Polizeiversagen 1992 in Idaho: Der Fall Ruby Ridge - DER SPIEGEL
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US-Polizeidesaster Ruby Ridge Tödliche Belagerung

Zwei Schrotflinten und christlich-separatistische Ansichten führten 1992 zur Belagerung einer Berghütte in Idaho. Eine Familie sah sich Scharfschützen, Helikoptern und Hundertschaften gegenüber - mit tödlichen Folgen.
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Katz-und-Maus-Spiel: Im August 1992 belagerten US-Einsatzkräfte eine Berghütte der Familie Weaver in Idaho. Sie waren nicht nur auf dem Berg in Alarmbereitschaft, auch an der Straßensperre wurden sie tätig. Das Foto zeigt Festnahmen, als von Neonazis mit Waffen in ihren Wagen die Straßensperre durchbrechen und der auf dem Berg Ruby Ridge umzingelten Familie zu Hilfe kommen wollten. .

Foto: Mason Marsh / AP
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Polizeiversagen: Das letzte Foto von Vicki Weaver am Morgen ihres Todes, aufgenommen von Überwachungskameras. Im weißen Nachthemd lief die vierfache Mutter an diesem Morgen unruhig auf dem Hof auf und ab. Wenig später wurde sie versehentlich getötet, als die Scharfschützen auf Randy Weaver und Kevin Harris feuerten.

Foto: U.S. Marshal Service
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Heimlich beobachtet: Unter dem Decknamen "Operation Northern Exposure" installierten die Marshalls im August 1992 Überwachungskameras, um die Weavers auf ihrem Grundstück zu beobachten. Dieses Foto zeigt Sam Weaver (links) und Kevin Harris (Mitte), einen Freund der Familie. Die dritte Person ist nicht klar zu identifizieren. Die Weavers fanden eine der Überwachungskameras, die direkt auf ihre Hütte gerichtet war, zerlegten sie und warfen sie in den Müll.

Foto: PBS
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Glückliches Paar: Vicki und Randall Weaver am Tag ihrer Hochzeit. Nachdem er sich den Behörden ergeben hatte und seine Schusswunde im Basiscamp versorgt wurde, erzählte Randy Weaver den Sanitätern schmerzerfüllt: "Ihr würdet nicht glauben, wie schön meine Frau war. Jesus Christus, wenn ich gewusst hätte, was passiert, als ich sie das erste Mal sah, ich hätte nie... Ich habe mich eingemischt, als ein Freund von mir mit ihr tanzte. Ich hätte Nick den Vortritt gelassen."

Foto: PBS
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Unbeschwerte Kindheit: Bis zu den verhängnisvollen Augusttagen im Jahr 1992 wuchsen die Weaver-Kinder glücklich und unbeschwert auf dem Berg auf. Das Foto zeigt Rachel, Samuel und Sarah (von links) neben der Berghütte der Weavers in Idaho.

Foto: PBS
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Halbwaise: Elisheba, die jüngste Tochter der Weavers, auf einem Foto von 1995, drei Jahre nach den Vorfällen von Ruby Ridge. Sie war zum Zeitpunkt der Belagerung kaum ein Jahr alt. Vicki Weaver hielt Elisheba auf dem Arm, als die Mutter von der Kugel eines Scharfschützen tödlich getroffen wurde.

Foto: The LIFE Images Collection/Getty Images
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Wettrüsten: Marshalls blicken am 26. August 1992 auf beschlagnahmte Waffen. Eine Gruppe Neonazis hatte während der Belagerung versucht, Waffen und Munition auf den Berg zu schmuggeln, um die Weaver-Familie gegen die Regierung zu verteidigen. Die Behörden waren mit einem riesigen Aufgebot auf dem Berg vertreten: Unablässig fuhren Militärjeeps und Trucks in den ersten Tagen auf den Berg, selbst ein Panzer rollte ins Basiscamp. Bis zum Ende der Belagerung waren 400 Agenten auf Ruby Ridge stationiert.

