Pechvögel der Popgeschichte Plattencoup - und raus bist du
Kein Zweifel - oder doch: Die Band No Doubt wurde 1986 unter dem Namen Apple Core gegründet. Die beiden ersten Mitglieder waren Gwen Stefani und...
...ihr Bruder: Eric Stefani. Doch erst 1995 sollte die Band mit dem Album "Tragic Kingdom" und besonders den Singles "Just A Girl" und der Ballade "Don't Speak" ihren internationalen Durchbruch schaffen. Ein Jahr zuvor war Eric ausgestiegen.
Er ging, weil er sich nicht zwischen einem Leben als Musiker und einem Job als Zeichner entscheiden konnte. Denn eigentlich hatte er Animation studiert und arbeitete gelegentlich als Zeichner für Cartoon-Serien. Als die Band dann 1994 von ihrem Label den Produzenten Matthew Wilder vorgesetzt bekam, stieg er endgültig aus, weil er keine Lust hatte, die kreative Kontrolle abzugeben.
Stattdessen wurde er Zeichner für "Die Simpsons". Schon ab 1989 und bis 1997 arbeitete er an insgesamt 22 Folgen mit. Seit 2000 macht er auch wieder Musik. Allerdings - ebenso wie seine Schwester - mittlerweile solo. Insgesamt hat er sechs Alben unter seinem Namen veröffentlicht.
Sie tranken viel - er trank viel mehr: Nach zwei Zeitungsannoncen und ein paar Vorspielterminen hatte sich 1981 die Band Metallica formiert. Leadgitarrist wurde...
...nicht Kirk Hammett, den heute viele Metallica-Fans als Gitarrengott anbeten: Es war Dave Mustaine, heute besser bekannt als Kopf der Metal-Combo Megadeth. Der Überlieferung nach holte man ihn wegen seines unglaublich teuren Equipments in die Band. Mustaine blieb jedoch nur knapp zwei Jahre.
Er ging, weil er es immer übertrieb. Im April 1983 war die Band gemeinsam nach New York gefahren, um ihr Debütalbum "Kill 'em All" aufzunehmen - doch schon bald nach der Ankunft wurde Mustaine von den anderen Bandmitgliedern in einen Greyhound-Bus gesetzt. Brian Slagel, der Gründer von Metal Blade Records, erinnert sich: "Dave war unglaublich talentiert, aber er hatte auch ein unglaublich großes Problem mit Alkohol und Drogen. Wenn er betrunken war, verwandelte er sich in einen totalen Irren, einen rasenden Wahnsinnigen. Ich meine, sie haben natürlich alle gesoffen - aber Dave trank viel mehr."
Stattdessen gründete Mustaine noch im Bus zurück nach Los Angeles quasi eine neue Band. Einige Ideen kritzelte er auf eine Muffin-Verpackung. Es waren Zeilen von "Set The World Afire" - ein Song vom dritten Megadeth-Album "So Far, So Good
So What!". Auch auf den Namen seiner neuen Band ist er noch während der Fahrt gekommen - er hatte das Wort auf einem Flugblatt über die Gefahren nuklearer Bewaffnung aufgeschnappt. Auch Mustaines Band Megadeth wurde megaberühmt. Während Metallica allerdings allein in den USA 90 Millionen Tonträger verkauften, brachte es seine Band nur auf schlappe 25 Millionen verkaufte Alben weltweit.
Er fand Malen besser als Bass: Am Anfang ihrer Karriere waren die Fab Four ein Quintett. Das fünfte Mitglied der Beatles...
...war: Stuart Sutcliffe. Er spielte von Mai 1960 bis zum Juli 1961 den Bass. Das Instrument kaufte Sutcliffe sich von dem Geld, das er bei einem Kunstwettbewerb gewonnen hatte. Bei den gemeinsamen Konzerten in Hamburg flippten alle Mädchen aus, wenn er bei "Love Me Tender" das Mikrofon übernahm.
Er ging, weil ein Künstlerfreund ihm sagte, dass er ein besserer Maler als Bassist sei. Seine damalige Freundin, die Hamburger Fotografin Astrid Kirchherr, bestärkte ihn bei dem Entschluss. So verließ er im Juli 1961 die Beatles.
