Popper-Bewegung - DER SPIEGEL
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Popper-Bewegung Aalglatt bis zum Anschlag

Karottenjeans und Kaschmirpulli: Unverhohlen trugen die Popper Anfang der Achtzigerjahre Konsumlust und apolitische Haltung zur Schau. Altersgenossen und Altachtundsechziger waren schockiert.
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Popper-Clique: Eine Gruppe Popper 1980 vor der Eisdiele "Filippi" in Hamburg. Gelecktes Aussehen, elitäres Gehabe und ein schreiendes Bekenntnis der Popper zum Konsum verschreckte eine ganze Elterngeneration - und brachte die Altersgenossen auf die Palme.

Foto: Kai Greiser/DER SPIEGEL
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Gehobene Freizeitgestaltung: Popper in der "Klimperkiste" in Hamburg 1980 - natürlich mit Kaschmir-Pullis und weißen Karottenhosen, der Uniform der elitären Cliquen.

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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Nobel-Teenager: Die Popper kamen zunächst vor allem aus wohlhabenden hanseatischen Ärzte-, Banker- und Anwaltsfamilien. Später protzten sie in allen Teilen Westdeutschlands bis runter nach Bayern in Disco und Schule mit ihren Markenklamotten.

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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"Kaschmir-Kinder": Die Popper trugen ausschließlich teure Kleidung von Edelmarken, geraucht wurde "Dunhill" oder zumindest "Lord extra". Die Aufnahme zeigt eine Gruppe Popper im Hamburger "Klimperkasten" im Jahre 1980.

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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Mit erhobenen Nasen: Popper - wie hier 1980 vor dem "Nach Acht" in Hamburg - distanzierten sich unverhohlen von der Mehrheit der Bevölkerung.

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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Einfach Spaß haben: In der damaligen Zeit der Friedensbewegung und Überpolitisierung provozierten die Popper gerade durch ihren Hedonismus und ihre anti-idealistische Grundtendenz. Punker oder Rocker reagierten entsprechend gereizt auf diese selbsternannte Avantgarde - mit Sprüchen wie "Haut die Popper platt wie'n Whopper". Die Aufnahme zeigt Popper 1980 im "Klimperkasten" in Hamburg.

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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Überzeugter Popper: Einer der wenigen bekennenden Popper ist der ehemalige Vanity-Fair-Macher und heutige stellvertretende Chefredakteur der Welt am Sonntag, Ulf Poschardt. Dieser sieht es allerdings als Triumph an, dass sich heute kaum einer mehr zu seinem Poppertum bekennt - welche Jugendbewegung könne schon von sich behaupten, nach Jahrzehnten noch so verpönt zu sein?

Foto: dpa
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Sehen und gesehen werden: Als Popper drohte spätestens alle drei Wochen der Gang zum Frisör: Die Tolle oder der Schrägpony - "Schwenker" oder "Elbtunnel" genannt - musste schließlich in Form gehalten werden

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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Interessanter als die Anderen: Der "Popper-Knigge" - eigentlich als Satire verfasst, jedoch von vielen Poppern ernst genommen - riet den Jugendlichen, bei abendlichen Treffen stets eine Anzahl von Sprüchen bereit zu halten. Ob sich diese Popper 1980 im Hamburger "Klimperkasten" auch auf ihre Zusammenkunft vorbereitet haben?

Foto: DER SPIEGEL / Kai Greiser
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Popperfrisur: Besonders viel Wert legten Popper auf den korrekten Sitz ihrer Frisur, der regelmäßig mit einem geübten Schwung des Kopfes in Form gebracht wurde. Die Haare mussten dabei locker aus dem Seitenscheitel ins Gesicht fallen, wie auf diesem Führerscheinfoto von 1984.

Foto: Redaktion einestages
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Statussymbol: Die Popper fuhren - wenn nicht Vespa oder Mofa - meist Golf-Cabriolets, auch Erdbeerkörbchen genannt. Darin ließen sich die Markenklamotten am besten zur Schau fahren.

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Hauptsache modisch: "Ein Popper trägt sein Haar hinten modisch kurz und vorne modisch lang", so der "Popper-Knigge", den zwei Hamburger Schüler im Jahre 1979 verfassten. Das Benimm-Manifest, bei dem es sich eigentlich um eine Satire handelte, wurde schnell zur Pflicht-Lektüre für Popper.

Foto: Loburg-Verlag
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Der Popper allein: "... das ist es ja - laufend wird man angerufen!" Ein wichtiges Anliegen eines jeden Poppers war es, besonders wichtig und interessant zu wirken - diesen Aspekt griff natürlich auch der "Popper-Knigge" auf. Erstaunlicherweise nahmen viele Popper in anderen Städten diesen Benimm-Guide ernst und richteten sich tatsächlich nach den Tipps der beiden überzeugten Popper-Verachter.

Foto: Loburg-Verlag
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Haltungsübungen: Knigge-Tipps für die richtige Haltung und Präsentation als Popper.

Foto: Loburg-Verlag
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Die morgendliche Kleiderwahl: Um auch tatsächlich jeden Tag perfekt gekleidet das Haus zu verlassen, empfiehlt der "Popper-Knigge", ein bis zwei Stunden früher aufzustehen und lange vor dem Spiegel zu verweilen.

Foto: Loburg-Verlag
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Der Popper und sein Mofa: "Das Mofa wird mehr geliebt als alles andere" schreibt der Popper-Knigge aus dem Jahre 1979 vor.

Foto: Loburg-Verlag
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Popper-Leitsatz: Den satirischen Leitsatz "Sehen und gesehen werden/ist des Poppers Glück auf Erden!" nahmen viele Popper wörtlich.

Foto: Loburg-Verlag
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Meine Popperzeit: Selbstbildnis von 1984

Foto: Michael Doll
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Popper 1981: Tja, Popper in Hagen zu sein, das war schon echt hart. Ich glaube, außer mir gabe es niemanden in dieser Weltstadt der Neuen Deutschen Welle (aber die kam ja erst später).

Foto: A. Corts
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