Pillenpreise Big Pharma riskiert den Eklat
Eklat um den Pillenpreis: Hersteller und Krankenkassen streiten um die Auslegung der Arzneimittereform. Für den Fall, dass sich die Hersteller der Auffassung seitens des Gesundheitsministeriums widersetzen, drohen Politiker mit "deutlichen Folgen".
So entsteht der Pillenpreis: Die Handelskette vom Hersteller bis zum Patienten beinhaltet zahlreiche Fallstricke.
Die Informationsstelle für Arzneispezialitäten (Ifa) sammelt die Preisangaben - nach den Werten auf diesem Formular richtet sich dann der gesamte Markt.
Erleichtert die Rechtsfindung: Die entsprechende Passage zum "Erstattungsbetrag" im Sozialgesetzbuch (Screenshot).
Unzählige Faktoren beeinflussen, wie viel ein Medikament kostet, das ein Apotheker abgibt. Am Beginn steht der Preis des Herstellers, dazu addieren sich Kosten des Großhandels und der Apotheken, zum Schluss kommt der Mehrwertsteuersatz hinzu.
So unterschiedlich können die Preise sein: Was in Deutschland teuer ist, kann in anderen Ländern durchaus Hunderte Euro weniger kosten - wie diese drei Beispiele verschreibungspflichtiger Medikamente zeigen.
Bei Nachahmerpräparaten (Generika) kann es dann auch anders laufen: Der bekannte Blutdrucksenker Ramipril, schon viele Jahre auf dem Markt, ist in Griechenland teurer als hierzulande. Die Rabattverträge machen es möglich.
Auch ein Faktor, der den Preis bestimmt: In vielen europäischen Ländern ist die Mehrwertsteuer beim Medikamentenverkauf reduziert oder entfällt ganz. In Deutschland wird der volle Satz erhoben.