Stattdessen überließ er seinen Bass Paul McCartney (der ihn spielte, bis er sich einen speziell für ihn angefertigten Linkshänderbass leisten konnte) und begann ein Studium an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Doch schon kurze Zeit später begann er, unter heftigen Kopfschmerzanfällen zu leiden, manche so stark, dass er kurzzeitig erblindete. Nachdem er mehrere Ärzte in Hamburg aufgesucht hatte, fuhr er sogar zu einem Spezialisten in England. Niemand konnte etwas feststellen. Am 10. April 1962 dann brach Sutcliffe erneut zusammen - und starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus an einem Blutgerinnsel im Gehirn. Der fünfte Beatle wurde nur 22 Jahre alt.
Gott statt Geld: Millionen von Fans weinten, als Robbie Williams 1995 bei Take That ausstieg. Das Ausscheiden eines Mitglieds der Backstreet Boys hingegen...
...bekam niemand mit: Sein Name war Burk Parsons (links) und er war einer der Jungs, die Anfang der Neunziger für die Boygroup gecastet wurden. Doch bevor es richtig losging, erklärte der Teenager dem Bandmanager Lou Pearliman, dass er austeigt.
Er ging, weil er erkannte, "dass Gott andere Pläne für mich hatte".
Stattdessen wurde er Geistlicher in einer Baptistengemeinde. Doch nicht bevor er 1995 ein weiteres Angebot von Pearliman ablehnte: Der Manager hatte angerufen, um ihn zu fragen, ob er bei Nsync mitmachen wolle.
Ein Tritt in den großen Hintern: Im November 1973 gründeten die Brüder Malcolm und Angus Young die Band AC/DC. Die meisten Fans halten Bon Scott für den ersten Frontman der Hardrocker, in Wahrheit war es...
...aber: Dave Evans. Er blieb allerdings nicht einmal ein Jahr bei der Band und nahm nur eine Single mit AC/DC auf.
Er ging, weil er mit dem Band-Manager und Angus Young über Kreuz lag. Malcolm Young, ebenfalls Gründungsmitglied, erzählt die Geschichte von Evans' Rauswurf so: "Dave fand Angus und seine Schuluniform albern - dabei war vor allem er lächerlich! Auf der Bühne hatten wir immer seinen großen Hintern in diesen hautengen Hosen vor der Nase, und das hat uns echt irritiert. Irgendwann reichte es uns. Angus hat ihn bei einem Auftritt von der Bühne getreten - damit hatte sich das Thema für uns erledigt."
Stattdessen spielte er in den vergangenen Jahrzehnten in einigen mäßig erfolgreichen Rockgruppen mit Namen wie Rabbit, Dave Evans & The Hot Cockerels und Thunder Down Under. 2004 dann erschien sein Soloalbum "Sinner", auf dem er und seine Band versuchen, möglichst wie AC/DC zu klingen. Das Cover zierte ein fetter, gelber Aufkleber mit dem Hinweis "Founding Member of AC/DC and original Lead Singer".
Boys mit einem Girl an Bord: Heute sind die Beastie Boys (hier 1987 auf einem Foto mit Run DMC) eine der bekanntesten HipHop-Combos der Welt. Als sie sich 1981 gründeten - rappten sie nicht, sondern spielten Hardcore Punk. Und die biestigen Jungs hatten...
...eine Frau in der Band: Kate Schellenbach (rechts) drosch bei den oft nur eine Minute langen frühen Punkkompositionen der Band die Trommeln. Zusammen nahmen sie einige EPs auf, die später unter dem Namen "Some Old Bullshit" veröffentlicht wurden.
Sie ging, weil sie mit HipHop nichts anfangen konnte. Denn schon auf ihrer 1983 erschienenen Single "Cooky Puss" liebäugelten die anderen Mitglieder der Band mit der Musikrichtung. Als die Beastie Boys schließlich von Rick Rubin und seinem Label Def Jam unter Vertrag genommen wurden, schafften sie den Durchbruch mit ihrem Debüt "Licensed To Ill" als HipHop-Kombo - ohne Schellenbach.
Stattdessen wurde Schellenbach Drummerin der Rockgruppe Lusciuos Jackson und spielte bei der New Yorker Mädchen-Punk-Band Lunachicks. Heute arbeitet sie als Produzentin der Fernsehtalkshow "The Ellen DeGeneres Show".
