Ostern - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ostern Helden, die Haken schlagen

Kuschelhasen und Killer-Karnickel: Millionen Kinder freuen sich auf den Osterhasen - dabei ist der eigentlich viel langweiliger als seine berühmten Verwandten aus Filmen, Büchern und Fernsehen. einestages ging auf Hasenjagd - und fand die süßesten, skurrilsten und tödlichsten unter den Langohren.
1 / 20

Hose runter, Party ab: Dieser Hase erlangte durch die MTV-Show "Jackass" Berühmtheit. In dem pubertären Selbstverletzungsspektakel ließen sich die Protagonisten von Baseball-Profis mit Pampelmusen bewerfen oder führten sich Spielzeugautos rektal ein. Als "Bunny the Lifeguard" rettete Chris Pontius Menschen, die gar nicht gerettet werden wollen. Noch bekannter ist er allerdings unter seinem Alter Ego "Party Boy". In dieser Rolle riss Pontius sich regelmäßig die Klamotten vom Leib, um zu Rummeltechno abzuhotten - mit nichts am Leib als Fliege und Stringtanga.

2 / 20

Werbetrommler: "Hält entscheidend länger als herkömmliche Zink-Kohle-Batterien" - diesen Werbeslogan versucht uns dieser rosafarbene Zeitgenosse schon seit den achtziger Jahren einzubläuen. Im ersten deutschen Werbespot trat er gegen andere Häschen im Dauertrommeln an. Später machte er Wettläufe, spielte Fußball oder betätigte sich sogar als Free-Climber. Ob die beworbenen Stromspeicher wirklich länger halten und was genau "herkömmliche Zink-Kohle-Batterien" sind, wissen wir freilich bis heute nicht. Aber den Duracellhasen kennt jeder.

3 / 20

Bunny Darko: Wenn mir Nacht für Nacht ein mannshoher Horrorhase erscheint und erklärt, dass die Welt untergehen wird - stimmt dann etwas nicht mit mir? Mit dieser Frage beschäftigt sich "Donnie Darko". Der schaurige Coming-Of-Age-Film von 2001 machte seinen Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal ("The Day After Tomorrow") über Nacht zur Hollywoodgröße - und den Hasen zu einer Gruselfilmikone.

4 / 20

Ich sehe was, was du nicht siehst: Harvey ist freundlich, weise, zwei Meter groß - und unsichtbar. Der einzige, der den Riesennager sehen kann, ist der ebenso einfältige wie liebenswerte Elwood P. Dowd. Die herrliche Komödie "Mein Freund Harvey" (1950) mit James Stewart entstand nach dem Pulitzerpreis gekrönten Broadway-Stück "The White Rabbit".

5 / 20

Mein Name ist Hase: Schon seit den dreißiger Jahren geistert dieser Trickfilmheld durch die Cartoons der Warner Bros. Dank ihm und seiner "Bugs Bunny Show" wissen Generationen von Kindern, dass Hasen schlauer sind als Enten (Daffy Duck), dass sie quasi ständig von cholerischen Jägern (Elmer Fudd) mit Schrotflinten gejagt werden und dass sie gerne damit kokettieren, von nichts zu wissen.

Foto: ddp
6 / 20

Hart als Hase: Eigentlich dachten wir immer, Hasen würden ihr Leben hauptsächlich damit verbringen, Möhren zu mümmeln und sehr flauschig zu sein. Dann kam "Unten am Fluss" (1978). Einige lasen das Buch, andere sahen den Trickfilm oder die TV-Serie (1999) - und alle waren bis ins Mark berührt von der Geschichte einer Gruppe von Hasen, die auf der Suche nach einem neuen Bau wieder und wieder um ihr Leben kämpfen müssen.

Foto: ddp
7 / 20

Süßer geht's nicht: Oft kopiert, nie erreicht. Das Häschen Klopfer ist der heimliche Star des Walt-Disney-Klassikers "Bambi". Mit gefühlten hundert schnuckeligen Gesten und Gesichtsausdrücken pro Minute hat der vorlaute, kleine Racker die Latte für alle späteren Darstellungen niedlicher Hasen gelegt.

8 / 20

Playboy-Bunny: Hugh Hefner hat ein Faible für Hasen. Mit dem Erfolg seines "Playboy" hat sich der Magazinmacher sein ganz persönliches Wunderland geschaffen - und es mit jeder Menge wohl geratener Häschen bevölkert. Diese Aufnahme zeigt Langohr Lauren Hutton.

Foto: AFP
9 / 20

Klein, schneeweiß - blutrünstig: Gnadenlos springt es die Ritter an, zerfetzt ihre Kehlen und beißt sogar einen Kopf ab. Keine Frage, mit einem solchen Ungeheuer ist nicht zu spaßen - es sei denn, es ist ein kleiner Hase, der in einem Film des britischen Komikertrupps Monty Python auftaucht. Der Kampf mit dem Monster von Caerbannog ist eine der unvergesslichsten Szenen aus dem Film "Die Ritter der Kokosnuß" (1974).

