Politische Umerziehung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Politische Umerziehung Die Vergangenheit, die nicht sein durfte

Vom Fähnleinführer zum Antifaschisten: Nachdem der Krieg zu Ende war, wurde Ernst Woll 1947 Mitglied der Antifaschistischen Jugend, wo er wegen seiner führenden Funktion im Deutschen Jungvolk umerzogen werden sollte. Ein Aufsatz brachte ihn in Erklärungsnöte.
1 / 5

Politische Bescheinigung: Es gab auch ungeschriebene Befehle der Sowjetischen Militäradministration (SMAD). So wurde zum Beispiel inoffiziell das Deutsche Jungvolk nicht als faschistische Organisation eingestuft. Ernst Woll erhielt 1948 hierüber eine Bescheinigung vom Antifa-Block seines Heimatortes und die Bestätigung, dass er als Jugendlicher unter das Rehabilitierungsgesetz fiel.

Foto: Ernst Dr. Woll
2 / 5

Marschierend ins Ferienlager: Angehörige des Jungvolks 1934 beim Marsch in ein Ferienlager. Als Jungvolk wurden die 10- bis 14-jährigen Jungen der Hitlerjugend bezeichnet. Ernst Woll war einer von ihnen. Noch in den letzten Kriegsmonaten wurde er als 14-Jähriger zum Fähnleinführer befördert und durfte 80 Jungen befehligen. Alle älteren Jungs waren bereits als Soldaten oder Flakhelfer eingezogen worden.

3 / 5

Aufmarsch der FDJ: Stolz marschieren die jungen DDR-Bürger Pfingsten 1954 vorbei an der Tribüne des Lustgartens zum zweiten Deutschlandtreffen der Jugend in Ost-Berlin. Viele ältere Mitglieder der FDJ waren nach dem Krieg direkt von der Hitlerjugend hierher gewechselt.

4 / 5

Sozialistische Jugend: Ein Plakat zum ersten "Deutschlandtreffen der Jugend" der FDJ in Ost-Berlin im Mai 1950. Die 1946 ins Leben gerufene DDR-Jugendorganisation sollte am Aufbau eines friedliebenden, antifaschistischen Deutschlands mitwirken.

5 / 5

FDJ-Mitgliedsausweis: Siegrid Söldner war seit der Gründung am 1. Dezember 1945 Mitglied der Freien Deutschen Jugend.

Foto: Ernst Dr. Woll
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?