Überdosis Erfolg: Drei Jahre zuvor hatte er Pink Floyd mitgegründet, seitdem die meisten Songs geschrieben und sich sogar den Bandnamen ausgedacht. Doch an diesem Abend stimmte etwas nicht mit ihm. Der Auftritt im Londoner Nachtclub "Ufo" im Frühling 1967 war der Anfang vom Ende für...
...den Kopf der Band: Syd Barrett (Zweiter von rechts) "kam auf die Bühne, fing an zu spielen", erinnert sich der Clubbesitzer und Musikproduzent Joe Boyd, "dann ließ er plötzlich nur noch seine Arme schlaff herunterhängen und die Gitarre um seinen Hals baumeln."
Er ging, weil ihm der zunehmende Erfolg der Band zu schaffen machte. Nach Erscheinen des Debütalbums "The Piper At The Gates Of Dawn" wurde er psychisch krank. Exzessiver LSD-Konsum verschlimmerte seinen Zustand, immer häufiger hatte er bei Auftritten Aussetzer - wenn er überhaupt auftauchte. Am 6. April 1968 dann ersetzte ihn die Band offiziell durch David Gilmour. Auf dem zweiten Pink-Floyd-Album "A Saucerful Of Secrets" von 1968 findet sich deswegen auch nur noch eine Komposition von Barrett.
Stattdessen mied er fortan die Öffentlichkeit. 1970 erschienen noch zwei Soloalben "The Madcap Laughs" und "Barrett". Die meisten der darauf enthaltenen Songs hatte er schon während seiner Pink-Floyd-Zeit geschrieben. 1978 dann zog er zu seiner Mutter, wo er bis zu seinem Tod am 7. Juli 2006 dem Malen großformatiger, abstrakter Gemälde und dem Gärtnern nachging. Barrett starb im Alter von 60 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Der verlorene Stone: Als 1962 die legendäre Rockgruppe The Rolling Stones gegründet wurde, waren ihr späterer Bassist Bill Wyman und Gitarrist Ronnie Wood noch nicht mit von der Partie. Dafür aber ein...
...Pianist. Sein Name: Ian Stewart. Doch schon ein Jahr später, noch vor der Aufnahme des Debütalbums "The Rolling Stones", durfte Stewart nicht mehr mit Jagger, Richards und Co. auf der Bühne stehen.
Er ging, weil der Bandmanager Andrew Oldham beschlossen hatte, Stewart sei einfach nicht gutaussehend genug für das Image der hübschen jungen Männer, mit dem er die Stones vermarkten wollte, und degradierte ihn zum Tourmanager. Keith Richards erinnerte sich 2003 an sein Erstaunen, dass Stewart diese Erniedrigung über sich ergehen ließ: "Ich hätte wahrscheinlich einfach gesagt: 'Ach, leck mich', aber er sagte 'OK, dann fahr ich euch eben nur rum.' Dazu braucht man ein großes Herz."
Stattdessen hielt Stewart den Rolling Stones als Tourmanager bis zu seinem Tod die Treue. Statt auf der Bühne zu stehen, trug er nun die Instrumente auf die Bühne, baute Charlie Watts' Schlagzeug auf oder zog neue Saiten auf die Gitarren. Außerdem spielte er viele Jahre für Stones-Alben Klavier und Keyboards im Studio ein. Vor allem aber schätzten ihn seine ehemaligen Bandmitglieder als Kritiker. Nach Stewarts plötzlichem Tod durch Herzinfarkt am 12. Dezember 1985 erklärte Mick Jagger laut "Independent": "Stu war der eine Kerl, dem wir gefallen wollten, wenn wir ein neues Lied schrieben oder probten."
Glücklich getrennt: Mit mehr als hundert Millionen verkauften Alben und Singles sollte die britische Gruppe Depeche Mode als erfolgreichste elektronische Popband in die Musikgeschichte eingehen. Und doch stieg eines der Bandmitglieder Ende 1981, kurz nach Veröffentlichung des Debütalbums "Speak & Spell" und gerade mal ein Jahr nach der Bandgründung, aus der aufstrebenden Gruppe...
...wieder aus. Sein Name: Vince Clarke (links). Dabei war er bis dahin nicht nur Keyboarder, sondern sogar Songschreiber der Band.
