Orte des Aufruhrs - DER SPIEGEL
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Revolutionsplätze Von Helden, Königen und Unabhängigkeit

Pyramiden waren gestern. Mit dem Tahrir-Platz haben die Ägypter nun auch in der Neuzeit einen Ort, der Geschichte schrieb - und sich einreiht in eine eindrucksvolle Galerie von Schauplätzen revolutionären Aufbegehrens. Einestages zeigt die berühmtesten Orte der Revolte.
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Zum 11. Jahrestag der "Befreiung" Ungarns - der Besetzung des Landes durch die Rote Armee - wird am 4. April 1956 in der Hauptstadt Budapest eine Militärparade abgehalten. Ein halbes Jahr später, am 23. Oktober 1956, kippen Bürger die gewaltige Stalin-Statue am Heldenplatz und zerstörten das Denkmal: Es kommt zum Volksaufstand. Nach tagelangen Kämpfen und einem Sieg der Aufständischen erklärt Ungarn seine Neutralität und tritt aus dem Warschauer Pakt aus. Nur wenige Tage später wird der Aufstand durch sowjetische Besatzungstruppen mit Tausenden Toten niedergeschlagen.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Auch am 10. Februar 2011, dem mittlerweile 17. Tag der Proteste, harren die Demonstranten weiterhin auf dem Tahrir-Platz in Kairo aus. Noch immer fordern sie den Rücktritt von Husni Mubarak.

Foto: dpa
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Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 leitete die Französische Revolution ein. In Paris befindet sich mittlerweile am ehemaligen Standort des Gefängnisses der nach ihm benannten Platz: Place de la Bastille.

Foto: Getty Images
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Der Schlossplatz vor dem Sitz der Hohenzollern in Berlin wurde während der Märzrevolution von 1848 zum Ort bürgerlichen Protestes gegen die Macht absolutistischer Herrscher.

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Zahlreiche Menschen hatten sich am frühen Nachmittag des 9. November 1918 auf dem Königsplatz (später: Platz der Republik) in Berlin versammelt, als der SPD-Fraktionsvorsitzender Philipp Scheidemann aus einem Fenster des Reichstagsgebäudes das Ende der Monarchie verkündete und die freie deutsche Republik ausrief. Kaiser Wilhelm II. dankte ab und ging ins Exil.

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Während des Volksaufstandes in der DDR demonstrierten am 17. Juni 1953 mehrere Zehntausend Menschen auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Sie forderten von der Staatsführung die Senkung der Arbeitsnormen, Lohnerhöhungen, niedrige Preise sowie freie und geheime Wahlen. Das Foto entstand an der Ecke Potsdamer Straße/Linkstraße: West-Berliner Polizei und Krankenwagen standen unmittelbar am Potsdamer Platz in Bereitschaft. Auf Ost-Seite waren sowjetische Panzer aufgefahren.

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Alexanderplatz in Berlin: Knapp eine Millionen Menschen nahmen an der Kundgebung am 4. November 1989 auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz teil. Die Demonstration gilt als Höhepunkt der friedlichen Revolution in der DDR.

Foto: DER SPIEGEL
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Voll ohnmächtiger Wut mussten Prager Bürger am 23. August 1968 auf dem Wenzelsplatz miterleben, wie sowjetische Panzer und die anderer Ostblock-Staaten den sogenannten "Prager Frühling" niederrollten. Studenten waren damals für einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" auf die Straße gegangen. Der 21-jährige Jan Palach protestierte mit Selbstverbrennung gegen die Fremdherrschaft und Tyrannei. Politische Manifestationen waren fortan auf dem Platz bis 1989 verboten.

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Rund 3000 Solidarnosc-Mitglieder, darunter der Gründer der polnischen Gewerkschaft Lech Walesa, versammelten sich am 31. August 2000 auf dem Solidarnosc-Platz in Danzig, um den im Jahr 1970 getöteten Aufständischen zu gedenken. Die Werftarbeiter hatten gegen Preiserhöhungen protestiert - das Regime Polizei und Militär geschickt. Von der Danziger Leninwerft ging schließlich die Initialzündung für den Zusammenbruch des sozialistischen Staatenbundes aus.

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Tiananmen-Platz: Zehntausende junge Menschen besetzten von April bis Juni 1989, hier am 16. Mai, den "Platz des himmlischen Friedens" in Peking. Sie forderten Demokratie und Pressefreiheit - um ihre Rechte durchzusetzen, traten die Studenten sogar in einen Hungerstreik. Am 4. Juni wurde der Platz unter massiver Gewaltandrohung geräumt. Bei der Niederschlagung der folgenden Proteste in den Straßen der Hauptstadt gab es nach Schätzung des Roten Kreuzes mehr als 2000 Tote. Die Bürgerrechtsbewegung in China erhielt einen großen Auftrieb.

Foto: AP
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Weltweit verfolgten am 9. April 2003 Menschen vor ihren Fernsehgeräten den Sturz von Saddam Husseins Statue auf dem Paradies-Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Den symbolischen Akt hatten Studenten eingefädelt, brauchten dann aber die Unterstützung des US-Militärs, um das tonnenschwere Monument vom Sockel zu stoßen.

Foto: AP
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Hundertausende Demonstranten hatten sich im November 2004 auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew versammelt, um gegen den Betrug bei den gerade stattgefundenen Präsidentschaftswahlen in der Ukraine zu protestieren. Tatsächlich starteten sie hier die "Orangene Revolution" und brachten ein korruptes Regime zu Fall und einen neuen Präsidenten an die Macht.

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