Foto: Mason Marsh / AP
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Eskalation: Ein Mitarbeiter der ATF (Amt für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe) bei der Festnahme der Neonazis, die mit Waffen und Munition auf den Berg wollten. Für die amerikanische Rechte wurde Ruby Ridge zum Symbol des übertriebenen Vorgehens der Regierung gegen einfache Bürger.

Foto: Mason Marsh / AP
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Angespannte Stimmung: Die unmittelbare Nähe der Hütte von Familie Weaver in Idaho zu einem Zentrum der Aryan Nations erwies sich als äußerst problematisch während der Belagerung von Ruby Ridge. Als die Nachricht von der Belagerung auf dem Berg publik wurde, zogen Anhänger der rassistischen Aryan Nations zur Straßensperre. Sie versuchten, die mediale Aufmerksamkeit, die dem Fall zuteil wurde, als Plattform für ihre regierungsfeindlichen Botschaften zu nutzen.

Foto: Gary Stewart / AP
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Ruhestätte: Der Schuppen, in dem Randy und Vicki ihren getöteten 14-jährigen Sohn Sam aufbahrten. Als das FBI mit einer Planierraupe über das Grundstück walzte, überprüfte einer der Beamten den Schuppen neben dem Haus: Die Behörden fürchteten, die Weavers hätten explosive Stoffe in der Hütte gelagert. Stattdessen stieß der Beamte auf Sams Leiche.

Foto: Gary Stewart / AP
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Protest an der Straßensperre: Am 23. August, zwei Tage nach Beginn der Belagerung, haben Unterstützer Stellung bezogen. "Der Regierungsbeamte hat zuerst geschossen" und "Dein Haus ist das nächste" steht auf ihren Schildern.

Foto: Jeff T. Green / AP
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Unerwartete Hilfe: Army-Veteran Bo Gritz bot sich den Behörden als Verhandlungspartner für Randy Weaver an. Gritz hatte wie Randy bei der Sondereinheit der Green Berets gedient und war in der rechten Szene bekannt für regierungskritische Ansichten und Verschwörungstheorien. Gritz trat während der Präsidentschaftswahl 1992 als Kandidat für die mittlerweile aufgelöste Populist Party unter dem Slogan "God, Guns and Gritz" an. Er hoffte, aus seiner Rolle bei der Belagerung politischen Profit schlagen zu können.

Foto: Gary Stewart / AP
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Undankbare Rolle: FBI-Agent Gene Glenn stellte sich während der elftägigen Belagerung ein- bis zweimal täglich für einen Lagebericht den Reportern. Die Straßensperre war so weit vom Gipfel entfernt eingerichtet, dass die Journalisten das Geschehen auf dem Berg nicht mit eigenen Augen verfolgen konnten. Sie waren auf Informationen der Behörden angewiesen, sodass die Berichte der ersten Tage nur deren Sicht der Ereignisse wiedergaben: Randy Weaver sei ein gewaltbereiter Eigenbrötler. Erst als die Nachricht von Sams Tod durchsickerte, begannen die Medien die Hintergrund-Story der Weavers genauer auszuleuchten, der Ton ihrer Reportagen änderte sich.

Foto: Gary Stewart / AP
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Aufgeheizte Stimmung: Während die Weavers verstört neben der Leiche von Vicki in ihrer Hütte ausharrten, wurde die Stimmung an der Straßensperre immer hitziger. Nachdem die Nachricht von Vickis Tod bekannt wurde, drohten die aufgebrachten Nachbarn und Unterstützer beinah mit einem Aufstand gegen die Behörden.

Foto: Mason Marsh / AP
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Beweissicherung: Beamte neben der Hütte, in der die Leiche von Samuel Weaver gefunden wurde. Laut Aussage der Weavers schoss Sam auf die Marshalls, nachdem sie seinen Hund erschossen hatten. Die Marshalls feuerten zurück und verwundeten Sam tödlich. Randy Weaver fand ihn mit zwei Schusswunden im Rücken.

Foto: Gary Stewart / AP
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Spurensuche: Nach dem Ende der elftägigen Belagerung untersuchten Agenten die Hütte und das Grundstück der Weavers nach Beweismitteln und führten eine Spurensicherung durch. Die Medien und die Öffentlichkeit machten Druck. Sie wollten Antworten: Wie konnte es so weit kommen?

