Pakistan: Der Fall Asia Bibi - DER SPIEGEL
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Pakistan Der Fall Asia Bibi

Das Todesurteil gegen Asia Bibi, eine Christin, die angeblich den Propheten Mohammed beleidigt hat, wird voraussichtlich aufgehoben. Aus Angst vor Lynchjustiz will die Regierung die Familie ins Ausland bringen - doch die weigert sich.
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Ihr Fall sorgte weltweit für Reaktionen: Asia Bibi wurde nach einem Streit mit anderen Frauen in ihrem Dorf zum Tode verurteilt. Die Christin soll bei der Auseinandersetzung den Propheten Mohammed verunglimpft haben.

Foto: STR/ AP
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Asia Bibis Ehemann Ashiq Masih, 50, und die Töchter Sidra (li.), 17, und Isha, 12, sind mittlerweile in Islamabad, um dort mit der Presse zu sprechen und Politiker um Unterstützung zu bitten.

Foto: Anjum Naveed/ AP
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Demonstranten rufen zur Freilassung der Christin auf - wie hier in Lahore.

Foto: K.M. Chaudary/ AP
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Doch es gibt auch Kundgebungen für die Vollstreckung des Todesurteils. "Respektiert den heiligen Propheten", steht auf dem Schild von Demonstranten in Lahore.

Foto: K.M.Chaudary/ AP
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Die Familie Asia Bibis mit Minderheitenminister Shahbaz Bhatti. Der versichert der Familie jetzt, die Regierung setze sich für die Veurteilte ein. Seines Wissens sei die Frau unschuldig; man werde dafür sorgen, dass die Angelegenheit gut für sie ausgehe.

Foto: T. Mughal/ dpa
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Najma zeigt ein Foto von Asia Bibi und deren Familie. Sie hat ihre inzwischen zum Tode verurteilte Schwester seit deren Verhaftung im Juni 2009 nicht mehr gesehen. "Wir wollten jetzt bei der Urteilsverkündung dabei sein", sagt Najma, "aber da wir keine Ausweispapiere besitzen, ließ man uns nicht ins Gericht."

Foto: Hasnain Kazim
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Mehr als dieses von der Zeit zerfressene Bild ist Najma von ihrer Schwester nicht geblieben. Ein paar weitere Bilder sind noch im Besitz von Asias Mann Ashiq Masih, der mit den Kindern in die Stadt Sheikhupura gezogen ist. Dort sitzt Asia Bibi in der Todeszelle, ihr Mann darf sie regelmäßig besuchen.

Foto: Hasnain Kazim
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Die Katholikin Asia Bibi, 38, wurde von einem Gericht in der ostpakistanischen Stadt Sheikhupura zum Tode verurteilt, weil sie im Streit mit ihren muslimischen Kolleginnen gesagt haben soll, Jesus Christus sei für die Sünden der Menschen am Kreuz gestorben, was dagegen habe Mohammed geleistet? Die Kolleginnen, der örtliche Geistliche und schließlich auch das Gericht sahen darin den Tatbestand der Blasphemie erfüllt.

Foto: Family Handout/ dpa
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Im Hause der zum Tode Verurteilten: Nichte, Schwester und Schwager sitzen Mitte November im Wohnzimmer und reden über den Fall. "Nur der liebe Gott weiß, was wirklich vorgefallen ist", sagt George Masih, der Bruder von Asia Bibis Mann. Es habe aber schon seit längerem Streit zwischen Asia Bibi und den Nachbarsfrauen gegeben. Vermutlich sei das der Grund für die Klage.

Foto: Hasnain Kazim
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Ittanwali, Heimat von Asia Bibi, ist ein armes Dorf im Osten Pakistans, in der Provinz Punjab. Eine Anbindung ans Wasser- und Gasnetz gibt es nicht, die meisten Menschen verdienen ihr Geld auf den Feldern der Grundbesitzer oder in einer Ziegelbrennerei.

Foto: Hasnain Kazim
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Ein Gemüsehändler kommt ins Dorf und bietet seine Ware direkt vom Pferdewagen aus an. "Eigentlich kommen wir hier alle miteinander aus", sagt Ashiq Masih. Die Muslime respektierten die Christen am Ort, man pflege einen guten Umgang miteinander. "Ich weiß nicht, warum aus einem kleinen Streit solch eine Katastrophe entstanden ist."

Foto: Hasnain Kazim
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Der Imbissbetreiber in Ittanwali sagt, er wisse nicht viel über den Fall. "Was soll ich dazu sagen? Ich bin doch nur ein armer Mann in einem armen Dorf." Wie er schweigen die meisten Menschen am Ort.

Foto: Hasnain Kazim
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?