Planetenforschung Der perfekte Sturm
Frühe Phase des Monstersturms (am 24. Dezember 2010): Zunächst waren nur weiße Wölkchen zu sehen, doch dann ging es richtig zur Sache. Bei 40 Grad Nord begann sich im Dezember vergangenen Jahres ein gigantisches Sturmsystem zu entwickeln. Solche Megastürme sind auf dem Saturn selten, seit 1876 haben Astronomen nur fünf derartige Phänomene beobachtet. Jetzt haben Forscher den Supersturm mit Hilfe der internationalen Raumsonde "Cassini" im Detail untersucht.
Saturn: Die Aufnahme ganz links zeigt den Planeten im sichtbaren Licht, auf den folgenden Bildern ist der Infrarotbereich zu sehen, der auf die Temperaturen schließen lässt. Die Bilder zwei und vier zeigen die Turbulenzen in der Troposphäre des Planeten. Die Bilder drei und fünf zeigen starke Leuchtfeuer aus Infrarotstrahlung in den ansonsten ruhigen Atomsphärenschichten über dem Sturm.
Raumsonde "Cassini" am Saturn (Computergrafik): Bereits zuvor hatten Forscher den Sturm und seine Entwicklung auch im Bereich der thermischen Infrarotstrahlung untersucht - und nicht nur das vom Saturn reflektierte Sonnenlicht. Zum Einsatz kamen "Cassini" und das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile.
Infrarotaufnahmen vom Saturn: Die Atmosphäre hat eine vergleichsweise geringe Dichte. Sie reicht also weit ins Weltall herein, weil der Planet im Vergleich zum Jupiter eine recht geringe Gravitationswirkung auf sie ausübt. Die Infrarotbilder zeigen die Atmosphäre in Aufruhr. Besonders auffällig sind riesige Bereiche wärmeren Gases, die sich mehrere hundert Kilometer in höhere Schichten ziehen.
Infrarot-Leuchtfeuer in der Stratosphäre: Statt der üblichen minus 130 Grad lassen sich im Inneren der Erscheinunge knapp 20 Grad mehr messen. Im Bereich des sichtbaren Lichts sind die Leuchtfeuer zwar nicht zu erkennen, sehr wohl aber auf den Infrarotaufnahmen. Ob sie stets bei solchen Stürmen auftreten, wissen die Forscher noch nicht.