Pluto-Entdeckung - DER SPIEGEL
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Pluto-Entdeckung Jagd auf Planet X

Es war eine astronomische Sensation: 1930 erspähte ein 24-jähriger Sternenforscher aus Arizona den Planeten Pluto. Die USA bejubelten ihren ersten Erfolg im All - doch dann wurde der Himmelsliebling degradiert.
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Sonderling im All: Pluto gab den Wissenschaftlern viele Rätsel auf - nicht nur, weil er der mit Abstand kleinste der neun Planeten war. Seine Umlaufbahn ist so schief und eiförmig, dass der Abstand zur Sonne sehr stark variiert. Pluto kreist auf einer anderen Ebene um die Sonne als die anderen Planeten.

Foto: Nasa/Esa/A. Stern
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Stolzer Entdecker: Eine Aufnahme von Clyde Tombaugh aus dem Jahr 1980 - 50 Jahre, nachdem der bis dahin völlig unbekannte Farmersohn und Hobbyastronom sensationell den neunten Planten unseres Sonnensystems entdeckt hatte.

Foto: AP
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Clyde Tombaugh: Der Entdecker des Pluto auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1990. Sieben Jahre später starb Tombaugh, der in den USA als Volksheld gefeiert worden war. Kurz nach seinem Tod entbrannte eine wissenschaftliche Debatte, ob Tombaughs sensationelle Entdeckung wirklich ein Planet ist.

Foto: AP
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Plutos Abstieg: Im August 2006 verabschiedete die "Internationale Astronomische Union" bei ihrem Weltkongress in Prag eine neue Definition, was einen Planeten ausmacht. Pluto fiel durch das Raster und wurde offiziell zum "Zwergplaneten" degradiert. Besonders Wissenschaftler aus den USA kritisierten die neue Systematik heftig.

Foto: AP
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Demo für Pluto: Unter dem zweideutigen Motto "Größe spielt keine Rolle" gehen 2006 im US-Bundesstaat New Mexiko Bürger auf die Straße, um gegen die Herabstufung Plutos zum "Zwergplaneten" zu protestieren. Im Vordergrund Al Tombaugh, Sohn des Pluto-Entdeckers.

Foto: AP
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Chaos im Sonnensystem: Als mit verbesserter Technik immer mehr unbekannte Himmelskörper entdeckt wurden, stellte sich die Frage, ob man die Anzahl der Planeten aufstocken sollte - beispielweise um Ceres, der bisher als Asteroid galt. Auch UB313 (später Eris getauft), 2005 entdeckt und deutlich größer als Pluto, galt als Kandidat. Stattdessen wurde Eris und Ceres im Jahr 2006 in die Gruppe der "Zwergplaneten" aufgenommen.

Foto: IAU / AFP
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Pluto: Die detailliertesten Bilder von Pluto, aufgenommen 2002 und 2003 mit dem Hubble-Weltraumteleskop der Nasa.

Foto: NASA/ESA
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Zukunftsmusik: 2006 gestartet, soll die Nasa-Mission "New Horizons" sich 2015 dem Planeten Pluto bis auf etwa 9500 Kilometer nähern. An Bord befindet sich auch ein kleines Gefäß mit etwas Asche des Pluto-Entdeckers Clyde Tombaugh. Die Abbildung ist eine Zeichnung, wie die Annäherung an den entfernten Planeten aussehen könnte.

Foto: Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute
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Unerforschter Winzling: Start der Pluto-Mission der Nasa im Jahr 2006. Wegen seiner großen Entfernung zur Erde ist der Mini-Planet weit weniger erforscht als beispielweise Mars oder Jupiter. Fest steht, dass Pluto von einer kilometerdicken Schicht aus gefrorenem Methan und Stickstoff überzogen ist, es herrschen an der Oberfläche Temperaturen von minus 230 Grad Celsius.

Foto: NASA/Ben Cooper
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Percival Lowell: Der begüterte Hobbyastronom stiftete Ende des 19. Jahrhunderts in Flagstaff, Arizona, das Lowell-Observatorium. Von dort fahndete er nicht nur erfolglos nach Beweisen für Leben auf dem Mars, sondern suchte auch vergeblich bis zu seinem Tod 1916 den mysteriösen "Planeten X".

Foto: Getty Images
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Planet der Herzen: Die Herabstufung zum "Zwergplaneten" löste besonders in den USA Proteste aus und weckte menschliche Beschützerinstinkte. Pluto-T-Shirts und Taschen wurden geschickt vermarktet und zum Verkaufsrenner, der Außenseiter-Planet wurde populärer als je zuvor.

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Spektakel am Himmel: Pluto und sein Mond Charon, aufgenommen mit dem Hubble-Teleskop. Pluto braucht 247 Jahre, um auf seiner gigantischen Umlaufbahn einmal die Sonne zu umkreisen - und ist daher auch nur selten gut von der Erde zu beobachten.

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Angriff auf Pluto: Schon 1956 erklärte der Forscher Gerhard Kuiper, dass Pluto kein Planet sei - sondern als Satellit zu Neptun gehöre, dessen Umlaufbahn er zeitweise kreuzt. 50 Jahre später wurde Pluto tatsächlich der Planeten-Status aberkannt.

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Berühmte Sternwarte: Das Lowell-Observatorium im US-Bundesstaat Arizona, wo 1930 Clyde Tombaugh den Planeten Pluto entdeckte. Seinem Chef teilte er damals nüchtern mit: "Ich habe Ihren Planeten X gefunden".

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Ein Leben für die Sterne: Clyde Tombaugh auf einer Aufnahme von 1954, 24 Jahre nach seiner Entdeckung des Pluto. Zuvor war der Farmersohn noch unbekannt gewesen, hatte nur einen Highschool-Abschluss - danach machte er eine steile wissenschaftliche Karriere und wurde ein respektierter Astronom. Doch eine zweite Sensation gelang ihm trotz akribischer Forschung nicht mehr.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?