Politische Umerziehung Die Vergangenheit, die nicht sein durfte
Politische Bescheinigung: Es gab auch ungeschriebene Befehle der Sowjetischen Militäradministration (SMAD). So wurde zum Beispiel inoffiziell das Deutsche Jungvolk nicht als faschistische Organisation eingestuft. Ernst Woll erhielt 1948 hierüber eine Bescheinigung vom Antifa-Block seines Heimatortes und die Bestätigung, dass er als Jugendlicher unter das Rehabilitierungsgesetz fiel.
Marschierend ins Ferienlager: Angehörige des Jungvolks 1934 beim Marsch in ein Ferienlager. Als Jungvolk wurden die 10- bis 14-jährigen Jungen der Hitlerjugend bezeichnet. Ernst Woll war einer von ihnen. Noch in den letzten Kriegsmonaten wurde er als 14-Jähriger zum Fähnleinführer befördert und durfte 80 Jungen befehligen. Alle älteren Jungs waren bereits als Soldaten oder Flakhelfer eingezogen worden.
Aufmarsch der FDJ: Stolz marschieren die jungen DDR-Bürger Pfingsten 1954 vorbei an der Tribüne des Lustgartens zum zweiten Deutschlandtreffen der Jugend in Ost-Berlin. Viele ältere Mitglieder der FDJ waren nach dem Krieg direkt von der Hitlerjugend hierher gewechselt.
Sozialistische Jugend: Ein Plakat zum ersten "Deutschlandtreffen der Jugend" der FDJ in Ost-Berlin im Mai 1950. Die 1946 ins Leben gerufene DDR-Jugendorganisation sollte am Aufbau eines friedliebenden, antifaschistischen Deutschlands mitwirken.
FDJ-Mitgliedsausweis: Siegrid Söldner war seit der Gründung am 1. Dezember 1945 Mitglied der Freien Deutschen Jugend.