10 / 20

Strich für Strich zum Häserich: Er ziert Postkarten, Plakate und Kalender - der Feldhase, den Albrecht Dürer Anfang des 16. Jahrhunderts schuf, ist heute ein absoluter Star unter den Kunstwerken. Das war das Aquarell auch schon zur Zeit seiner Entstehung. Allein 13 Nachahmungen des Motivs, die noch im selben Jahrhundert entstanden, sind heute bekannt.

11 / 20

Jetzt in echt: 1988 vereinte der Regisseur Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft") auf einzigartige Weise Real- und Trickfilm - und hob damit den anarchischen Humor von Trickfilmen auf eine neue Ebene. Denn in der durchgeknallten Film-Noir-Hommage "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" stehen die Protagonisten mit Sternen über dem Kopf wieder auf, wenn sie von einem Klavier erschlagen werden.

Foto: ddp
12 / 20

Allein unter Kaninchen: Ihre Kindheit verbrachte sie praktisch ohne die Gesellschaft von Altergenossen in einem weitläufigen Londoner Herrenhaus. Gegen die Einsamkeit hielt die kleine Beatrix Potter sich Tiere und studierte und zeichnete sie oft stundenlang. Eines war ein Kaninchen namens Peter - es sollte sie weltberühmt machen. 1902 veröffentlichte die britische Kinderbuchillustratorin ihr erstes Werk "Die Geschichte von Peter Hase" - und noch bevor das Buch offiziell auf dem Markt war, war die erste Auflage von 8000 Exemplaren vergriffen.

13 / 20

Alter Hase: Dieser Nager ist ein absolutes Urgestein im TV-Geschäft. In den sechziger Jahren hatte der Hase Cäsar seine ersten Auftritte mit einer eigenen Show in der ARD. In den nächsten zwei Dekaden moderierte die freche Handpuppe bei "Schlager für Schlappohren", "Dr. h.c. Cäsar - Beratungen aller Art" und "Spaß muss sein". In den letzten Jahren ging es jedoch deutlich bergab mit der Karriere. Zuletzt sah man ihn 2004 auf dem Kinderkanal in "Hase Cäsar präsentiert - Klassiker des Kinderfernsehens".

Foto: NDR
14 / 20

Ohne Ohr und Verstand: Till Schweigers erfolgreiche Komödie "Keinohrhasen" brachte wohl den jüngsten Stern am Nagerhimmel hervor. Der löffellose Namenspate des Films wurde sogar als Stofftier zum Verkaufsschlager.

Foto: ddp
15 / 20

Gib dem Hasen Zucker: Er plappert in einem irrsinnigen Tempo, kann keine Sekunde still sitzen und ist auf unerklärliche Weise immer gut drauf. Eigentlich könnte dieser Hase auf 180 genauso gut als Warnung vor den Gefahren übermäßigen Zuckerkonsums bei Kindern dienen. Stattdessen macht er Reklame für einen Schokotrunk. Irgendwie süß.

16 / 20

Sturz in den Kaninchenbau: Brille, Weste, Taschenuhr - ein so pflichtbewusstes und gut gekleidetes Kaninchen wie in Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" gibt es wohl kein zweites Mal in der Literatur - ebenso wie die Welt hinter dem Kaninchenbau, in die Alice dem eiligen Nager folgt. Kein Wunder, dass die Geschichte in den letzten 100 Jahren 27 Mal verfilmt wurde.

Foto: ddp
17 / 20

Tee mit Hase: Tim Burton hat in seiner Vision von "Alice im Wunderland" eine besonders räudige Version des Märzhasen geschaffen - er sitzt mit dem verrückten Hutmacher bei einer völlig irren Teeparty zu Tisch.

Foto: ddp
18 / 20

Dschihad-Hase: Zwischen 2008 und 2009 war dieser schnuffelige Hase der Held palästinensischer Sprösslinge. Ein zweifelhaftes Vorbild, das da auf al-Aqsa TV allwöchentlich in der Propaganda-Kindersendung "Pioniere von morgen" auftrat. Bevor er einen Märtyrertod starb, rief der Hass-Hase unter anderem zur Ermordung des dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard auf und drohte, alle Juden aufzufressen.

19 / 20

Mickys Vorfahr: Bevor Walt Disney eine eigene Produktionsfirma gründete, produzierte er Trickfilme für Universal. Für diese erfand er unter anderem Oswald den lustigen Hasen. Doch schon zwei Jahre später zerstritt sich Disney mit seinem Auftraggeber, verpasste seiner Kreation Oswald große, runde Ohren - und erschuf Micky Maus, den wohl bekanntesten Trickfilmstar der Welt.

20 / 20

Stumpfsinn a go go: Schnuffel ist eine Ausgeburt der Generation Klingelton. Mit dämlichem Schlagertechno hat es der hirnrissige Hase des Handyquatschvermarkters Jamba auf drei Alben und fünf Chartplatzierungen in Deutschland gebracht. Die Lieder tragen tiefsinnige Titel wie "Ich hab' dich lieb" oder "Schnuffelsong". Argh!

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?