familienaufstellung

Der junge britische Regisseur Robert Icke ist mit einer Wohnzimmer-"Orestie" die Entdeckung beim Premierenwochenende, mit dem der neue Stuttgarter Schauspielchef Burkhard C. Kosminski seine Intendanz eröffnet.
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Die antike Tragödie auf Fernsehformat geschrumpft: Bei Robert Icke spielt die "Orestie" in einem Wohnzimmer mit gläserner Rückfront samt Glasschiebetür.

Foto: Matthias Horn
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Fast wie bei "House of Cards": Sylvana Krappatsch spielt Klytämnestra als schneidend ehrgeizige First Lady, Matthias Leja ist der Staatschef Agamemnon, ein wieseliger Karrieristentyp.

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Das Eindampfen des Menschheitsdramas aufs sozialpathologische Normalmaß stellt sich bei Regisseur Robert Icke als kluge, temporeiche, höchst unterhaltsame Theaterkunst heraus.

Foto: Matthias Horn
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Der Rachemord von Klytämnestra (Sylvana Krappatsch, links) an ihrem Mann und der Rachemord Orests an seiner Mutter werden im Stil einer akribischen Tatort-Rekonstruktion durchgenommen.

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Iphigenie (Salome Sophie Ritter, hier mit Peer Oscar Musinowski als Orest) wird wie im antiken Drama geopfert – in der aktualisierten Stuttgarter Fassung geschieht das allerdings in einer Sterbeklinik.

Foto: Matthias Horn
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Die klirrend-kühle Bestandsaufnahme der "Orestie", die dem Wesen der menschlichen Mordlust nachgeht, endet in einer Gerichtsverhandlung, die Orest zum Weiterleben verdammt.

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Orest ringt mit seiner Schwester Elektra (Anne-Marie Lux): Richter und Seelenärzte kommen bei Robert Icke zum gleichen Schluss wie schon der alte Grieche Aischylos: Lernen heißt leiden. Und Leiden heißt lernen.

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