Pakistan damals "Ich hatte Angst, dass Schlangen meine Söhne anknabbern"
Vom Lehrer zum Entwicklungshelfer: Der Gewerbeoberlehrer Friedrich Thimm, in der Mitte, arbeitete von 1961 bis 1964 als Ausbilder in der Holzwerkstatt des Berufsschulzentrums in Chak Punj Faiz in der Nähe von Multan in Pakistan. Das Zentrum war ein Entwicklungshilfeprojekt der Bundesregierung. "Punj" bedeutet "fünf" - heute nennt sich der Ort Chak Five Faiz.
Abschied von der Familie: Am 4. Januar 1961 verabschiedete sich Friedrich Thimm für die nächsten drei Monate von seinen Söhnen, dem fünfjährigen Johannes und dem zwei Jahre alten Andreas, bevor er nach Pakistan aufbrach.
Aufreibende Reise: Im März 1961 durfte Thimms Familie nachreisen. Edda Thimm stach mit ihren Kindern in Genua in See und traf zwölf Tage später in Karachi ein. Dort empfing sie Friedrich Thimm. Doch erst nach einer Fahrt von weiteren 1000 Kilometern über unwegsame Pisten kamen sie im entlegenen Chak Punj Faiz an.
Sprachlehrer in der neuen Heimat: Bei Dr. Firdousi, links im Bild, lernten Edda und Friedrich Thimm, rechts, Urdu. Dr. Firdousi sprach und schrieb sechs Sprachen und lehrte am Goethe-Institut von Multan Deutsch. Edda Thimm hatte ihn schon an Bord des Schiffes nach Karachi kennengelernt.
Staatsbesuch: Bundespräsident Heinrich Lübke, zweiter von links im Bild, besuchte im November 1962 das Zentrum in Chak Punj Faiz. Friedrich Thimm, rechts, führte ihn und seine Delegation durch die Werkstätten. Für Lübkes Frau mussten damals extra ihre Lieblingszigaretten eingeflogen werden.
Durch Zufall Ärztin: Vor ihrer Rückkehr nach Deutschland 1964 wurde Edda Thimm, zweite von rechts im Bild, im Rotary Club in Multan für ihren Einsatz in der Krankenpflege geehrt. Nachdem sie einem Straßenarbeiter auf eigene Faust die Fäden von einer Operation gezogen hatte, hatten immer mehr Dorfbewohner bei ihr medizinische Hilfe gesucht - und bekommen.
Abschied von Pakistan: Nach drei Jahren in Pakistan kehrte Familie Thimm 1964 wieder nach Deutschland zurück. Sohn Andreas ist auf diesem Abschiedsfoto nicht zu sehen - er war bereits wieder in Deutschland, wo er, wie schon zuvor sein Bruder Johannes, für ein Jahr die Schule in Loheland in der Rhön besuchte.
Fernweh-Familie: Edda und Friedrich Thimm mit ihren Söhnen Andreas, zweiter von links, und Johannes 1966. Gerade einmal zwei Jahre zurück in Deutschland, zog es die Familie wieder in die Ferne - kurz nach dem Entstehen dieser Aufnahme zogen sie nach Togo, wo Friedrich Thimm half, eine Berufsschule aufzubauen.
Keine Ruhe - auch im Ruhestand: Seit seiner Pensionierung 1989 arbeitet Friedrich Thimm ehrenamtlich im Auftrag des Senior Experten Service SES in Bonn weiterhin in der Entwicklungshilfe. 1992 führte ihn ein Einsatz nach Sambia.
Unermüdlicher Entwicklungshelfer: Im Januar 2011 wird es 50 Jahre her sein, dass Friedrich Thimm seine erste Reise als Entwicklungshelfer antrat. Doch der mittlerweile 86-Jährige ist noch immer voller Tatendrang und arbeitet weiterhin in der Entwicklungshilfe - unter anderem in Venezuela, Guatemala und Sambia.
Helfende Hand: Edda Thimm wuchsen in Pakistan Aufgaben zu, die sie oft an ihre Grenzen brachten. "Doch eines weiß ich, ich muss viel lernen, um dann anderen helfen zu können", schrieb sie schon als 13-Jährige nach ihrer Flucht aus Polen in ihr Tagebuch. Sie hat vielen geholfen während ihrer Zeit in Pakistan.