Philipp Lahm Der Musterknabe
Kapitän Philipp Lahm hat fünf Tage nach dem WM-Triumph von Brasilien völlig überraschend seinen Rücktritt aus der deutschen Fußballnationalmannschaft erklärt.
Lahm beim Empfang der Weltmeister in München: Der Verein geht vor, hier spielt der Weltmeister-Kapitän weiter.
Und das auf dem Höhepunkt seines Schaffens: Lahm reckt den Weltmeisterpokal in die Höhe. Es soll sein erster und letzter Titel mit der DFB-Auswahl bleiben.
Der Bundestrainer und sein Kapitän: Philipp Lahm gehört in der Nationalmannschaft zu den engsten Vertrauten von Coach Joachim Löw. Seit vier Jahren ist der Bayern-Profi Spielführer der DFB-Elf, für die er 2004 debütierte.
2004 begann die Karriere von Lahm im Nationaldress. Als damals 20-Jähriger nahm er bereits an der Europameisterschaft 2004 teil. Im Vorrundenspiel gegen Lettland reichte es allerdings nur zu einem 0:0, die DFB-Elf schied früh aus.
Sein Stern geht bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land auf. Beim Eröffnungspiel gegen Costa Rica gelingt dem damals noch linken Außenverteidiger ein sensationeller Treffer, als er seinen Gegenspieler umkurvt und mit seinem starken rechten Fuß den Ball ins lange Eck schlenzt.
Bei der WM 2010 führt Lahm eine junge deutsche Mannschaft als Kapitän an, er übernimmt die Binde von dem verletzten Michael Ballack. Das Team von Joachim Löw spielt einen berauschenden Offensivfußball, doch auch dieses Mal reicht es nicht zum Titel.
Im Halbfinale ist mal wieder Spanien Endstation. Die deutsche Elf verliert durch einen Kopfballtreffer von Abwehrspieler Carles Puyol. Philipp Lahm gratuliert seinem Gegenspieler Sergio Busquets vom FC Barcelona zum Finaleinzug fair.
Und auch bei der Europameisterschaft 2012 zerplatzt der Traum von Philipp Lahm, den ersten großen Titel im Nationaldress zu holen. Italiens Stürmer Mario Balotelli kommt der deutschen Auswahl zuvor, erzielt im Halbfinale zwei Treffer. Philipp Lahm kommt zu spät.
Bei der WM 2014 gelingt Lahm nun endlich der lang ersehnte Gewinn bei einem großen Turnier. Er stand im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Zunächst spielte er im defensiven Mittelfeld, wurde im Achtelfinale gegen Algerien aber wieder auf seiner angestammten Position als rechter Verteidiger eingesetzt.