Politiker Ausraster am Rednerpult
CDU: "Ich sehe den Hass in Ihren Augen!" (2007)
Nach einem äußerst knappen Wahlsieg zum Brandenburger CDU-Parteichef liegen die Nerven von Ulrich Junghanns (r.) blank. Die Anhänger seines Rivalen Sven Petke (l.) nutzen die Chance zur Revanche - und lassen Junghanns' Wunschkandidaten für den Posten des Generalsekretärs gnadenlos durchfallen. Junghanns schmettert den Genossen ein saftiges "Ich sehe den Hass in Ihren Augen!" entgegen.
Linkspartei/PDS: "Du bist dümmer als ein Stück Scheiße!" (2006)
Diese unmissverständlichen Worte versüßen Dietmar Dehm, Linksparteiler, das Feierabendbier. In einer Berliner Kneipe informiert Kollegin Elke Breitenbach Dehm darüber, dass sie ihn für "blöder als ein Stück Scheiße" hält. Später korrigiert sie: Sie meinte eigentlich "dümmer als ein Stück Scheiße". Hintergrund waren Flügelkämpfe in der Partei - Breitenbach gehört zu den Pragmatikern, Dehm zu den eher radikalen Linken.
SPD: "Euch mach' ich fertig" (2003)
Gerhard Schröder rastet nach einem Parteitag in Bochum aus, als Olaf Scholz mit nur 52,6 Prozent als Generalsekretär bestätigt wird. Besonders schwach ist der Zuspruch aus Schröders eigenem Landesverband Niedersachsen. Als er später dem SPD-Landeschef Wolfgang Jüttner über den Weg läuft, droht der Kanzler: "Euch mach ich fertig. Was ihr da abgeliefert habt, war eine Sauerei." Schröder witterte Verschwörer um Ex-Ministerpräsenten Sigmar Gabriel, dem Ambitionen auf den Posten nachgesagt wurden.
FDP: "Du bist ein intrigantes Schwein" (1992)
Legendär ist dieser Ausbruch von Irmgard Schwaetzer. Die damalige Bauministerin darf sich 1992 für einen Tag als designierte Außenministerin fühlen - bis Klaus Kinkel zum Zug kommt. Schwaetzer vermutet Machenschaften ihres Parteifreundes Jürgen Möllemann. "Intrigantes Schwein", giftet sie unter Tränen.
Die Grünen: "Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch" (1984)
Der Klassiker unter den Verbalangriffen: Joschka Fischers Zwischenruf, gerichtet an den Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen. Dieser hatte den Abgeordneten Jürgen Reents von der Sitzung ausgeschlossen, weil er Helmut Kohl als "von Flick freigekauft" bezeichnet hatte.