Orwell für PC: In diesem Spiel sind Sie Überwacher - DER SPIEGEL
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Spiel "Orwell" für PC Alles ist verdächtig

Chats mitlesen, Telefonate abhören, soziale Netzwerke durchstöbern: Im Spiel "Orwell" ist der Spieler Überwacher - und agiert an der Grenze der Legalität.
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Screenshot aus "Orwell": In dem PC-Spiel nutzt man als Angestellter eine neue Überwachungssoftware namens "Orwell", mit der sich Zielpersonen recht detailliert ausspähen lassen. Gesammelt werden zum Beispiel Informationen zu Social-Media-Accounts, aber auch zu Onlinebanking-Konten. (Spoiler-Hinweis: Wenn Sie das Spiel noch spielen wollen, lesen Sie in den Bildern nicht zu viel Text)

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Anders als bei realen Überwachungsprogrammen sind Metadaten weniger wichtig, sprich: die Informationen, wer wann mit wem kommuniziert hat. Man kann oft direkt und in vermeintlicher Echtzeit etwa auf Chatinhalte zugreifen.

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Relevante Informationen, die man in den Chats oder zum Beispiel im simulierten Web findet, lassen sich per Mausklick Ermittlern zur Verfügung stellen. Diese Infos helfen den Regierungsmitarbeitern dann etwa bei Verhören.

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"Orwell" spielt immer nur in einer Art Desktop-Ansicht, Bilder aus der echten (Spiel-)Welt gibt es nur in Form von Fotos, die Nutzer etwa in Foren und sozialen Netzwerken teilen.

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Einmal kann man sogar in einer fiktiven Singlebörse nachschauen, welche Nachrichten eine Zielperson erreichten.

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Auch in PC und Smartphones kann man sich - sofern sie online sind - einhacken. Dort kann man dann zum Beispiel Fotos anschauen. Allzu viel ist auf den Festplatten der Verdächtigen aber nicht los.

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Alle Personen und Länder in "Orwell" sind fiktiv, man arbeitet für ein Land namens "The Nation." Eine Sprachausgabe gibt es nicht, als Spieler muss man also Lust aufs Lesen haben.

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Das Spiel hat nicht den Anspruch, die Arbeit von Überwachern wirklich zu simulieren - es will vor allem eine spannende Geschichte erzählen. Man erwischt sich aber schon hin und wieder bei der Frage, ob es nicht wirklich das Sinnvollste ist, alles zu sammeln, was man findet. Man könnte es ja später noch einmal brauchen.

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Längst nicht alle Informationen lassen sich an die Ermittler weitergeben, sondern nur optisch hervorgehobene: Das Spiel bietet daher weniger Entscheidungsfreiheit, als es anfangs suggeriert.

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"Orwell" ist in fünf Kapitel unterteilt, alle sind bereits verfügbar und im Kaufpreis enthalten. Für zehn Euro bietet das Spiel rund vier Stunden Unterhaltung. Erschienen ist es im Oktober 2016 auf Steam.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?