Er ging, weil er nicht einverstanden war mit der musikalischen Entwicklung hin zu einer eher düsteren Klangästhetik war und es immer stärkere Spannungen innerhalb der vom plötzlichen Ruhm überwältigten Band gab. Im Interview mit dem Musiksender VH1 erklärte er "Jeder in der Band, einschließlich mir, glaubte, der Grund für unseren Erfolg läge allein bei ihm. Ich glaube, wir waren nicht wirklich erwachsen genug, um mit der Situation umgehen zu können."
Stattdessen gründete Clarke eine Reihe eigener Bands, die mit seinen Kompositionen beachtlichen Erfolg hatten: So kletterte die Gruppe Yazoo, die er direkt nach seinem Depeche-Mode-Ausstieg gemeinsam mit der Sängerin Alison Moyet gründete, mit der Debütsingle "Only You" bis auf Platz zwei der britischen Charts. Vor allem aber war es die Band Erasure, die Clarke 1985 mit dem Sänger Andy Bell gründete, die ihn mit Hits wie "Oh L'amour" von 1986 und der Abba-Coverversion "Take a Chance on Me" von 1992 zum Popstar machte.
Die Gun in Guns N'Roses: 1985 taten sich zwei Bands zu einer zusammen. Sie hießen Hollywood Rose und L.A. Guns - zusammen nannten sie sich Guns N'Roses. Axl Rose von Hollywood Rose wurde der Sänger - die L.A. Guns stellten...
...den Lead-Gitarristen: Tracii Guns. Doch er blieb nur für ein paar Auftritte in der Band.
Er ging, weil er eh fast nie bei den Proben auftauchte.
Stattdessen gründete er die Bands Contraband und Brides Of Destruction. Beide hatten keinen besonderen Erfolg. Etwas besser lief es dagegen mit den L.A.Guns, die er insgesamt dreimal wieder zusammenführte und neun Alben aufnahm. In dieser Zeit hatte die Band sieben verschiedene Gitarristen, sieben Bassisten, vier Schlagzeuger und acht verschiedene Sänger. Kontakt zu Axl Rose hatte er zuletzt über MySpace, wie er im September 2010 in einem Interview sagte. Dort habe Rose erst vor kurzem ein paar wirklich gemeine Dinge über ihn geschrieben.
Was gegen Mathew? Und raus bist du!: Die beiden besten Freundinnen waren gerade neun Jahre alt, als sie gemeinsam eine Band gründeten. Diese hieß damals noch nicht Destiny's Child, sondern Girl's Tyme. Es waren Beyoncé Knowles und...
...ihre Freundin: LaTavia Roberson (rechts). Die beiden bildeten bald mit Kelly Rowland und LeToya Luckett (links) ein Quartett. 1999 wurde ihr zweites Album "The Writings On The Wall" zu einem Mega-Erfolg. Doch Roberson und Luckett sollten eine böse Überraschung erleben, als sie das Video zu der dritten Single "Say My Name" sahen. Statt ihnen sangen und tanzten plötzlich zwei andere Mädchen.
Sie gingen, weil sie versucht hatten, Mathew Knowles zu stürzen. Sie fanden, dass der Manager und Vater von Beyoncé seine Tochter und Kelly Rowland bevorzugte und glaubten außerdem, dass er zu viel Geld für sich abzweigte. Sie verlangten einen anderen Manager - und wurden kommentarlos ersetzt.
Stattdessen begann ein schmutziger Gerichtsstreit, bei dem die Parteien über Monate jede Gelegenheit nutzten, sich in der Öffentlichkeit mit Dreck zu bewerfen. 2003 versuchten Roberson und Luckett zusammen, ein neues Projekt unter dem Namen Anjel zu starten - die 22 Demosongs wurden nie veröffentlicht. Danach widmeten sich die beiden mit mäßigem Erfolg ihren Soloprojekten.
Er war Best, doch Starr war besser: Nur sieben Wochen, bevor die erste Single der Beatles "Love Me Do" erschienen war und den Startschuss für die Karriere der Fab Four geben sollte, rief der Bandmanager Brian Epstein einen der Beatles zu sich. Es war...
...Pete Best (links): Pete Best? Genau! Er spielte vor Ringo Starr zwei Jahre lang das Schlagzeug. Doch Epstein hatte schlechte Nachrichten für Best.
