"Philae" Aufwachen zur Kometenlandung
"Rosetta" (künstlerische Darstellung): Im August dieses Jahres soll die Esa-Sonde in einen Orbit um ihr Ziel einschwenken, den 1969 entdeckten Kometen Tschurjumow-Gerasimenko. Im November soll dann der Lander "Philae" dort aufsetzen.
Suchbild mit Komet: Die Bilder des Kamerasystems an Bord von "Rosetta" wurden aus einer Entfernung von etwa fünf Millionen Kilometern vom Kometen aufgenommen. Das Farbkomposit links zeigt im Hintergrund Wasserstoffgas und Staubwolken im Sternbild Ophiuchus. Der Ausschnitt rechts ist vergrößert, der Komet liegt irgendwo am rechten Bildrand.
"Philae" (künstlerische Darstellung): Das Risiko ist durchaus real, dass der Lander zu schnell auf die Oberfläche rumst - und trotz Sicherung erst einmal wieder ins All abprallt. Geht aber alles glatt, dann soll "Philae" den Kern von Tschurjumow-Gerasimenko unter die Lupe nehmen. Irgendwas zwischen zweieinhalb Tagen und sechs Monaten lang, je nachdem wie lange das Maschinchen durchhält.
"Rosetta" im Orbit, "Philae" auf Tschurjumow-Gerasimenko (künstlerische Darstellung): Insgesamt 21 Instrumente auf "Rosetta" und "Philae" sollen den rund vier Kilometer großen Kometen ausspähen. Es geht um fundamentale Fragen, die nicht nur für eine Handvoll Wissenschaftler interessant sind: Wer einen Kometen untersucht, blickt schließlich auf Material vom Anfang des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren.
"Philae" im Inneren von "Rosetta" (künstlerische Darstellung): "Rosetta" erinnert an den Stein, der dem französischen Ägyptologen Jean-François Champollion einst bei der Decodierung der bis dahin so rätselhaften Hieroglyphen half. Und "Philae" erinnert an einen Obelisken, der - gefunden auf einer Insel im Nil - dabei ebenfalls nützlich war.
Start von "Rosetta" (am 2. März 2004 mit einer "Ariane"-Rakete): Eigentlich sollte "Rosetta" zum Kometen Wirtanen fliegen. Dass es dazu aber nicht kam, hat mit "Ariane" zu tun. Die musste nach einem missglückten Start im Dezember 2002 im Flug gesprengt werden. Bis Experten das Problem gefunden hatten, ließ sich Wirtanen mit der Kraft der Rakete nicht mehr erreichen. Der Start wurde um mehr als ein Jahr verschoben.
Asteroid Steins, von "Rosetta" aufgenommen: Auf ihrem Weg zu ihrem Ziel ist die Sonde inzwischen an zwei Asteroiden vorbeigeflogen: Steins (im September 2008) und...
...Lutetia (im Juli 2010). Der unscheinbare Brocken hat eine ungewöhnlich hohe Dichte. Möglicherweise, so lautet das Fazit mehrerer Forscherteams, hätte aus Lutetia ein Planet werden können - dessen Entwicklung wurde allerdings jäh unterbrochen.
Lutetia im Vordergrund, Saturn im Hintergrund: Einige Bereiche der Oberfläche des Asteroid datierten Forscher auf ein Alter von etwa 3,6 Milliarden Jahren. Sie gehören damit zu den ältesten Oberflächen unseres Sonnensystems.
So sah "Rosetta" die Erde im November 2009: Insgesamt dreimal ist die Sonde an ihrem Heimatplaneten vorbeigeflogen, um sich für die Reise zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko Schwung zu holen.
Vorbeiflug an der Erde im März 2005: Bei diesem Manöver, etwa 2000 Kilometer über dem Pazifik, konnte die Sonde den Mondaufgang beobachten.
Bei einem anderen Vorbeiflug im Jahr 2007 wurde die Sonde kurze Zeit sogar vom Minor Planet Center für einen Asteroiden auf Crashkurs mit der Erde gehalten. Mehrere Teleskope hatten den 20 Meter messenden kosmischen Geisterfahrer angeblich gesichtet. Doch schnell wurde klar: Die Astronomen hatten "Rosetta" beobachtet. Dieses Erdfoto der Sonde stammt von 2005.
Mars-Aufnahme von "Rosetta": (im Februar 2007): Mit Hilfe des Roten Planeten korrigierte die Sonde nochmals ihre Bahn. Das Manöver hätte leicht schiefgehen können, auch weil die Solarzellen für 15 Minuten im Schatten lagen und keinen Strom produzieren konnten. Doch die Esa hatte Glück, alles ging glatt.
Selfie über dem Roten Planeten: Für dieses Foto - etwa 1000 Kilometer über der Marsoberfläche - lichtete sich "Rosetta" selbst ab.