Pokalüberraschung Dynamo dreht durch
Gegensätze: In Dresden pflegt man die Rivalität zum sächsischen Nachbarn RB Leipzig, Dynamo verklärt sich selbst zum kommerzfernen Traditionsverein, der Gegner gilt als Raffke-Klub. Vor dem Pokalduell der ersten Runde gab es viele Plakate im Stadion, von denen das mit der Aufschrift "Tradition kann man nicht kaufen" noch das harmloseste war. "Ihr zerstört unseren Sport, dafür zerstören wir Euch" stand auf einem anderen.
Der Leipziger Bus hatte vor dem Spiel in der Nähe eines Nebeneingangs geparkt, die Pokalpartie galt als Hochsicherheitsspiel.
Um Sport ging es dann auch, Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl gab sein Pflichtspieldebüt auf der RB-Bank. Und das ging gut los.
Marcel Sabitzer köpfte Leipzig in der ersten Halbzeit in Führung und jubelte anschließend ausgelassen...
...über das wichtige Kopfballtor.
Als dann vor der Pause auch noch Kapitän Dominik Kaiser per Strafstoß zum 2:0 traf, sah alles nach einem ungefährdeten Sieg der Gäste aus.
Dass es dazu nicht kam, lag vor allem an Stefan Kutschke, der erst per Elfmeter auf 1:2 verkürzte und zwölf Minuten vor Schluss den Ausgleich erzielte.
Im Elfmeterschießen verwandelte Aias Aosman den entscheidenden Schuss, die Überraschung war perfekt.
Der Zweitligist hatte den Bundesligisten ausgeschaltet.
Dresdens Trainer Uwe Neuhaus feierte ebenfalls.
Gar nicht zum Feiern zumute war Leipzigs Benno Schmitz.