Anschläge von Paris Trauer und Trotz
Der Terror liegt drei Tage zurück - an diesem Montag kehrten viele Pariser in ihren Arbeitsalltag zurück: Überall in Frankreich und vielen anderen Ländern gedenken die Menschen der Toten von Paris mit einer Schweigeminute.
Hier haben sich die Leute vor dem Café Le Carillon in Paris versammelt, wo am Freitag viele Menschen erschossen wurden.
Vielen, die vor dem Le Carillon während er Schweigeminute stehen, sind Trauer und Entsetzen noch immer deutlich anzusehen.
Während der Schweigeminute um 12 Uhr mittags hält ein Mann eine Karte mit der Aufschrift: "Paris, ich liebe dich". Und eine Rose, wie sie derzeit zu Tausenden in der Stadt abgelegt werden.
"Ich bin das Zusammenleben", steht auf diesem Schild, angelehnt an den Satz "Ich bin Charlie", mit dem sich nach den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Januar weltweit Menschen mit den Zeichnern solidarisierten.
Die wichtigsten Vertreter der französischen Politik beteiligen sich an der Schweigeminute: Hier Frankreichs Präsident Hollande, Premier Valls und andere Regierungsmitglieder in der Universität Sorbonne in Paris
Die Franzosen bekommen etliche Solidaritätsbekundungen von internationalen Partnern und aus aller Welt. Auf einer Konferenz zum 70-jährigen Bestehen der Unesco in Paris wird der Opfer in Stille gedacht.
Anteilnahme auch aus Antalya, wo sich der spanische Premier Rajoy, die deutsche Kanzlerin Merkel, EU-Ratspräsident Tusk, Frankreichs Außenminister Fabius, EU-Kommissionspräsident Juncker, der britische Premier Cameron und der italienische Amtskollege Renzi zur Schweigeminute aufreihen.
In Madrid versammeln sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor dem Rathaus.
In Berlin, am Brandenburger Tor, vor der französischen Botschaft zeigen Hunderte ihre Solidarität mit Frankreich und den Opfern.
Auch an der Station Liverpool Street in London steht das Alltagsleben für einen Moment still.
Gleichzeitig geht die Fahndung nach den mutmaßlichen Tätern und Hintermännern weiter. Belgische Polizisten haben im Stadtteil Molenbeek in Brüssel zahlreiche Häuser durchsucht - mehrere der Attentäter von Paris sollen hier zuletzt gelebt haben.
Über die Attentäter und mögliche Hintermänner gibt es immer mehr Informationen. Dieses Bild zeigt den belgischen Terroristen Abdelhamid Abaaoud: Er soll Berichten zufolge Drahtzieher der Anschläge von Paris sein. Abaaoud reiste schon Anfang 2013 nach Syrien und stieg in den Reihen des "Islamischen Staates" (IS) auf. Derzeit soll er sich wieder in Syrien aufhalten.
Der 26-jährige Franzose Salah Abdeslam ist derzeit auf der Flucht, nach ihm wird per internationalem Haftbefehl gesucht. Es ist noch nicht erwiesen, ob Salah Abdeslam einer der Attentäter von Paris war. Er hatte aber unter anderem den VW Polo gemietet, mit dem die Todesschützen zur Konzerthalle Bataclan fuhren.
Zum Pariser Stadtbild gehören derzeit bewaffnete Soldaten, wie hier vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem Eiffelturm.
Auch vor dem Triumphbogen ist massive Präsenz von Sicherheitskräften zu beobachten.
Sicherheitskräfte vor dem Louvre: Präsident Hollande hatte nach dem Terror den Ausnahmezustand ausgerufen.
Ein Herz und das Wort "Courage" ("Mut") stehen neben einem Einschussloch auf dem Fenster des Restaurants Casa Nostra in Paris - auch hier haben die Terroristen das Feuer eröffnet.
Im Konzertsaal Bataclan ermordeten die Terroristen die meisten Menschen. Warum ausgerechnet diese Konzerthalle zum Ziel der Angreifer wurde, ist noch nicht ganz geklärt. In dem IS-Bekennerschreiben heißt es zur Begründung, das Konzert sei eine "perverse Feier". Es gibt aber auch Hinweise auf einen antisemitischen Hintergrund.
Die Stadt steht unter Schock: In einigen Cafés in Paris bleiben an diesem Montag alle Stühle leer.