Fotostrecke Ein Porsche mit 40 PS
Die Form ist unverkennbar - und deutlich älter als der vermeintliche Ur-Porsche 356. Sie gehört zum Typ 64, Baujahr 1939.
Ferdinand Porsche konstruierte den Wagen im Auftrag des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps auf Basis des KdF-Wagens für ein Propagandarennen von Berlin nach Rom.
Die Karosserie ist windschnittig und besteht aus Aluminium. Der Wagen wiegt nur rund 600 Kilogramm.
Der Motor leistet dank zwei Solex-Fallstromvergasern, größeren Ventilen und einer höheren Verdichtung 40 PS - und ist bis zu 160 km/h schnell.
Um ein möglichst schmales Dach zu ermöglichen, sitzt der Fahrer im Typ 64 relativ mittig, der Beifahrer muss es sich auf einem nach hinten verschobenen Sitz bequem machen.
Das Rennen entfiel wegen des Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Ferdinand Porsche nutzte den Typ 64 fortan als Reisewagen und legte die Strecke von Berlin nach Wolfsburg einmal mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 134 km/h zurück.
Der Typ 64 trug auch als erster Porsche den Schriftzug der Marke - allerdings erst, nachdem er 1947 runderneuert worden war.
Porsche überarbeitete den Motor in Gmünd, die Karosserie wurde von Pininfarina erneuert.
Im Juli 1948 setzte Ferry Porsche den Wagen als Verfolgungsfahrzeug bei Demonstrationsfahrten des neuen Porsche 356 ein.
Der Wagen fiel der österreichischen Motorsportlegende Otto Mathé auf, der ihn 1949 schließlich kaufte und mit ihm 1950 einen Klassensieg bei der Alpenfahrt errang.
Mathé behielt den Wagen bis zu seinem Tod im Jahr 1995, Ferry Porsche versuchte jedoch, ihn in mehr als 40 Briefen vom Verkauf oder einem Tausch des Wagens zu überzeugen.
Die Briefe zeigen die hohe Bedeutung des Wagens für das Unternehmen, Ferry Porsche bezeichnete ihn darin als den "Ahnherrn".
Heute befindet sich der Wagen in einem beinahe originalgetreuen Zustand und gilt als einer der historisch bedeutsamsten Porsche-Sportwagen - und bildet die logische Verbindung zwischen dem KdF-Wagen und dem Porsche 356.
Diese enge Verwandtschaft ist in vielen Details, wie zum Beispiel den Scheinwerfern, sichtbar - und dürfte den Wagen zum teuersten bisher versteigerten Porsche machen.
Das Auktionshaus Sotheby's hatte einen Erlös von mehr als 20 Millionen US-Dollar für den Typ 64 erwartet - der Rekord liegt bisher bei 14 Millionen US-Dollar für einen Porsche 917K-Rennwagen von 1970.