Mittendrin und an der Grenze Potsdamer Platz
Triumph am Potsdamer Platz: Der undatierte Holzstich nach einer Zeichnung von C.E.Döpler zeigt den triumphalen Einzug der siegreichen Truppen am Potsdamer Platz in Berlin am 16. Juni 1871 am Ende des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871). Nur 24 Jahre später dagegen ...
Ein ganz anderes Bild: Die Aufnahme aus dem Jahr 1895 zeigt den Blick vom Potsdamer Platz zum Leipziger Platz und in die Leipziger Straße. Pferdefuhrwerke waren die überwiegenden Fortbewegungsmittel. Der Potsdamer Platz war nie ein echter Platz, sondern eher eine Wegekreuzung. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts jedoch ...
... wurde der Platz zum kulturellen Zentrum: Eine Postkarte von ca. 1916 zeigt eine Innenansicht des Gasthauses "Der Hofjäger" in der Königgrätzer Straße am Potsdamer Platz. Damals war der Potsdamer Platz ein kulturell lebendiger Ort: Luxushotels, Theater, Varietés und Event-Gastronomie hatten hier neben bekannten Cafés wie dem "Café Piccadilly", dem "Wiener Café" und dem "Bierstube Löwenbräu" ihren Platz. In den Zwanzigern war der Name jener Kreuzung ein Synonym für Weltläufigkeit und Urbanität.
Potsdamer Platz aus der Luft: Der Potsdamer Platz in Berlin war ursprünglich kein Platz, sondern eine viel befahrene Straßenkreuzung. Auf dieser Luftaufnahme von 1918 kann man die zu diesem Zeitpunkt noch ohne Ampeln organisierte Verkehrssituation sehen. Erst 1924 hat die Stadtverwaltung Berlins hier den ersten "Verkehrsturm" der Stadt aufgestellt. Im linkeren oberen Teil des Bildes sieht man die Halle des Potsdamer Bahnhofs.
Erster Schnee: Das undatierte Foto zeigt den Potsdamer Platz und die Leipziger Straße in Berlin im ersten Winterschnee. In der Mitte der stark befahrenen Kreuzung steht bereits der 1924 errichtete "Verkehrsturm", die erste Ampel der Stadt. Trambahnen überqueren dicht hintereinander den Verkehrskontenpunkt.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 102-10742
Verkehrsturm: Ein um 1934 aufgenommenes Foto zeigt den Verkehrsknotenpunkt Potsdamer Platz mit dem 1924 errichteten "Verkehrsturm" (Ampelanlage) in der Mitte. Im Hintergrund sieht man die Leipziger Straße.
Nord-Süd-Achse: Der Potsdamer Platz während der Arbeiten für die Nord-Süd-S-Bahn, die in den Jahren 1934 bis 1939 als zweite Stadtbahn gebaut wurde.
Berliner Alltag 1947: "Gemüseanbau" auf dem Dach einer Baracke nahe dem Potsdamer Platz. Zwischen den Kriegstrümmern improvisiert eine Frau einen Gemüsegarten, der aus Blechschüsseln, die zu Pflanzenkübeln umfunktioniert wurden, besteht.
Signatur Bundesarchiv: Bild 183-M1203-327
Panzersperre: Berlin wird am 1. Februar 1945 zum "Verteidigungsbereich" erklärt. Barrikaden werden errichtet, Stellungen und Panzergräben ausgehoben. Blick auf eine Panzersperre am Potsdamer Platz Anfang April 1945.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R71639
Kontrolle: Winter 1948, eine Polizeistreife bei der Kontrolle der Ausweispapiere eines Passanten am Potsdamer Platz. Erst 1961 wurde dieser Platz für Jahrzehnte durch den Bau der Berliner Mauer endgültig auseinander gerissen.
Signatur Bundesarchiv: Bild 183-S78186
Ruine: Blick von der Ecke Lenné- und Bellevuestraße am Potsdamer Platz auf die Ruine des Reichstags im Jahr 1951. Rechts im Bild ist ein Schild mit der Aufschrift: "Achtung, Sie verlassen jetzt West-Berlin" zu sehen.
