Posterboy Steve Jobs - DER SPIEGEL
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Posterboy Steve Jobs Der Mac-Messias von Seite eins

Die Medien liebten Steve Jobs. Der Apple-Vordenker hat seine gewagten Ideen wie kaum ein anderer Tech-Visionär verkaufen können - und schaffte es deswegen immer wieder auf die Titelbilder der Wirtschaftspresse. Eine Zeitreise von Cover zu Cover.
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Bahnbrechende Erfindung: Im Oktober 1981 brachte das "Inc." als erstes großes Wirtschaftsmagazin Steve Jobs auf ein Cover - zusammen mit dem legendären "Apple II". Der 1977 eingeführte Rechner gilt als einer der entscheidenden Wegbereiter des modernen Heimcomputers und einer der Grundpfeiler des Erfolgs von Jobs' Unternehmen Apple. Die Medien liebten Steve Jobs. Der Apple-Vordenker hat seine gewagten Ideen wie kaum ein anderer Tech-Visionär verkaufen können - und schaffte es deswegen immer wieder auf die Titelbilder der Wirtschaftspresse. Eine Zeitreise von Cover zu Cover.

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Den Apfel auf den Kopf getroffen: Nur wenige Monate nach Veröffentlichung des "Apple II"-Computers erschien Jobs' Gesicht bereits auf dem Cover des einflussreichen "Time"-Magazins. Die Schlagzeile "Striking it rich" (etwa: "Auf eine Goldader stoßen") wirkt aus heutiger Sicht geradezu prophetisch, denn Jobs' Reichtum sollte noch ungeahnte Ausmaße erreichen: Im Jahr 2010 schätzte das "Forbes"-Magazin das Vermögen des Apple-Chefs, der sich von seinem Unternehmen selbst nur einen symbolischen Dollar pro Jahr als Gehalt zahlen ließ, auf 8,3 Milliarden Dollar. Damit landete Jobs auf Platz 42 der reichsten Menschen der USA.

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Poser: Jobs achtete strikt darauf, eine enge visuelle Verbindung zwischen seiner Person und der Firma Apple herzustellen. So posierte er für Fotos stets mit den neuesten Produkten seiner Firma. Waren die nicht zur Hand, so musste zumindest ein Papp-Logo der Firma mit im Bild erscheinen - wie auf diesem "Fortune"-Cover vom 7. Februar 1983.

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Stolzer Vater mit Drillingen: Triumphierend posiert der 29-jährige Steve Jobs 1984 mit drei Apple-Rechnern auf dem Cover der Erstausgabe von "Macworld", der ersten reinen Apple-Zeitschrift der Welt. Von Anfang an gab es zwischen Jobs und Apple-Mitgründer Steve Wozniak eine klare Gewaltenteilung: Während Wozniak sich als Apple-Ingenieur auf technische Aspekte konzentrierte, spezialisierte sich Jobs auf die Vermarktung der Produkte und wurde zum Gesicht von Apple.

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Karriereversuch ohne Apple: Nachdem es zwischen Steve Jobs und Apple-Firmenchef John Sculley zu Machtkämpfen gekommen war, trennte sich Apple im Mai 1985 von Jobs. Der versuchte sein Glück mit der Firma NeXT. Als Jobs jedoch 1988 auf dem Cover der Zeitschrift "Publish!" mit seinem neuen NeXT-Rechner posierte, hatte die Firma noch überhaupt keine Produkte anzubieten. Jobs hatte sich zunächst in Produktplanungen verrannt, ohne einen produktionsfertigen Rechner hervorzubringen und versuchte nun, mit Hilfe des Milliardärs Ross Perot, die Firma profitabel zu machen. Zwei Jahre später, im Jahr 1990, erschien schließlich der erste NeXT-Computer, ein High-End-Rechner, der vor allem für den Einsatz an Universitäten und Schulen gedacht war - sich mit einem Preis von 9999 Dollar jedoch als viel zu teuer für diese Zielgruppen erwies.

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Den Menschen in den Vordergrund stellen: Im Oktober 1989 titelte die "Newsweek" mit Steve Jobs, der mit seiner Firma NeXT gerade an dem NeXTcube arbeitete. Dieser sollte der erste "Interpersonal Computer" der Welt werden, weil er die Zusammenarbeit zwischen Menschen in den Vordergrund stellte. Der Rechner verfügte über ein besonders komfortables Mailsystem, mit dem sich - damals noch eine kleine technische Sensation - bequem Bilder, Grafiken und Videos in Mails einbetten ließen.

