Ost-West-Annäherung Die Mauer im Kopf
Sinnbild der Spaltung: Ein Rest der Vormauer, die den Berliner Invalidenfriedhof einst durchquerte. Der ehemalige Grenzverlauf, die Spree, liegt etwa fünfzig Meter dahinter. Obwohl hier nur noch ein Fragment steht, lebte der Grenzwall auch nach der Wende noch lange in den gegenseitigen Vorurteilen von "Wessis" und "Ossis" weiter.
Unvorhergesehene Erleuchtung: Auf dem rostfreien Stahl der Außenverkleidung des Berliner Fernsehturms bildet sich durch den Sonneneinfall ein Kreuz. Als die "Rache des Papstes" wurde dies von Spöttern bezeichnet, als noch der staatlich erwünschte Atheismus vorherrschte.
Zum Heulen: "Tränenpalast" wurde der ehemalige Berliner Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße genannt - denn hier verabschiedete man den Westbesuch. Volker Altmann erinnert sich: "In fast schon bewundernswert sturer Weise beäugte mich damals der Beamte hinter dem Verschlag, als ich die schmale Einzelkabine betrat, in der Ausweis und Besitzer begutachtet wurden."
Vor dem Palast der Tränen: Von außen betrachtet befindet sich die ehemalige Ausreisehalle am Berliner Bahnhof Friedrichstraße in einem noch schlechteren Zustand als von innen. Fast scheint der Begriff "Tränenpalast" angesichts des traurigen Zustandes des unbeachtet verfallenden geschichtsträchtigen Gebäudes eine neue Bedeutung zu bekommen.
Rockerweg: Auch wenn man viele westliche Schallplatten in der DDR offiziell nicht kaufen konnte - zahlreiche Rockstars hatten auch hinter der Mauer ihre Fans, wie die alljährlich in Bad Doberan stattfindende "Zappanale" und diese Straße in Berlin-Marzahn andeuten.