Straßenverkehr auf dem Potsdamer Platz: Die berühmte Straßenkreuzung im November 1951. Im Hintergrund ist der Reichstag zu sehen.
Trümmer in Berlin: 1950 liegt der Potsdamer Platz in Berlin noch in Trümmern. Links ist das stark beschädigte Europahaus zu sehen, hinten erkennt man den Reichstag.
Mauerbau 1961: Eine Ostberliner Maurerkolonne errichtet unter Aufsicht von bewaffneten DDR-Volkspolizisten am 18.8.1961 an der sowjetisch-amerikanischen Sektorengrenze am Potsdamer Platz eine mannshohe Mauer. Am Morgen des 13. August hatten DDR-Streitkräfte unter dem Decknamen "Aktion Rose" damit begonnen, den Ostteil der Stadt mit Straßensperren aus Stacheldraht in Richtung Westen zu sperren. Der Bau des "antifaschistischen Schutzwalls" besiegelte die Teilung Deutschlands, die erst am 9. November 1989 mit dem friedlich erzwungenen Fall der Berliner Mauer endete.
Mauer-Sightseeing: Die Berliner Mauer hatte den Potsdamer Platz zerrissen: Das 1961 entstandene Foto zeigt eine Besuchergruppe, die sich auf einer Aussichtsplattform der Berliner Mauer am Potsdamer Platz aufhält.
Patrouille am Potsdamer Platz: Britische Militärpolizei patroulliert 1965 entlang der Deutsch-Deutschen Grenze am Potsdamer Platz. Nirgends riss die Berliner Mauer eine größere Wunde ins Stadtbild als hier, wo zwischen der eigentlichen und der Hinterland-Mauer eine riesige Brache blieb.
Übergang Potsdamer Platz: Das Foto zeigt die Bauarbeiten für den Grenzübergang am Potsdamer Platz am 11. November 1989.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1989-1111-008
Mauerfall: Zahlreiche Schaulustige wollen die feierliche Öffnung eines Übergangs am Potsdamer Platz am 12.11.1989 miterleben. Nirgends hatte das 1961 errichtete Gewaltbauwerk eine größere Wunde ins Stadtbild gerissen als hier.
The Wall: Rund 300.000 Zuschauer aus ganz Europa und Übersee waren auf den ehemaligen "Todesstreifen" zwischen Brandenburger Tor und Leipziger Platz gekommen, um die Neuinszenierung der Rockoper "The Wall" von Ex-"Pink-Floyd" Chef Roger Waters zu erleben. Das gigantische Happening war zugleich Auftakt einer weltweiten Spendenaktion des World War Memorial Found for Disaster Relief (Fond für Katastrophenofer). Die Show auf dem Potsdamer Platz in der Nacht vom 21. zum 22. Juli wurde vom Fernsehen live in alle Welt übertragen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0722-402
Mauerspecht: Bereits acht Stunden vor Beginn der gigantischen Rockshow "The Wall" war das Areal im Stadtzentrum von Zuschauern aus aller Welt belagert. Unermüdlich auch hier ein "Mauerspecht" vor Ort, der die vielleicht letzte Chance nutzt, um in den Besitz eines Originalstückes der Berliner Mauer zu kommen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0722-404
Mauer-Ausstellung: Auf dem im Sommer 1991 aufgenommenen Bild sind ausgestellte Teile der Berliner Mauer am Potsdamer Platz zu sehen.
Signatur im Bundesarchiv: B 145 Bild-F088838-0015
Ballett der Baukräne: 1995 hat die Hauptstadt eine neue Touristenattraktion: Baustellen-Sightseeing statt Mauertour. Mitten über den Potsdamer Platz im Berliner Stadtzentrum fährt ein Baggerschiff. Durch die Großbaustelle entstand ein Grundwassersee, der nun für den "Schiffsverkehr" freigegeben wurde.
