Paraguay: Übergewichtige Models - DER SPIEGEL
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Miss Gordita Übergewichtige Models in Paraguay

Im Alltag erleben sie Spott und Diskriminierung: Ein Schönheitswettbewerb für Übergewichtige in Paraguay soll helfen, Vorurteile abzubauen. Die Teilnehmerinnen wünschen sich aber mehr als nur Akzeptanz.
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Obwohl in Paraguay über die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig ist, werden Betroffene oft Opfer von Diskriminierungen. Der Fotograf Jean-Jérôme Destouches hat füllige Frauen porträtiert, die bei einem Schönheitswettbewerb um den Titel der "Miss Gordita" (Miss Mollig) kämpfen. Eine von ihnen ist Laura Ochipinti. Sie erzählt Destouches von negativen Erfahrungen: Sie wurde beispielsweise mitten auf der Straße von ihrer Nachbarin schwer beleidigt.

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Mit dem Schönheitswettbewerb versucht der Initiator Mike Beras, die negative Einstellung gegenüber den übergewichtigen Frauen, zu ändern. Rebecca Orihuela arbeitet als Chirurgin in einem Militärkrankenhaus. Viele Jahre lang hat sie sich in ihrem Haus zurückgezogen und wollte nicht rausgehen: "Ich war Gefangene meines eigenen Körpers, den ich hasste." Heute sucht sie die mediale Aufmerksamkeit und hat angefangen, ihr Spiegelbild zu mögen.

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Viele der Frauen finden durch den Wettbewerb zu neuem Selbstvertrauen, so wie Lidia Roacoronell: "Auch wenn es heiß war, habe ich lange Kleidung getragen und meinen Körper versteckt. Seit ich ein XXL-Mannequin bin, zeige ich mich auch in kurzen Hosen und im Badeanzug."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Leticia Velaztiqui ist von sich überzeugt: "Ich war schon immer sehr eingebildet. Obwohl ich dick bin, habe ich nie den Glauben an mich verloren." Sie liebe es, von anderen bewundert zu werden. Viele ihrer dicken Freunden seien sehr deprimiert und würden sie sehr beneiden: "Sie sehen mich im Fernsehen mit einem enganliegenden Kleid und tiefem Ausschnitt und versuchen, mich nachzuahmen."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, verkauft Cinthia Colina mit ihrer Mutter Sandwiches. "Es ist schwer, im einen Moment in der Küche zu stehen und im nächsten vor einem Fotografen zu posieren."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Diana Chamorro wurde 2013 zur Miss Gordita gewählt. Beim Finale imitierte sie Madonna und ist nun als Madonna Paraguays bekannt. "Ich habe es in die Medien geschafft, ohne mich zu entblößen."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Tamara Luraschis Mutter ist evangelisch, und lehnte es ab, dass die Tochter zu Castings geht. Doch Tamara setzte sich durch: "Ich wollte eine XXL-Modell werden, um allen zu zeigen, dass dicke Frauen auch sexy sein können."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Leticia Ocampos, 23, arbeitet in der familieneigenen Schneiderei. Sie hat schon immer davon geträumt, ein Model zu werden - trotz ihrer 90 Kilogramm. Bevor sie eine "Miss Gordita" wurde, machten sich die Nachbarn über ihre Ambitionen lustig. Jetzt, wo sie im Fernsehen zu sehen ist, seien Nachbarn und Familie gleichermaßen stolz auf sie: "Früher hat mir niemand gesagt, dass ich schön bin. Heute habe ich viele Bewunderer."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Sofia Larosse sagt, dass ihr Übergewicht erblich bedingt sei. Viele in ihrer Familie hätten dasselbe Problem. Sie selbst wiegt 130 Kilogramm.

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Ana d'Oliviera hat über 20 Diäten ausprobiert, doch keine wirkte. "Eigentlich esse ich nicht viel, aber ich ernähre mich schlecht. Mein Vorgesetzter sagt, dass ich dick sei und dass ich abnehmen müsse. Er bringt mir jeden Tag Obst mit." Dünn zu sein, war nie ihr Ziel, nur an den Armen würde sie gerne abnehmen: "Ich bin kurz davor, mich operieren zu lassen."

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
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Wie viele andere "Miss Gorditas" träumt Vivian Barreto davon, ein richtiges Model zu werden. Sie klagt das pa­ra­gu­a­yische Fernsehen an: "Sie zeigen immer nur Frauen mit den perfekten Maßen von 90/60/90." Die übergewichtigen Frauen fordern ein gesellschaftliches Umdenken.

Foto: JJDestouches/ Hans Lucas
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?