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Des Apfels Kern: Das Schicksal von Jobs und dem Unternehmen Apple schien untrennbar miteinander verwoben zu sein. Nachdem Jobs Apple 1985 wegen interner Streitigkeiten verlassen und erfolglos einen Neustart mit seinem Unternehmen NeXT versucht hatte, verlor Apple zusehends an Marktwert. Am 10. Dezember 1996 - wenige Monate, nachdem Jobs auf dem Cover des amerikanischen Technologiemagazins "Wired" erschienen war - kehrte er zu seiner inzwischen finanziell angeschlagenen alten Firma zurück. Innerhalb weniger Jahre führte er Apple durch einen radikalen Kurswechsel und Umstrukturierungen zurück zur Profitabilität.

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Die Erfindung des Computer-Sex: Im 1998 kündigte der zu Apple zurückgekehrte Steve Jobs auf dem Cover des Wirtschaftsmagazins "Fortune" seinen "nächsten Trick" an. Im selben Jahr erschien der erste "iMac", der bezeichnend für die designorientierte Zukunftsstrategie des Unternehmens sein sollte: Anders als die unscheinbaren beigen Rechner, die Apple zuvor hergestellt hatte, erschien der kompakte Rechner in einem modisch knallbunten, durchsichtigen Gehäuse. Jobs hatte den Apple-Produkten zuvor im Juli 1997 in der "Businessweek" vorgeworfen, sie hätten einfach "keinen Sex" mehr.

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Retter in der Not: Im April 2003 öffnete Apples Musik-Downloadservice, der iTunes Music Store, seine virtuellen Pforten. Jobs sollte damit das durch illegale mp3-Tauschbörsen stark angeschlagene Musikgeschäft revolutionieren - und den Umstieg auf digitale Vertriebsformen anstoßen. Im Mai 2003 feierte das Magazin "Fortune" Jobs dafür, er werde die "Musikindustrie retten".

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Walkman 2.0: Das Musikabspielgerät iPod, mit dem Jobs hier im Juli 2004 auf dem Cover der "Newsweek" posiert, war bereits 2001 auf dem Markt erschienen - und entwickelte sich binnen weniger Jahre zu einem heißbegehrten Modeaccessoire. So lockte etwa die Duke Universität aus Durham, North Carolina, ab dem Sommer 2004 Studenten mit dem Versprechen an, sie bekämen bei der Immatrikulation einen iPod geschenkt.

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Supersteve: Als Zeichentrick-Superheld vor einem Disney-Märchenschloss präsentierte die "BusinessWeek" Jobs im Februar 2006. Die Illustration war eine Anspielung auf die Geschäftsbeziehungen zwischen Disney und Jobs' Trickfilmstudio Pixar: Nachdem die Kooperation der beiden Unternehmen 2004 endete, kaufte Disney Pixar im Januar 2006 auf - und hoffte nun auf eine Neubelebung ihres kriselnden Trickfilmgeschäfts durch die erworbenen Computeranimationsspezialisten.

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Steve unser: Jobs' überragende Bedeutung für den Apple-Konzern und seine professionelle Selbstinszenierung führten zu einem wahren Personenkult - der mitunter religiöse Ausmaße annahm: So bezeichnete das Magazin "New York" den Apple-Chef im Juni 2007 in Anspielung auf die Apple-Produkte iMac, iPod und iPhone als "iGod".

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Ewige Widersacher: Medien spitzten den Wettstreit zwischen Apple-Rechnern und Windows-PC oft auf einen persönlichen Konflikt zwischen Steve Jobs und Bill Gates zu - wie dieses japanische Mac-Magazin, auf dessen Cover im Oktober 2007 der Microsoft-Chef dem Apple-Gründer untertänig den Rücken massiert. Tatsächlich war die Beziehung beider Firmenchefs weniger angespannt als häufig dargestellt: So sprachen sie sich etwa auf "All Things Digital"-Konferenz 2007 gegenseitig Respekt für ihre Leistungen aus.

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Der Schöpfer des Apple-Hype: Immer wieder gab Apple mit seinen Produkten der Computerbranche entscheidende Impulse - wie zuletzt mit der Veröffentlichung ihres Tablets iPad Anfang 2010. Apple-Fans verehrten den Firmenchef dafür mit religiösem Eifer - wie dieses Cover des "Economist" vom Februar 2010 ironisch verdeutlicht. Auch Jobs Selbstwahrnehmung schien bisweilen messianische Züge zu haben: Bereits, als er 1983 John Sculley als Firmenchef von Pepsi zu Apple holen wollte, hatte er ihn umworben wie einen Jünger: "Willst du mit mir kommen und die Welt verändern?" Sculley kam mit ihm.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?