Postleitzahl 00000: Wählen im Wald - DER SPIEGEL
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Postleitzahl 00000 Wählen im Wald

Kurioser gehts nicht mehr: Im statistischen Landesamt tauchen sie nicht auf, von der Post bekommen sie die PLZ 00000, einen Briefträger haben sie nicht und der Förster ist ihr Bürgermeister. Dabei ist die Gemeinde Reinhardswald an der niedersächsischen Grenze die zweitgrößte in Hessen. Die beiden einzigen Bewohner müssen ihre Stimmen zur Landtagswahl im Nachbarort abgeben.
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Reinhold Heck, seine Verlobte Marlies Scheffel: Das Paar lebt ganz allein im 180 Quadratkilometer großen Forstgutsbezirk Reinhardswald - der flächenmäßig zweitgrößten Gemeinde Hessens. Sie haben keine Postleitzahl und keinen Briefträger. Laut statistischem Landesamt existieren sie nicht einmal.

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"Waldgaststätte Tillyschanze": Von 1938 bis 1980 führte die Familie Bierschenk die Gastwirtschaft. Wasser musste sie mit Kübeln aus der 800 Meter entfernten Katerquelle holen. 1993 übernahm Reinhold Heck das Gasthaus und renovierte es.

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Tillyschanze im Jahr 1908: Den ersten Antrag für eine Ausschankgenehmigung stellte am 16. Mai 1881 das "Turmbau-Comite des Aussichtturms"

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Hecks Fahrzeugschein: Die Postleitzahl lautet "00000", weil die Post den Forstgutsbezirk schlicht vergessen hat. Mit der Anmeldung seines Autos hatte er größte Probleme, bei einer Fahrzeugkontrolle in Berlin gab der Polizist nach mehreren Telefonaten mit seiner Behörde schließlich auf: "Kommen Sie vom Wald?" Sie wissen gar nicht, wie recht Sie haben!"

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Scheffels Wahlbenachrichtigung: Die Adresse gibt es nicht. So ging auch dieses Dokument an den Absender zurück (s. Retour-Stempel), wie fast alle Pakete und Briefe, die für das Paar bestimmt sind.

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Postkarte aus dem Jahr 1959: Links die Gaststätte, in der Mitte der Tillyturm und rechts die niedersächsische Gemeinde Hann. Münden. Zwischen Turm und Gaststätte verläuft die hessisch-niedersächsische Landesgrenze.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?