Er ging, weil er schlichtweg rausgeschmissen wurde. "Es kam aus heiterem Himmel", erinnert sich Best später. Epstein habe nur gesagt: "Die Jungs wollen dich nicht mehr in der Band haben." Bis heute kursieren unterschiedliche Begründungen für den Rauswurf:
1. Zu schlecht. Zumindest sah das Produzent George Martin so. Auch Paul McCartney bestätigte später in einem Interview, Bests musikalische Fähigkeiten seien "ein wenig begrenzt" gewesen.
2. Zu eigenbrötlerisch. Die anderen drei Beatles zogen während ihrer Zeit in Hamburg fast immer zusammen um die Häuser. Pete Best verbrachte seine Freizeit lieber allein.
3. Zu beliebt. Oft genug soll es passiert sein, dass der gutaussehende Best nach dem Konzert von Mädchen umringt gewesen sei, während den anderen Beatles kaum Beachtung geschenkt wurde.
Doch warum auch immer die Beatles ihn rauswarfen. Sie haben nie mit ihm darüber gesprochen oder sich entschuldigt. Selbst dann nicht, als er mit seiner nächsten Band Lee Curtis And The Allstars einige Male als Vorband der Pilzköpfe auftrat.
Stattdessen geriet Best mit zunehmendem Erfolg der Beatles in eine schwere Depression, die in einem Selbstmordversuch ihren Höhepunkt fand. Doch Best fing sich - und zog sich aus dem Musikgeschäft zurück. Er begann für acht Pfund Wochenlohn Backwaren für eine Großbäckerei zu verladen, später wurde er Verwaltungsbeamter beim Arbeitsamt in Liverpool. Immer wieder versuchte der Ex-Beatle aber, auch Kapital aus seiner Vergangenheit zu schlagen. So brachte er unter anderem ein Album mit dem irreführenden Titel "Best Of The Beatles" heraus, fungierte als Berater bei dem Fernsehfilm "The Birth Of The Beatles" und veröffentlichte seine Memoiren unter dem Titel "Beatle! The Pete Best Story". Alles ohne großen Erfolg.
Ins Nirwana geschickt: 1989 veröffentlichte Nirvana ihr Debüt "Bleach". Allerdings saß damals noch nicht ihr späterer Drummer Dave Grohl am Schlagzeug,...
...sondern: Chad Channing (Zweiter von rechts), der letzte in einer langen Reihe von eingestiegenen und schnell wieder rausgeworfenen Trommlern. Bevor Nirvana 1991 mit "Nevermind" den Durchbruch schaffen und die Grunge-Welle lostreten sollten, hatte er die Band auch schon wieder verlassen.
Er ging, weil Sänger Kurt Cobain und Bassist Krist Novoselic mit seinem Schlagzeugspiel nicht mehr zufrieden waren. Für ihr zweites Album wollten sie kraftvolle und filigranere Sounds abwechseln, fanden die Spielweise ihres Schlagzeugers dafür aber nicht abwechslungsreich genug. Zugleich war Channing frustriert, dass er nicht stärker in das Songwriting einbezogen wurde. Und so trennten sich Channing und die Band einvernehmlich nach den ersten Aufnahmesessions für "Nevermind". Dave Grohl wurde der neue Schlagzeuger. Von den frühen Aufnahmesitzungen mit Channing schaffte es nur das Lied "Polly" bis auf das Erfolgsalbum "Nevermind". Dennoch wurde Channing im Booklet nicht namentlich erwähnt.
Stattdessen spielte er als Schlagzeuger in verschiedenen kleinen Bands wie den Fire Ants oder The Methodists und seit 2006 auch als Bassist und Sänger der Gruppe Before Cars. Doch keines seiner Projekte konnte mit dem Erfolg von Nirvana auch nur annähernd gleichziehen.
Aushilfspunk hinter den Kulissen: 1975 wurden in London die Sex Pistols gegründet. Mit ihren aggressiven Songs und nicht selten im Chaos endenden Auftritten wurden Sänger Johnny Rotten, Gitarrist Steve Jones, Schlagzeuger Paul Cook und Bassist Sid Vicious (Dritter von links) in den kommenden Jahren zu den Urvätern der Punk-Bewegung. Allerdings war in der Gründungsbesetzung noch gar nicht Vicious am Bass, sondern...
...ein 19-Jähriger: Sein Name war Glen Matlock (Zweiter von links) und der griff für die Sex Pistols nicht nur in die Saiten, sondern schrieb auch einen Großteil ihrer Musik. Dennoch wurde er 1977 aus der Band geworfen und durch Sid Vicious ersetzt.
