Plan B: Dann werd ich halt Kneipier - DER SPIEGEL
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Plan B Dann werd ich halt Kneipier

Kneipier kann jeder, wer nichts wird, wird Wirt? Pfftt. Von wegen. So eine Zapfmaschinerie ist eine Zumutung, ständig nörgelt die Brauerei, die Angestellten wissen alles besser oder gar nichts. Wenn sie nicht gerade bei der Abrechnung den Wirt behumpsen.
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Wirtin Sonja Obermeier: Ihren Traum von der eigenen Gaststätte konnte sie verwirklichen. Einfach war's nicht gerade, viel schwieriger jedenfalls, als sich die meisten Menschen eine Existenzgründung als Kneipier vorstellen. Denn Kneipe kann doch jeder, oder? Mehr... 

Foto: Maria Rossbauer
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Münchner Kneipe Klinglwirt: Monatelang feilte Obermeier an ihrem gut 30-seitigen Businessplan und bekam nur mit viel Gnade den Kredit. Banker geben Wirten eher ungern Geld. Immerhin hält Sonja Obermeier schon seit mehr als zwei Jahren durch.

Foto: Maria Rossbauer
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So sieht's nämlich aus (Klinglwirt von innen): Und dann sitzen Brauereien den Kneipiers ständig im Nacken und diktieren die Bedingungen - Pacht plus derbe Mindestabnahmemengen bei hohen Einkaufspreisen. Wer das Soll nicht schafft, zahlt Strafe.

Foto: Silke Bodenberger
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So sieht's auch aus - im Kneipenkeller: Die Technik von Getränkeschankanlagen ist eine Wissenschaft für sich und eignet sich prima, um Laien zu verstören. Es braucht Erfahrung, um so eine Kühlzelle richtig zu bedienen und dem Gast ein wohltemperiertes Bier zu servieren.

Foto: Maria Rossbauer
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Ingrid Hartges ist Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands und sagt: "Wer einen Gastronomiebetrieb eröffnen will, muss sehr selbstkritisch mit sich umgehen." Und sich fragen: Will und kann ich das wirklich? Viele denken, Mensch, ist doch ganz leicht, so eine Kneipe, das mach ich auch. "Das sind schon eher die, die auch bald wieder zu machen", so Hartges.

Foto: Dehoga
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Tücken der Kneipengründung: In der Gastronomie grassieren unzählige Geschichten über betrügerische Kellner, die allerhand tun, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. Wer das alles glaubt, kann schnell den eigenen Laden durch Misstrauen zerstören. Denn Leute, auf die Verlass ist, braucht es allemal für eine erfolgreiche Gaststätte. Kein Wirt kann ständig hinterm Tresen stehen, auch sonst gibt es viel zu tun - am Schreibtisch.

Foto: Silke Bodenberger
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Naiv reinstolpern ist keine gute Option: Die Fluktuation in der Branche ist enorm, viele Kneipen und Restaurants sperren bereits in den ersten drei Jahren wieder zu. "Man muss sich einfach fit machen, wenn man in der Branche überleben will", sagt Ingrid Hartges vom Dehoga-Verband.

Foto: Silke Bodenberger
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