Deutsche Paralympics-Bilanz Zwillings-Gold und Weltrekorde
Deutschlands Gold-Zwillinge: Innerhalb von wenigen Minuten sorgten die sehbehinderten Judoka Carmen und Ramona Brussig für die ersten beiden deutschen Triumphe bei den Paralympics in London. Erst gewann Carmen in der der Klasse bis 48 Kilogramm, dann siegte Ramona in der Klasse bis 52 Kilogramm.
Ilke Wyludda gewann in London zwar keine Medaille, trotzdem zählte sie zu den deutschen Stars bei den Sommerspielen. Als erste Olympiasiegerin (Gold im Diskuswerfen, Atlanta 1996) ging sie bei den Paralympics an den Start. Der unterschenkelamputierte Athletin versuchte sich gleich in zwei Disziplinen. Aber weder im Diskuswerfen noch im Kugelstoßen reichte es für Edelmetall.
Gold-Hattrick zum Abschied: Schwimmerin Kirsten Bruhn hat sich bei ihren letzten Paralympics mit Gold über 100 Meter Brust verabschiedet. Nach Athen und Atlanta war es bereits ihr dirtter Triumph auf ihrer Paradestrecke bei Sommerspielen. In London gewann Bruhn zudem Silber über 100 Meter Rücken.
Bei der Eröffnungsfeier durfte sie die deutsche Fahne tragen, bei den Wettkämpfen ließ Schwimmerin Daniela Schulte Silber über 200 Meter Lagen und Gold über 400 Meter Freistil folgen.
Ebenfalls doppeltes Edelmetall konnte Sebastian Iwanow feiern: Erst holte der 27-Jährige, dem von Geburt an ein Schienbein fehlt, Bronze über 100 Meter Rücken, dann gewann er Silber über 100 Meter Freistil.
Mit Weltrekord zu Gold: Weitspringer Markus Rehm sorgte für einen der sportlichen Glanzpunkte aus deutscher Sicht. 7,35 Meter sprang Rehm, sicherte sich damit souverän den Sieg und stellte ganz nebenbei noch einen neuen Weltrekord auf.
Erst klopfte er große Sprüche, dann ließ Heinrich Popow Taten folgen. Der Sprinter holte sich in einem packenden 100-Meter-Rennen Gold.
Jochen Wollmert (l.) hätte sich eigentlich den Unmut der Londoner Zuschauer zuziehen müssen - hatte er doch im Tischtennis-Finale den Briten Will Bayley besiegt. Doch durch seinen Trost für den am Boden kauernden Verlierer wurde auch Wollmert gefeiert und sogar für einen Fairplay-Preis vorgeschlagen.