Pop statt Protest Der permanente Karneval
Kraftwerk-Auftritt: Die 1970 in Düsseldorf gegründete Band sorgte mit dem legendären 1974er Album "Autobahn" auch international für Furore. Sie begründeten damit den Elektropop, inspirierten Künstler wie David Bowie, Depeche Mode und Coldplay, und setzten auch mit der speziellen Ästhetik ihrer Auftritte neue Trends. Die Bandmitglieder verstanden sich nicht als einzelne Künstler, sondern als Teil des "Systems Kraftwerk".
Tänzer im Creamcheese: Die Idee für Deutschlands erste Multimedia-Diskothek hatte der Künstler Günther Uecker aus New York mitgebracht, wo er die Auftritte von Andy Warhol und The Velvet Underground erlebt hatte. Das Projekt, das 1968 zur Kasseler Documenta eingeladen wurde, war auch ein kommerzieller Erfolg und ein Meilenstein der deutschen Clubkultur.
Charles Paul Wilp: Der Künstler und Werber Charles Paul Wilp war im "Creamcheese" ein gerne und oft gesehener Gast. Eine Werbekampagne für ein Erfrischungsgetränk bescherte ihm 1968 den kommerziellen Erfolg, später schuf der weltraumbegeisterte Düsseldorfer Kunst während der kurzen Schwerelosigkeitsphase von Parabelflügen.
Experimentalrocker "Can": 1968 gründeten Holger Czukay, Michael Karoli, Damo Suzuki, Irmin Schmidt und Jaki Leibzeit (von links nach rechts) in Köln die Gruppe "Can". Ihr Stil beeinflusste die elektronische Musik noch bis weit in die 1980er und 1990er Jahre.
Charles Wilp bei der Arbeit: Seine Werbekampagne für ein Erfrischungsgetränk machte den Künstler Charles Wilp berühmt. Im Bild bereitet er eine Fotosession vor.
Probe der Band "The Wirtschaftswunder": Die Gruppe hatte 1980 den Underground-Hit "Der Kommissar" und wurde durch ihren Auftritt im Januar 1982 in Alfred Bioleks Fernsehsendung "Bios Bahnhof" - der Studio-Soundcheck ist auf dem Foto abgebildet - berühmt. Das Bühnenbild ist das gemeinsame Werk der "Mülheimer-Freiheit"-Künstler Walter Dahn und Jiri Georg Dokoupil.
Beuys in Badehose: Charles Wilp durfte den Düsseldorfer Künstler ohne den sonst obligatorischen Filzhut im Urlaub am Indischen Ozean fotografieren.
Mülheimer-Freiheit-Studio: Peter Bömmels, Mitglied der Künstlergruppe "Mülheimer Freiheit", bei der Arbeit in seinem Atelier in der Straße Mülheimer Freiheit, nach der die Gruppe sich benannte.
"Tote-Hosen"-Vorläuferband "ZK": Die Gruppe "ZK" wurde 1978 von Campino und Claus Fabian gegründet, spielte Punkmusik mit deutschen Texten und hatte ihren ersten Auftritt im legendären Ratinger Hof in der Düsseldorfer Altstadt. Die "ZK"-Bandmitglieder Andi (zweiter von links), Campino (Mitte) und Kuddel (ganz rechts) gründeten 1982 mit Breiti, Trini Trimpop und Walter November die Band "Die Toten Hosen".
Elektro-Band "Die Krupps": Aus der Punkband "Male", die im Umfeld des Ratinger Hofs in Düsseldorf entstanden war, ging 1980 die Band "Die Krupps" hervor, die sehr erfolgreiche Musik der Genres Industrial, Metal und Electronic Body Music machte.
Elektro-Band "Der Plan": Die 1980 in Düsseldorf gegründete und stark von "Kraftwerk" beeinflusste Band gilt als einer der Wegbereiter der Neuen Deutschen Welle.
Pop-Art: Andy Warhol, Mitbegründer der amerikanischen Pop-Art, zu Besuch bei Charles Wilp in dessen geschmackvoll eingerichtetem Haus in Düsseldorf-Wittlaer.
Pop am Rhein: Die Düsseldorfer Band "Fehlfarben", hier vier ihrer Mitglieder beim Spaziergang am Bonner Rheinufer, ging über Umwege aus der deutschen Ur-Punk-Band "Charley´s Girls" hervor. Ihr größter Hit war der Song "Ein Jahr (Es geht voran)" im Jahre 1982.
Pogo am Rhein: Bei einem Konzert der legendären kalifornischen Punkband "Black Flag" ging die Post ab.
Deutsche-Amerikanische Freundschaft: Die 1978 gegründete Düsseldorfer Band waren Pioniere und Wegbereiter für die Genres Neue Deutsche Welle, Electropunk, Techno und Neue Deutsche Härte.
"Fehlfarben"-Album : Mit "Knietief im Dispo" erschien im Herbst 2002 das achte Album der legendären Düsseldorfer Band. Urteil mancher Kritiker: "Genial".
SPEX-Gründer: Miki Synuga, Gerald Hündgen, Wolfgang Burat, Clara Drechsler, Christof Pracht, Bernhard Schaub, Peter Bömmels und Wilfried Rütten gründeten in Köln im September 1980 die Musikzeitschrift "SPEX". Das Magazin trat das journalistische Erbe der 1966 gegründeten "Sounds" an, zeichnete sich durch ein feines Gespür für neue musikalische Trends aus und wirkte durch Autoren wie Diedrich Diederichsen, Andreas Banaski, Rainald Goetz und Joachim Lottmann stilbildend auf die deutsche Popliteratur der 90er Jahre.
Zeichnung von Peter Bömmels: Bömmels war Autodidakt, gehörte zur Kölner Künstlergruppe "Mülheimer Freiheit" und gründete 1980 mit anderen die Musikzeitschrift "Spex", für die auch diese Zeitung entstand.
Pop am Rhein. Strömungen in Musik, Film, Kunst & Clubkultur: Die Ausstellung "Pop am Rhein" läuft noch bis zum 17. Februar 2008 im Kölnischen Stadtmuseum.
Karlheinz Stockhausen: Der kürzliche verstorbene Erfinder der elektronischen Musik war ein Urahn des musikalischen Pop am Rhein. Seine Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk im "Studio für Elektronische Musik" prägte eine ganze Musikergeneration, "Can"-Mitglied Holger Czukay war sein Schüler.
Holger Czukay: Der Kölner Musiker und Mitbegründer der Gruppe "Can" in einer Aufnahme von 1984.
Monarchie und Alltag: Das 1980 veröffentlichte Album der Düsseldorfer Band "Fehlfarben" gilt bis heute als eines der besten deutschsprachigen Rockalben.
"Can" zu viert: Damo Suzuki hatte die Band 1973 oder 1974 wieder verlassen. 1974 verschwand er dann gänzlich von der Bildfläche und trat erst seit 1983 wieder mit verschiedenen Bands auf.