Paul Wolfowitz Ein Falke im Taubenschlag
Kam um den Rücktritt nicht mehr herum: Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz stolperte über die Gehaltserhöhung, die er seiner Freundin Shaha Riza genehmigt hatte.
Von Anfang an war der Weltbankpräsident allerdings umstritten - vor allem, weil er als enger Bush-Vertrauter gilt. Dieser hatte Wolfowitz gegen alle Widerstände als Weltbank-Chef durchgesetzt.
Wolfowitz gilt als einer der Architekten des Irakkriegs - und war damit nicht nur Kriegsgegnern, sondern auch den Weltbank-Mitarbeitern von Anfang an ein Dorn im Auge.
Weltweit belächelt wurde Wolfowitz zuletzt bei einem Türkei-Besuch im Januar. Beim Verlassen einer Moschee fielen Beobachtern und Fotografen die deutlichen Löcher in seinen Socken auf - am zu geringen Gehalt kann es allerdings nicht gelegen haben.
Neben der Gehaltsaffäre hat sich Wolfowitz auch durch einen rigiden Führungsstil im eigenen Haus unbeliebt gemacht. Außerdem fehle ihm eine konkrete Vision und Idee für die Zukunft der Bank, kritisierten die Mitarbeiter.
Ironie der Geschichte ist, dass Wolfowitz sich neben der Hilfe für Afrika besonders dem Kampf gegen Korruption verschrieben hatte - und selbst über eine Gehaltsaffäre stolpert.
Wolfowitz selbst zeigt sich verbittert über seinen unfreiwilligen Rücktritt. Sein Anwalt warf der Bank eine "Verleumdungskampagne" vor, obwohl sein Mandant doch stets "in gutem Glauben" gehandelt habe.