Foto: Gary Stewart / AP
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Profiteur: Richard Butler, rechtsradikale Führungsfigur der Aryan Nations, bei einer Kundgebung in Idaho im Jahr 2000. Rechtsgerichtete Gruppen wie die Aryan Nations nutzten die Geschehnisse in Ruby Ridge für sich. Die amerikanische Alt Right und White-Supremacist-Bewegung, deren Anhänger an die Überlegenheit der weißen Rasse glauben und sich gegen jede Einmischung der Regierung aussprechen, machen seit dem kontroversen Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2016 und dem Amtsantritt von Donald Trump wieder stärker von sich reden.

Foto: TOM DAVENPORT/ ASSOCIATED PRESS
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Verhör: Drei Jahre nach der Belagerung mussten sich die Verantwortlichen im US-Senat unangenehmen Fragen eines Untersuchungsausschusses stellen. Das Foto zeigt Marshall Larry Cooper bei seiner Zeugenaussage neben einem Foto von Marshall Billy Deagan, der beim Schusswechsel mit Sam Weaver und Kevin Harris starb. Der Ausschuss urteilte später, dass die Einsatzkräfte bei der Belagerung unverantwortlich gehandelt hatten.

Foto: Charles Tasnadi / AP
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Zeugenaussage: Auch Randy Weaver (Mitte) sagte vor dem Untersuchungsausschuss des US-Senats zu Ruby Ridge aus. Hier steht er neben einem 3D-Modell des Berges und einem Foto seiner Berghütte, um US-Senator Arien Specter die Geschehnisse aus seiner Perspektive zu erläutern.

Foto: Pamela Price / AFP
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Erneut im Rampenlicht: Randy Weaver stellte sich am 6. September 1995 den wartenden Fotografen, als er zu seiner Zeugenaussage vor dem US-Senat erscheint. Zwei Jahre zuvor war Weaver vor einem Gericht wegen des Todes von Marshall William Francis Degan angeklagt und von der Jury freigesprochen worden.

Foto: Dennis Cook / AP
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Auf freiem Fuß: Auch Kevin Harris, der gemeinsam mit den Weavers in der Hütte ausharrte und in den ersten Schusswechsel mit US-Marshalls verwickelt war, musste sich vor Gericht verantworten. Die Anwälte von Harris und Weaver plädierten auf Selbstverteidigung. Die Jury-Beratung war die längste in der Geschichte des Staates Idaho. Harris und Weaver wurden freigesprochen. 1997 versuchte der Staat erneut, Harris wegen des Todes von Billy Degan vor Gericht zu stellen - der Richter wies die Klage ab.

Foto: Jeff T Green / AP
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Unterstützung: Randy Weaver im Jahr 2007 mit einem Foto seiner Frau Vicki und der zum Zeitpunkt des Behördenzugriffs 1992 zehn Monate alten Tochter Elisheba. Weaver setzte sich für Ed Brown und dessen Frau Elaine ein, die sich Anfang 2007 für mehrere Monate in ihrem Haus verschanzten, um einem Arrest wegen Steuerhinterziehung zu entgehen.

Foto: Jim Cole / AP
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Das Leben danach: Von den Weaver-Kindern ist Sarah die einzige, die öffentlich über die Ereignisse spricht. Sie lebt mittlerweile auf einer Pferdefarm in Montana. 20 Jahre nach der Belagerung sagte sie 2012, dass sie endlich an den Punkt gelangt sei, an dem sie den Marshalls für die Erschießung ihrer Mutter und ihres Bruders vergeben könne.

Foto: Nicholas K. Geranios / AP
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Mediale Aufarbeitung: Ein Szenenbild aus dem Film "Die Belagerung von Ruby Ridge". Darin übernimmt Randy Quaid die Rolle von Randy Weaver, Kirsten Dunst spielt Sarah Weaver, und Laura Dern stellt Vicki Weaver dar. Der Film basiert auf den Recherchen von Journalist Jess Walter, der 1992 vor Ort berichtete und später das Sachbuch "Every Knee Shall Bow" über die Ereignisse veröffentlichte.

Foto: ddp images
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