Ostfront - DER SPIEGEL
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Ostfront Attacke um jeden Preis

Blutiger als Stalingrad: Bei Rschew lieferten sich Wehrmacht und Rote Armee monatelang erbitterte Stellungskämpfe. Stalin drängte zur rücksichtslosen Offensive, um die Deutschen einzukesseln. Hitler musste erstmals einen Rückzug befehligen - dann wurde Rschew auch für einen russischen Kriegshelden zum Fiasko.
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Schlacht um Rschew: Panzergrenadiere der 6. Panzerdivision wehren im März 1942 bei Rschew einen sowjetischen Angriff ab. Nachdem Stalin die Wehrmacht im Winter 1941 von Moskau zurückdrängen konnte, gab er die Devise aus, den Deutschen nun "keine Atempause mehr zu geben". Stalin startet massive Gegenoffensiven, darunter auch im Raum Rschew. Über 15 Monate wurde hier in mehreren Schlachten gekämpft. Sowjetische Historiker gehen neuerdings von bis zu zwei Millionen Toten aus.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Helmut Schäfer
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Inferno: Nach einem Luftangriff 1942 in Makarowa bei Rschew brennen Wohnhäuser. Der Großteil der Gebäude im Umfeld von Rschew waren nach den mehreren Schlachten, die um die Region tobten, zerstört.

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Frontstadt: Nach schweren sowjetischen Artillerieangriffen gleicht Rschew einer Trümmerwüste, Aufnahme von November 1942.

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Leidene Bevölkerung: Ein Russe kauert nach einem Angriff auf seine Heimatstadt Rschew inmitten der Ruinen. Hier wurde monatelang erbittert gekämpft.

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Flucht vor dem Krieg: Russische Familien aus Rschew fliehen 1942 im Schneesturm mit dem wenigen Hab und Gut, das ihnen geblieben ist. Im Oktober 1941 hatte die Wehrmacht die Stadt besetzt; daraufhin entbrannte fast eineinhalb Jahre ein erbitterter Krieg um die Stadt und die Region. Im März 1943 kam Rschew wieder in sowjetische Hand, nachdem sich die Deutschen zurückgezogen hatten.

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Zeitzeugen: Die Kriegsveteranen Anatolij Projdakow und Wladimir Miroschnitschenko in einem russischen Dorf in der Nähe der Stadt Rschew. In der Gegend tobte im Zweiten Weltkrieg ein unerbittlicher Stellungskrieg zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht. Projdakows Vater und seine Schwester wurden von den Deutschen erschossen, seine Mutter vergewaltigt und dann mit einem Bajonett erstochen.

Foto: Christian Neef/DER SPIEGEL
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Krieg gegen die Sowjetunion: Russische Mädchen im Gespräch mit deutschen Wehrmachtssoldaten (Aufnahme um 1942). Im Juni 1941 hatte Hitler den Überfall auf die Sowjetunion angeordnet und gehofft, Stalin mit einem Blitzkrieg besiegen zu können. Das Kalkül ging nicht auf - nach schnellen Anfangserfolgen kam der Vormarsch der Deutschen schon bald ins Stocken.

Foto: Heinz Uhle/DER SPIEGEL
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Das Ende vom Blitzkrieg: Deutsche Artillerie an der Ostfront auf einer Aufnahme vom 30. März 1943. Viele Soldaten ahnten damals schon, dass die Wehrmacht den Krieg längst verloren hatte. Spätestens nach der Katastrophe von Stalingrad im Winter 1942 war die Euphorie über anfängliche, schnelle Erfolge endgültig verflogen.

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Desaster für die Wehrmacht: Ein Rotarmist schwenkt im Januar 1943 in Stalingrad jubelnd die sowjetische Fahne. Während sich die Schlacht um Stalingrad, bei der Hitlers 6. Armee vernichtet wurde, in das kollektive Gedächtnis einbrannte, geriet der nicht minder blutige Kampf um Rschew weitgehend in Vergessenheit.

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Apokalypse: Eine völlig zerstörte Landschaft nach der Schlacht um Stalingrad 1942/43. Stalingrad wurde nach dem Krieg das Symbol für Kampfgeist und Siegeswillen in der Sowjetunion. Petrowitsch Miroschnitschenko kämpfte hingegen in Rschew und ärgert sich, dass diese ähnlich mörderische Schlacht in Vergessenheit geriet: "Hier tobte die blutigste Schlacht des Großen Vaterländischen Krieges," sagt der Veteran erbittert, "draußen liegen die Toten noch immer in mehreren Schichten, in Moskau aber haben sie die Schlacht zu einer Kampfhandlung von örtlicher Bedeutung herabgestuft."

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Georgij Schukow: Der Sowjetmarschall (dritter von rechts) wurde als "Sieger von Berlin" 1945 weltberühmt - doch die erste Schlacht um Rschew wurde zum größten Fiasko für den später so verehrten Militär. Auf Befehl von Stalin sollte Schukow im Januar 1942 eine Gegenoffensive gegen die Wehrmacht starten und die 9. deutsche Armee einkesseln und vernichten. Die Operation war nur auf wenige Wochen angelegt - und mündete nach etlichen Misserfolgen der Roten Armee in einem monatelangen Stellungskrieg, bei der sich auf beiden Seiten jeweils mehr als 600.000 Soldaten gegenüberstanden.

Foto: Gedenkstätte Seelower Höhen/ddp
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Erster Rückzug: Deutsche Infanterie verlässt am 19. November 1942 für einen Gegenangriff ihre Stellungen in Rschew. Für Hitler hatte der Ort nahezu symbolische Bedeutung - Rschew sei "eine uneinnehmbare Linie des Führers", hieß es in einer Radiobotschaft an die Soldaten. Dennoch musste er im Januar 1942 in der Region die Front nach hinten verlegen. "Es ist das erste Mal," gab Hitler zerknirscht zu, "dass in diesem Kriege von mir der Befehl zum Zurücknehmen eines größeren Frontabschnittes gegeben wird".

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Winterkämpfe 1942: Deutsche Soldaten bringen den eingeflogenen Proviant per Schlitten zu den Unterkünften in Stalingrad.

Gleichzeitig wurde auch in der Region Rschew an der Wolga im Winter 1942 um jeden winzigen Vorteil gekämpft. Stalin rief im November 1942 zur "Operation Mars" auf, um mit fast zwei Millionen Soldaten die deutschen Truppen umgreifend einzukesseln. Was ihm in Stalingrad gelang, scheiterte jedoch in Rschew.

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Neue Panzer für die Ostfront: Sturmgeschütze werden 1943 mit der Eisenbahn zur Ostfront gebracht.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Hermann Hoeffke
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