Papst Pius XII. Der bizarre Tod des Stellvertreters
Papst Pius XII.: Der Pontifex gilt als eine der schillerndsten, aber auch umstrittensten Persönlichkeiten auf dem Papstthron. Dass er gegenüber den NS-Verbrechen schwieg, wirft bis heute einen dunklen Schatten auf sein fast zwanzigjähriges Pontifikat.
"Stern"-Titel zum Tod des Pacelli-Papstes: In der Ausgabe der Hamburger Illustrierten vom 25. Oktober 1958 wurde eines der Skandalfotos des päpstlichen Leibarztes abgedruckt.
Pius XII. auf dem Sterbebett: Das Foto aus dem "Stern" vom Oktober 1958, heimlich aufgenommen vom päpstlichen Leibarzt Riccardo Galeazzi-Lisi, zeigt den sterbenden Papst bei der Beatmung.
Titelseite der "Bild"-Zeitung vom 9. Oktober 1958: Das Boulevardblatt berichtete ausführlich vom dreitägigen Todeskampf des Papstes.
Das Grab Pius' XII.: Die Grabstätte des Pacelli-Papstes liegt für die Gläubigen unzugänglich in der Nähe des Petrusgrabes in der Krypta des Petersdomes.
Die FAZ zu Pius' Tod: Im Leitartikel vom 10. Oktober 1958 unter der Überschrift "Ein Papst dieser Zeit" schreibt der Rom-Korrespondent des Blattes, Josef Schmitz van Vorst, Pacelli habe "den Heiligen Stuhl auf den Höhepunkt seines Ansehens in der neueren Zeit gehoben". Kritische Worte zur Rolle des Papstes während des Zweiten Weltkrieges fehlten - bis fünf Jahre später Rolf Hochhuth das päpstliche Schweigen gegenüber den NS-Verbrechen in seinem Theaterstück "Der Stellvertreter" thematisierte.
"Süddeutsche Zeitung" vom 10.Oktober 1958: Das Münchner Blatt druckt ein Foto der Segnung des päpstlichen Leichnams durch den Dekan des Kardinalkollegiums. Im Antlitz Pius' XII. sind deutlich die Spuren seines Todeskampfes erkennbar.
Der tote Papst in "Paris Match": Die Titelseite der französischen Illustrierten vom 25. Oktober 1958 zeigt ein Farbfoto des aufgebahrten Papstleichnams, an dem damals über eine Million Menschen vorüberzogen.
SPIEGEL-Titel 42/1958: Das fromme Titelbild des Spiegels mit einem gravierenden Fehler - es zeigt oben links nicht das Wappen des Pacelli-Papstes, sondern das seines Vorgängers Pius XI. (1922-1939).
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Aufgebahrt unter Plastik: Papst Pius XII. starb am frühen Morgen des 9. Oktober 1958 in Castel Gandolfo, der päpstlichen Sommerresidenz, und wurde anschließend dort aufgebahrt. Da der Papst-Leibarzt Riccardo Galeazzi-Lisi nicht die bewährte Einbalsamierungsmethode anwendete, sondern ein neues Verfahren mit Kräutern und ätherischen Ölen, wurde Pius' Leichnam in Klarsichtfolie verpackt aufgebahrt, damit die Mischung einwirken konnte.
Papstarzt Galeazzi-Lisi: Der Leibarzt Papst Pius' XII. (r.) diskutiert mit seinem Kollegen Tobbia Marco Soncini im Dezember 1954 über ein Röntgenbild des Pontifex. Nach dem Tod Pius' machte sich Galeazzi-Lisi äußert unbeliebt, da er eine Kamera in den Palast geschmuggelt und den Todeskampf des Heiligen Vaters fotografiert hatte. Das Material wurde später von verschiedenen Illustrierten veröffentlicht.
SPIEGEL-Titel 43/1997: Rudolf Augstein über "Die Kirche und der Holocaust"
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