Politiker auf Stimmenfang Versprochen! Oder?
Eine Kolonie auf dem Mond? Gibt es noch nicht, aber US-Republikaner Newt Gingrich hat seinen Landsleuten eine versprochen. Falls er als Kandidat gegen Präsident Barack Obama antreten darf. Und er dann noch gewinnt.
Den Finger himmelwärts gerichtet, spricht Newt Gingrich auf einer Tagung der US-Waffenlobby (Archivbild von 2007) - im Wahlkampf 2012 geht's für den Politiker abermals nach oben. Jedenfalls in seinen Wahlversprechen.
Der frühere sowjetische Präsident Nikita Chruschtschow kannte sich ebenfalls aus mit großen Versprechen: Er wollte den Kapitalismus erst ein- und dann überholen. Beides klappte suboptimal.
Legendär ist Helmut Kohls Versprechen von den "blühenden Landschaften" in Ostdeutschland. Die Taktik ging auf und schlug sich in großer Zustimmung für die Christdemokraten bei der Bundestagswahl nieder - allein die besagten Landschaften blieben aus. Dafür kam ein Ei geflogen, bei einem Besuch in Halle 1991 (Bild).
CDU-Altkanzler Konrad Adenauer hielt es da lieber mit dem Leitspruch "keine Experimente", freilich in Kombination mit der Prämisse: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?"
"Mehr Demokratie wagen", forderte SPD-Ikone Willy Brandt, um dann den umstrittenen Radikalenerlass durchzusetzen.
Die Aus- und Wiedereinsteigerin, die dann doch wieder ausstieg - nämlich aus der Atomkraft: Kanzlerin Angela Merkel erweist sich als bemerkenswert elastisch, was bestimmte Standpunkte angeht.
Der einstige US-Präsident George W. Bush bestritt seinen Wahlkampf vor allem mit der Forderung nach Steuersenkungen - um kurz darauf, als er selbst im Weißen Haus saß, das genaue Gegenteil zu tun.
"Ihre Arbeit muss sich wieder lohnen" und "Mehr Netto vom Brutto" - das versprach die FDP im Bundestagswahlkampf 2009. Einige Jahre, verlorene Wahlen und Koalitionskräche später dümpelt die Partei in Umfragen unterhalb der Fünfprozenthürde.