Er ging, weil er ein Fan der Beatles war und seine Bandmitglieder das einfach nicht ertragen konnten. So lautet zumindest ein hartnäckiges Gerücht. Tatsächlich verließ Matlock die Band, weil er sich nicht mit Jonny Rotten verstand.
Stattdessen gründete Matlock noch im Jahr seines Rauswurfs die Pop-Band The Rich Kids zusammen mit Sänger Midge Ure, der in den Achtzigern als Frontmann der New-Wave-Gruppe Ultravox berühmt werden sollte. Erst Jahre später verriet Sänger Johnny Rotten, Matlock habe hinter den Kulissen doch weiter für die Sex Pistols gearbeitet - unter anderem als Studiomusiker auf dem Album "Never Mind the Bollocks, Here's The Sex Pistols".
Alternativen zum Alternative-Rock: Mit ihrem am 27. August 1991 veröffentlichten Debüt "Ten", das bis heute ihr erfolgreichstes Album blieb und sich bis rund zehn Millionen Mal verkaufte, wurde Pearl Jam zu einer der Vorreiterbands der amerikanischen Grunge-Welle der Neunziger. Doch ein Musiker verließ kurz vor Veröffentlichung der bahnbrechenden Platte die Band. Es war
...der Schlagzeuger: Matt Chamberlain (am Schlagzeug) hatte während der Tour vor der Veröffentlichung des Erfolgsalbums "Ten" für Pearl Jam getrommelt und ging - obwohl die Band ihn behalten wollte.
Er ging, weil er nach dem Auseinanderbrechen seiner vorangegangenen Band Edie Brickell & New Bohemians eine Auszeit vom ständigen Touren brauchte, wie er der "Seattle Times" erklärte: "Ich war gerade vier Jahre ununterbrochen auf Tournee gewesen - ich konnte mir nicht vorstellen, das wieder zu tun.
Stattdessen nahm er noch 1991 ein Angebot bei der Hausband der amerikanischen Fernsehshow "Saturday Night Live" an und verdiente sein Geld damit, Jingles zwischen den Sketchen von Stand-up-Comedians wie Steve Martin und Mike Myers zu spielen. Mittlerweile gehört Chamberlain zu den gefragtesten Session-Schlagzeugern der Welt. Er spielte auf mehr als 200 Alben mit Chartstürmern wie Robbie Williams und Shakira, Pop-Granden wie David Bowie oder Elvis Costello und Jazzgrößen wie Brad Mehldau oder Bill Frisell.
Der 1000-Pfund-Vorfall: 1995 lieferte die britische Band Oasis mit "Wonderwall" eine unsterbliche Rockhymne ab - das Album "(What's The Story) Morning Glory?" wurde zum meistverkauften Album der Dekade in Großbritannien. Eines der Bandmitglieder erlebte diesen Durchbruch in den Musikolymp allerdings nicht mehr mit. Es war...
...der erste Drummer der Band: Tony McCarroll (Dritter von links). Im Gegensatz zu den streitlustigen Gallagher-Brüdern war er eines der Gründungsmitglieder der Band.
Er ging, weil er sich mit Noel Gallagher in die Haare bekam. Die am besten überlieferte Auseinandersetzung zwischen den beiden ist der sogenannte 1000-Pfund-Vorfall. Vor den Aufnahmen zu ihrem Debüt "Definitely Maybe" hatte die Band von ihrem Label eben diese Summe erhalten, um ihre Instrumente auf Vordermann zu bringen. McCarroll hätte dringend neue Felle für sein Schlagzeug gebraucht - aber Noel nahm die gesamte Kohle und kaufte sich eine neue Gitarre. McCarroll war sauer, Noel quittierte die schlechte Stimmung, indem er in Interviews absichtlich den Namen seines Drummers vergaß. Anfang 1995 dann soll es eine Schlägerei zwischen McCarroll und Liam Gallagher gegeben haben. Im April wurde schließlich McCarrolls Rauswurf verkündet.