Quadriga im Baugeschehen: An einem Novembermorgen 1996 zeigt sich die Quadriga auf dem Brandenburger Tor von Bauzäunen umringt. In den folgenden Jahren wird sich dieser Ort zu einer der größten Baustellen Europas entwickeln, um letztendlich als "Top-Lage" für Investoren zu scheitern.
Idylle am Potsdamer Platz: Vor Neubauten und Kränen führt eine junge Dame 1997 ein Pony über eine kleine Grünfläche am Potsdamer Platz in Berlin. Nach Abschluss der Arbeiten auf der größten deutschen Baustelle wird diese Idylle der Vergangenheit angehören. Auf dem Areal werden die debis-Zentrale (hinten rechts) und die neue Sony-Hauptniederlassung entstehen.
Daimler-City in Berlin: Das Daimler-Benz-Areal auf dem Potsdamer Platz in Berlin mit dem debis-Turm. Glasüberdacht ziehen sich als langes Band die Arkaden zwischen der Häuserschlucht durch das Bild. Die hellblaue Halbkugel des Imax-Kinos (M.) markiert neben dem Musical-Theater (M. rechts) den Entertainment-Bereich des neuen innerstädtischen Areals. Die Daimler-City mit Büros, Wohnungen, Kinos und mehr als 100 Läden entstand unter der Regie des italienischen Stararchitekten Renzo Piano. Inzwischen haben sich viele der Großinvestoren vom Potsdamer Platz zurückgezogen. Daimler hat unlängst seinen Part an eine schwedische Bank verkauft.
Mammutbaustelle in der Hauptstadt: Ein Luftbild aus dem Jahr 2002 zeigt Fortschritte an der Großbaustelle am Potsdamer Platz.
Arbeiter vor Werbeplakat: Arbeiter hängen 2004 am Potsdamer Platz ein Werbeplakat für die Live-Performance-Show "Blue Man Group" auf. Auch die "Blauen Männer" aus den USA schaffen es jedoch nicht, das in den Zwanziger Jahren stark kulturell pulsierende Viertel zu reanimieren. Das Berliner Kultur- und Nachtleben spielt heute abseits dieser gigantischen Retorte.
Holocaust-Mahnmal Berlin: Das Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor in Berlin wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung im Mai 2005. Im Hintergrund sind die Kräne der Baustelle am Potsdamer Platz zu sehen.
Kreuzung Potsdamer Platz: Fortbewegung heute - ein Velotaxi überquert die Kreuzung am Potsdamer Platz. Im Hintergrund sind dort, wo einst die größte Baustelle Europas war, moderne Bürobauten zu sehen.
Pflasterstein vom Potsdamer Platz: Nachdem ich zwei Jahre zuvor einen Pflasterstein aus dem Gehweg am Lenné Dreieck auf der Westseite als Souvenir mitgenommen hatte, konnte ich nach der Maueröffnung 1989 im November 1990 während einer erneuten Studienfahrt das Gegenstück vom Potsdamer Platz mitnehmen. Beide Steine sind für mich Symbole der Wiedervereinigung.
Mauerbau am Lenne Dreieck Potsdamer Platz: Bewachter Mauerbau am Lenne-Dreieck - im Hintergrund Reste des Hotel Esplanade und Haus Vaterland, sowie die Leuchtschriftanlage. Das Columbushaus, welches an dieser Stelle stand, wurde bereits 1957 abgerissen, um eine übersichtlichere Grenzsituation zu schaffen.
Wieder befahrbar: Nach der Öffnung der Berliner Mauer rollte im November 1989 der Verkehr wieder über das alte Kopfsteinpflaster vom Potsdamer Platz in die Leipziger Strasse.
Potsdamer Platz - Blick in die Leipziger Straße: Nach der Öffnung der Berliner Mauer rollte über den Potsdamer Platz wieder der Verkehr zwischen Ost und West.