Kabelverlegung durch den Atlantik Ein Traum wurde Wirklichkeit
Schwebendes Schwergewicht: Hoch über dem Hafen von London schwebt eine 33 Tonnen schwere Kabeltrommel. Zwei dieser Trommeln wurden am 19. November 1935 auf die "Rajputana" verladen, um nach China transportiert zu werden. Dort sollten sie im Yangtse- Fluss verlegt werden. Für die Verladung des Unterseekabel wurde ein schwimmender Schwerlastkran eingesetzt.
Gerollte Kabel: Ein aufgerolltes Unterseekabel wird am 2. Mai 1956 in einer speziellen Lagerhalle in Manchester auf seinen Einsatz vorbereitet. Das Kabel ist Teil eines drei-Millionen-Dollar-Projekts, das die Stromversorgung zwischen dem kanadischen Vancouver und British Columbia sicherstellen soll.
Spezialtransport: Ein Unterseekabel der Firma Siemens wird im August 1950 im Hafen von London aufgerollt, um nach Neuseeland verschifft zu werden. Unterseekabel, die über lange Strecken verlegt werden, haben ein sehr hohes Gewicht und können daher nur auf Spezialschiffen transportiert werden. Bei der Verlegung des ersten Transatlantikkabels 1857 wurde die Last des 4.200 Kilometer langen Kabels auch zwei Kriegsschiffe verteilt.
Der Herr der Kabel: Sorgfältig wird ein Unterseekabel 1942 im Laderaum eines Transportschiffes aufgerollt. Um die Qualität des Kabels zu erhalten und Probleme beim späteren Verlegen zu vermeiden, ist bei diesem Prozess besonders präzises Arbeiten gefordert.
Mit Wachs und Schellack: Mit dem Dampfschiff "Golliah" wurde 1843 eines der ersten Unterseekabel überhaupt verlegt. Eines der Probleme zu dieser Zeit: Es fehlte eine haltbare, sichere Isolierung für die Kupferleiter. Die Drähte wurden gewachst und in unterirdischen Glasröhren verlegt oder mit Schellack überzogen. Doch keine der beiden Schutzmethoden hielt den Bedingungen unter Wasser über eine längere Zeit stand.
Von der Lounge zum Kabeltank: Die Lounge des Dampfschiffs "Great Eastern". Das mächtige Schiff war 211 Meter lang und 18.915 Bruttoregistertonnen schwer - in einer Zeit, als 1000 Bruttoregistertonnen schon viel waren. Damit taugte die "Great Eastern" ideal als Kabelverleger. Nach einigen Umbauten und dem Einbau der Kabeltanks startete 1865 die "Great Eastern" in Richtung Neufundland mit einem 4200 Kilometer langen Unterseekabel an Bord.
Der Unglücksdampfer: Der endgültige Stapellauf des Dampfschiffs "Great Eastern" fand am 31. Januar 1858 statt. Bereits am 3. November 1857 hatte es einen ersten Versuch gegeben, doch technische Probleme verhinderten den Stapellauf, ein Arbeiter starb, das Ereignis geriet zum Desaster. Zudem wurde zur Schiffstaufe versehentlich Wasser statt Champagner verwendet. Die Unglücksserie setzte sich während des Betriebs fort. Mehrere Unfälle mit Todesopfern brachten der Great Eastern den Ruf des "Unglücksdampfers" ein, auf der ersten Atlantiküberquerung wurden aus Angst vor Unfällen nur 35 Passagen gebucht - bei einer Kapazität von 4.000 Passagieren. Die Great Eastern fuhr vom ersten Tag an hochdefizitär und wurde deshalb schon bald weit unter Wert verkauft und zum Kabelleger umgebaut.
Ein Kabel, das Feinde verbindet: Arbeiter verlegen 1851 ein Telegrafenkabel zwischen England und Frankreich. Dank einer neuartigen Isolierung hielt dieses Kabel den widrigen Bedingungen unter Wasser erstmals stand. Zumindest kommunikationstechnisch wurden die beiden einst verfeindeten Nationen durch dieses Unterwasserkabel einander wieder näher gebracht.
Vom Pech verfolgt: Der schottische Architekt und Ingenieur John Scott Russell (r. mit Zylinder, 1808 - 1882) war beteiligt am Bau der mächtigen "Great Eastern". Er begann seine Karriere mit der Konstruktion von Kutschen. Nachdem er einen schweren Unfall mit vier Todesopfern zu verantworten hatte, gab er dieses Geschäft auf und wandte sich dem Schiffbau zu. Seine Great Eastern war eines der größten Schiffe ihrer Zeit. Aber auch während ihrer Entstehung und während des Betriebs gab es verschiedene, schwere Unfälle mit Todesfolge.
Ein Leben für das Kabel: Cyrus West Field (1819 - 1892) war ein Optimist zur Zeit der beginnenden Industriellen Revolution. Er hatte mit Papierhandel schnell ein Vermögen gemacht und war bereit, dieses für Innovationen aufs Spiel zu setzen und womöglich ebenso schnell wieder zu verlieren. Der New Yorker Geschäftsmann stürzte sich 1852 in ein Projekt, dem er fortan sein Leben widmete: die Verlegung eines Unterseekabels zwischen Neufundland und Europa.
Göttliche Nachricht: Ein Nachbau des von Samuel Morse erfundenen Telegrafen, mit dem er 1844 das erste Telegramm verschickte. "What hath God wrought!" ("Was hat Gott geschaffen") telegrafierte er von Washington nach Baltimore.
Immer auf Draht: Samuel Morse, der Erfinder des Telegrafen, im Alter von 59 Jahren. Am 24. Mai 1844 hatte er mit der von ihm erfundenen Maschine erfolgreich das erste Telegramm zwischen Washington D.C. und Baltimore verschickt.
Kabel los: Der Bug des Kabelschiffes "Cyrus Field" der Western Union mit einer speziellen Vorrichtung für die Bergung von Tiefseekabeln
Suche nach dem Kabelbruch: Ein Teil der elektrischen Anlage auf dem Kabelschiff "Cyrus Field" der Firma Western Union. Von hier wurden Signale ausgesandt und die Stelle eines Kabelbruchs anhand des auf den Instrumenten gezeigten Widerstands bestimmt.
Kabelende: Arbeiter an Bord des Kabelschiffes "Cyrus Field" der Western Union sägen ein Kabel durch, nachdem es über die Rolle am Schiffsbug gezogen wurde
Vor dem Start: Einer der ersten Kabeldampfer, die "Faraday" 1874
Verstaubte Kabel: Dieser Unterseekabel-Termination-Point ist schon lange nicht mehr in Betrieb
Im Sand verlaufen: Die Reste inaktiver Unterseekabel sind noch heute häufig am Strand zu finden
Vor Anker gegangen: Im Querschnitt lässt sich gut das Innenleben der Unterseekabel erkennen. Doch auch stabile und gut gegen die widrige Unterwasser-Umwelt geschützte Kabel sind nicht gegen alles gewappnet. Diese hier wurden von Ankern beschädigt.