Stattdessen unternahm McCarroll eine mehrjährige Weltreise - und schmiedete offenbar Pläne, wie er ein Stück vom großen Oasis-Kuchen abbekommen könnte. 1999 verklagte er Oasis auf 18 Millionen Pfund Abfindung. Er erhielt 600.000, von denen rund die Hälfte sofort an seinen Anwalt gingen, gab dafür aber alle Rechte an den mit ihm eingespielten Songs ab. Die britische Presse nannte ihn daraufhin den dümmsten Mann im Showgeschäft, denn die Rechte seien wie "ein Lottoschein, mit dem man jedes Jahr gewinnt" gewesen. Absurderweise bot McCarroll sich noch im selben Jahr als Ersatz für den Bassisten Paul McGuigan an, der Oasis verließ - und kassierte eine Absage. All dies trägt der Ex-Drummer den Gebrüdern Gallagher offenbar bis heute nach. In diesem Herbst erscheint seine Autobiografie. Ihr Titel: "Oasis: The Truth. The Noel Truth Is Nothing Like The Truth".
Einschlafen, rausfliegen: 1992 erschien das Album "Angel Dust" und machte Faith No More zu einer der großen Indierockbands der neunziger Jahre - und Frontmann Mike Patton zum Vorbild in Tausenden Proberäumen. Dabei hatte die Band schon in den Achtzigern drei Alben aufgenommen, zwei davon sogar mit einem anderen...
...Sänger: Er hieß Chuck Mosley, und begleitete Faith No More von 1985 bis 1988. Der Sänger mit Leierstimme und wippender Dread-Mähne ersetzte Kurt Cobains Frau Courtney Love, die den Posten nur kurz innehatte, und sang auf den ersten beiden Alben "We Care A Lot" und "Introduce Yourself".
Er ging, weil der Rest der Band ihn für unzuverlässig hielt. Der Legende nach hatten die anderen endgültig genug, als er auf dem Release-Konzert zum zweiten Album auf der Bühne einschlief. Es gab außerdem Gerüchte, dass Mosley drogenabhängig sei.
Stattdessen sang er für zwei Jahre bei den Bad Brains, um danach Cement zu gründen, mit denen er zwei Alben aufnahm, bevor er sich 1996 bei einem schweren Unfall mit dem Tourbus den Rücken brach. Erst in diesem Jahr ist er aus der Versenkung wieder aufgetaucht: zum einen mit dem Album "Will Rap Over Hard Rock For Food" - und als Überraschungsgast bei der Reunion-Tour von Faith No More. Mit ihnen sang er Hits wie "Mark Bowen" und "We Care A Lot" und rappte im Duett mit Mike Patton den Song "Introduce Yourself".
Wiedervereint nach 34 Jahren: Als eine Gruppe junger Männer namens The Beach Boys am 16. Juli 1962 einen Plattenvertrag bei dem Label Capitol Records unterzeichnete und sich daran machte, mit ihrem Surf-Sound Popgeschichte zu schreiben, gehörten zu der Band nicht nur die spätere Kerngruppe um Mastermind Brian Wilson, seine Brüder Dennis und Carl sowie ihren Cousin Mike Love, sondern auch ein Freund...
...von Carl. Er hieß: David Marks (Zweiter von links) und sang nicht nur, sondern spielte auch E-Gitarre. Mit seinem Spiel verlieh er dem Sound der Gruppe einen neuen, moderneren Anstrich. Er blieb jedoch nur ein Jahr.
Er ging, weil die Eltern des gerade mal 15-jährigen David sich mit dem Vater der Wilson-Brüder, dem cholerischen und tyrannischen Murry Wilson, der zugleich als Manager fungierte, wegen eines Streits über finanzielle Angelegenheiten überwarfen. Und obwohl er in engem, persönlichem Kontakt zu den Bandmitgliedern blieb, verpasste er so den unfassbaren Erfolg, den die Beach Boys mit Alben wie "Pet Sounds" von 1966 feierten.
Stattdessen gründete er The Marksmen, eine der ersten Gruppen, die bei dem renommierten Label A&M unter Vertrag genommen wurden. Angeblich soll der immer noch aufgebrachte Murry Wilson Gerüchten zufolge Radio-DJs bedroht haben, um sie davon abzuhalten, Marksmen-Songs zu spielen - was den Durchbruch für Marks wohl erschwerte. 1971 erhielt Marks schließlich ein Angebot von Mike Love, wieder bei den Beach Boys einzusteigen. Er lehnte ab. Am Ende kehrte Marks 1997 wieder zu den Beach Boys zurück - er sprang für den an Krebs erkrankten Carl Wilson ein, der nicht länger mit der Gruppe touren konnte.