Heimische Arten Welche Pilz wächst da?
Man würde es nicht glauben: Den Gallertigen Zitterzahn kann man essen, er schmeckt aber nicht besonders. Er kommt in feuchten Nadel- und Mischwäldern vor und ernährt sich von morschem bis verrottetem Holz, besonders gern von Nadelholz. In Europa gibt es insgesamt etwa 10.000 Arten von Großpilzen. Die meisten Menschen kennen vielleicht fünf oder zehn davon, schätzt der Biologe Robert Hofrichter.
Der beliebte Maronenröhrling ist wohlschmeckend, aber häufiger mit Umweltgiften oder sogar Radioaktivität (Tschernobyl) belastet als andere Pilze. Bei dem Besucher handelt es sich um einen Springfrosch.
Eierschwammerl, wie man Pfifferlinge im österreichisch-bayerischen Raum nennt, sind die wohl beliebtesten Pilze. Im Sommer wachsen sie an manchen Stellen in Massen. Viele Menschen glauben, dass Pfifferlinge unverwechselbar sind, und mit etwas Sachkenntnis stimmt das. Doch auch diese gelben Pilze können mit giftigen Doppelgängern vertauscht werden. Infolge des Klimawandels breiten sich bei uns etwa Einwanderer aus der Mittelmeerregion aus, die ihnen recht ähnlich sehen.
Diese Pilze gehören zur Familie der Helmlinge. Von ihnen gibt es so viele, dass es fast unmöglich ist, die genaue Art zu bestimmen. "Dafür braucht es mikroskopische Methoden", sagt Hofrichter. Hier handelt es sich um den Gelbstieligen Nitrathelmling, der zumindest am chlorartigen Geruch zu erkennen ist.
Der Biologe Robert Hofrichter hat ein Buch über das geheimnisvolle Leben der Pilze geschrieben, von ihm stammen die hier gezeigten Bilder. In dem Werk geht es nicht darum, Pilze zu bestimmen, sondern in ihre Lebenswelt einzutauchen. Pilze sind viel mehr als die Fruchtkörper, die wir sehen - nämlich riesige, geheimnisvolle Fadenwesen, die unter der Erde wachsen.
Schusterpilze gehören zu den Hexenröhrlingen. Ihr Fleisch verfärbt sich im Anschnitt blau, was vielen Menschen Angst einjagt. Roh sind sie - wie viele andere Speisepilze auch - giftig, doch nach einer Wärmebehandlung zählen sie zu den besten Speisepilzen. Roh sollte man Pilze generell nicht essen.
Ein Täubling, vom Licht durchflutet. Weltweit gibt es Hunderttausende verschiedene Pilze - nur Insekten sind noch artenreicher.
Sie glauben, auf diesem Bild ist kein Pilz zu sehen? Tatsächlich sitzt der Grasfrosch vor einer "Koralle". So bezeichnet man Pilze mit dieser ungewöhnlichen Wuchsform, deren Bestimmung Experten vorbehalten ist. Allein in Europa wachsen mehr als hundert derartige Pilze, manche von ihnen sind giftig.
Der Grünspan-Träuschling, der als Moderpilz ebenfalls von abgestorbener organischer Materie lebt, ist essbar, aber nicht besonders lecker.
Riesenschirmlinge beziehungsweise Parasole hingegen zählen zu den besten Speisepilzen, besonders gern werden ihre Hüte als Schnitzel paniert. Der Ring ist auf dem Stiel beweglich. Ausgewachsene Exemplare sind kaum verwechselbar - außer mit anderen Parasolarten.
Fliegenpilze sind die wohl märchenhaftesten Pilze unserer Breiten. Bis weit nach Sibirien und in den hohen Norden wachsen sie zur richtigen Jahreszeit in Massen. Ihre Giftigkeit wird überschätzt, dennoch ist der Pilz nicht harmlos. Schamanen haben ihn seit Urzeiten als mächtiges Halluzinogen verwendet.
Ein kleiner Steinpilz hat sich den Weg aus dem Boden gebahnt. Viele schätzen den nussigen Geschmack der Art. In Deutschland stehen Steinpilze unter Naturschutz, sie dürfen wie viele andere Arten deshalb nur für den Eigenbedarf gesammelt werden.
Baumpilze sind so vielseitig, dass es für Laien oft kaum möglich ist, die Art zu bestimmen. Unter ihre Bezeichnung fallen alle Pilze, die nicht nur das Holz besiedeln, sondern es auch abbauen.
Der Purpurfilzige oder Rötliche Holzritterling ist mit seinem roten Hut und gelben Lamellen eine Schönheit. Er wächst als Moderpilz auf Totholz. Von Juli bis November erfreut sein Anblick den Waldbesucher vor allem in Nadelwäldern, selten auch auf Laubholz.