Peschmerga-Training der Bundeswehr Getarnt durch die Lüneburger Heide
In der Lüneburger Heide bildet die Bundeswehr kurdische Kämpfer aus. Nach dem Training sollen sie in der Lage sein, besser Informationen über den Gegner zu gewinnen und für weitere militärische Operationen auszuwerten.
Tarnung ist wichtig. Auf dem Truppenübungsplatz in Munster trainieren die Peschmerga, sich unauffällig im Gelände zu bewegen und Verstecke zu bauen.
Tarnschminke im Gesicht und das Sturmgewehr quer vor sich haltend kriechen die Kurden langsam über den moosigen Untergrund, den sie so aus ihrer Heimat nicht kennen.
Gut 100.000 Kämpfer hat die Peschmerga-Armee, die der Kurdenregierung im Nordirak untersteht. Die Truppe gilt als hoch motiviert und als eine der kampfstärksten Einheiten im Land.
Doch die Peschmerga sind noch immer eher eine Miliz als eine fest strukturierte Armee. Es mangelt ihnen nicht nur an Hightech-Waffen, sondern auch an Wissen. Hier setzt die Bundeswehr an.
Zwei Wochen dauert der Lehrgang, im Irak sollen die Offiziere ihr Wissen dann selbst als Ausbilder weitergeben.
Die Peschmerga-Kämpfer tarnen sich für die Übungen im Wald.
Die Ziele der Peschmerga-Kämpfer gelten als moderat, deswegen erhalten sie von westlichen Staaten größere Unterstützung als andere Gruppen im Syrien-Konflikt.
"Sie sind hochmotiviert", sagt ein deutscher Ausbilder über die kurdischen Kämpfer in Munster. "Man merkt, dass sie den Willen haben, so viel Wissen wie möglich aufzusaugen."
Die Peschmerga waren vor allem bekannt als Widerstandskämpfer in den Bergen, wandelten sich aber seit dem IS-Vormarsch mehr und mehr in reguläre Streitkräfte der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak.
Seit Mitte 2014 erhalten die Peschmerga Waffen aus Deutschland, Frankreich oder Großbritannien.