Philippinen Das Regime der korrupten Generäle
Ermittler am Tatort: Auf einem Friedhof in einem Vorort Manilas nahm sich General Angelo Reyes das Leben. Er gehörte zu den wichtigsten Militärs im Land, und brachte es im Laufe seiner Bilderbuchkarriere sogar zum...
...Verteidigungsminister. Doch Ruhm und Ehre waren dem General nicht genug. Er soll während seiner kurzen Zeit als Armeechef Millionen kassiert haben - Bestechungsgelder, Sonderzuwendungen, Abfindungen. Als der Skandal publik wurde, nahm er sich das Leben.
Vertrauter der Präsidentin: General Reyes fungierte zeitweise sogar als persönlicher Berater der früheren Präsidentin Gloria Arroyo. Auf dem Foto aus dem Jahr 2003 inspizieren sie zusammen Waffen, die bei der Razzia in einem Islamisten-Camp beschlagnahmt wurden.
Er will gründlich aufräumen: Der amtierende Präsident der Philippinen, Benigno Aquino III, hat der Korruption den Kampf angesagt. Gleich nach seinem Wahlsieg im vergangenen Jahr...
...setzte er als erste Amtshandlung eine Anti-Korruptions-Kommission ein, berief den für seine Unabhängigkeit bekannten früheren Chef des Obersten Gerichtshofes, Hilario Davide, an deren Spitze. Der Präsident gab dem Richter bis 2012 Zeit, um korrupte Staatsdiener vor Gericht zu bringen.
Gekaufter Rückhalt: Um sich der Unterstützung des Militärs zu versichern, soll sich Ex-Präsidentin Gloria Arroyo spendabel gezeigt haben. Je höher der Rang, desto höher die Bestechungssummen.
Er klagte an: Oberst George Rabusa, zeitweise Mitarbeiter von General Reyes im Rechnungsprüfungsamt, erhob vor dem Senatsausschuss scharfe Vorwürfe gegen frühere Offiziers-Kameraden in den oberen Rängen der Armee.
Vater der Vetternwirtschaft: Diktator Ferdinand Marcos krempelte die Philippinen nach seinen Vorstellungen um. Wichtige Positionen in Politik und Wirtschaft besetzte er mit Mitgliederen seiner Familie und seinen Freunden. Loyalität sicherte er sich durch großzügige Geschenke.