Pakistan: Aus Schiff wird Schrott - DER SPIEGEL
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Pakistan Aus Schiff wird Schrott

Deutsche Reedereien lassen ihre Schiffe in Südasien abwracken, obwohl dort hochgiftige Stoffe tonnenweise im Meer landen. Das funktioniert nur, weil dieser internationale Markt undurchschaubar ist. Die Geschichte eines Hamburger Frachters, der im pakistanischen Gadani endete.
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Abwrackwerft in Gadani, Pakistan: Arbeiter klettern auf das Schiff, das sie in seine Einzelteile zerlegen sollen.

Foto: � Akhtar Soomro / Reuters / REUTERS
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Die Arbeit in Gadani ist gefährlich. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, durch herabstürzende Eisenteile, Explosionen von Gasen und Treibstoffen oder weil Arbeiter auf öligem Untergrund ausrutschen.

Foto: © Akhtar Soomro / Reuters/ REUTERS
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Mehrere Monate dauert es, bis ein Ozeanriese in seine Einzelteile zerlegt ist. Eisen ist in Südasien ein begehrter Rohstoff. Für alte Schiffe zahlen die Abwrackwerften derzeit rund 420 Dollar pro Tonne.

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Obwohl die Arbeit gefährlich ist und die Tagelöhner ihre Familien nur selten sehen, sind die Jobs in Gadani beliebt: Mit rund acht Euro ist der Tagesverdienst höher als in den meisten anderen Branchen in Pakistan.

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Die Arbeiter leben in armseligen Hütten, selbstgebaut aus Bauteilen, die beim Abwracken der Schiffe übriggeblieben sind. Fließend Wasser oder Toiletten mit Spülung gibt es hier nicht, ebensowenig ein Krankenhaus.

Foto: Hasnain Kazim
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Improvisierte Seilbahn: Mit diesen Gefährt sollen Bauteile des Schiffes an den Strand transportiert werden. Von dort werden sie in per Lastwagen in die Stahlwerke des Landes gebracht.

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In Gadani wie auch in den Abwrackwerften in Bangladesch und Indien ist das Zerlegen von Frachtschiffen immer noch größtenteils Handarbeit.

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Mit einem Brennschneider werden große Eisenstücke aus den Schiffswänden und Decks herausgetrennt.

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Schiffe gelten nach der Basler Konvention als Giftmüll, weil sie giftige Stoffe wie Asbest und PCB enthalten. In den Werfen in Südasien werden diese Stoffe einfach verbrannt oder ins Meer geworfen.

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Arbeitsschuhe, Schutzbrille und Helm müssen sich viele Arbeiter selbst kaufen. "Die Abwracker kümmern sich nicht um unsere Sicherheit", sagt dieser Arbeiter. Er selbst habe aber Glück gehabt: Sein Chef habe ihm die Ausrüstung spendiert.

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Auf 15 Kilometern erstrecken sich insgesamt 132 Abwrackplätze, die sich 40 Werftbetreiber teilen. Gadani ist damit der größte Schiffsfriedhof der Welt.

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Rohre, Eisenwände und Motorenteile werden sorgfältig getrennt, am Strand angehäuft und anschließend an die Eisen verarbeitenden Fabriken verkauft.

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Büro aus den Überbleibseln einer Schiffsmesse: Die Arbeiter von Gadani betreiben in Strandnähe ein Gewerkschaftsbüro. Am Strand wird seit den sechziger Jahren abgewrackt, die Lage der Arbeiter hat sich seither nicht verbessert.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?