Pakistan / Eisenbahn - DER SPIEGEL
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Pakistan Leben auf den Schienen

Auf den Gleisen schlafen Kinder, Händler bieten ihre Waren an - bloß Züge fahren auf der Eisenbahnlinie in Pakistans Millionenstadt Karatschi nicht. Das könnte sich bald ändern. Chinesische Investoren planen den Wiederaufbau.
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Die Eisenbahnlinie durch Pakistans Millionenstadt Karatschi sollte schon oft erneuert und wieder befahrbar gemacht werden - bisher sind diese Pläne jedoch alle gescheitert. Dort wo früher Züge fuhren, leben jetzt viele Menschen. Dieser kleine Junge hat sein Bett auf den Bahngleisen.

Foto: CAREN FIROUZ/ REUTERS
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Händler stellen entlang der stillgelegten Linie Kleidung zum Verkauf aus. Ein möglicher Käufer begutachtet die Gewänder.

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Während die Erwachsenen auf dem Markt einkaufen, posiert der Junge für ein Foto mit seiner Spielzeugpistole. Die Stände befinden sich an einer ehemaligen Haltestelle - der Lyari-Station.

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Nicht an jeder Haltestelle hat sich ein kleiner Markt etabliert. Dafür gibt es viel Müll. Ein Mann nutzt die Plattform des ehemaligen Bahnhofs für eine Pause im Schatten.

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Frauen laufen über ein Gelände der Eisenbahnlinie. Noch sieht hier alles zerfallen aus, doch Chinesische Investoren wollen die alte Bahnlinie mit zwei Milliarden Dollar wieder fahrtüchtig machen - fast zwei Jahrzehnte nach der Stilllegung.

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Damals saßen hier die Lokführer, seitdem bleibt der Platz unbesetzt. Die Chinesen hoffen, bald wieder Fahrer zu beschäftigen. Sie wollen mit ihrem Projekt die Luftverschmutzung bekämpfen und etwas gegen den ständigen Stau in der 20-Millionen-Metropole tun.

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Nicht alle Pakistani lassen sich von diesen Argumenten überzeugen und stehen den Plänen positiv gegenüber. Sie haben sich an der stillgelegten Strecke ein Leben aufgebaut: Siedlungen, Märkte, Häuser. Erst im April kam es zu Aufständen: Siedlungen entlang einer anderen Bahnstrecke, die für den Mülltransport genutzt werden soll, wurden geräumt - die Anwohner setzten sich zur Wehr.

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Doch noch fährt keine neue Lokomotive. Kinder, Männer mit Mofas und Ziegen können die Gleise überqueren und nach Hause gehen. Ihre Siedlung liegt wie viele andere auch an den Bahngleisen. Beamte schätzen, dass mehr als 5000 Häuser entlang der Schienen gebaut wurden.

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Mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein: Noch schläft der Mann auf einer Bank an einer stillgelegten Haltestellen. Doch die Bauarbeiten für die neue Bahnlinie sollen noch in diesem Jahr beginnen.

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Dann finden vielleicht auch die vergessenen Teetassen in der alten Wazir-Mansion-Station wieder Verwendung. Das "China-Pakistan Economic Corrido Project" (CPEC) unterstützt die Pläne finanziell um Handelswege von Asien nach Europa und Afrika zu bauen.

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Die Eisenbahnarbeiter-Gewerkschaft hofft durch den Wiederaufbau auf eine Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Pakistan. Ob die Pläne jetzt tatsächlich durchgeführt werden, wird sich zeigen. Sonst läuft das Leben der Pakistani entlang der stillgelegten Bahnstrecke weiter wie bisher.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?