Posträuber Biggs: Ein Leben auf der Flucht - DER SPIEGEL
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Posträuber Biggs Ein Leben auf der Flucht

Es ist eine Begnadigung in letzter Sekunde: Die überraschende Entscheidung der britischen Regierung, Ronnie Biggs freizulassen, kann nur bedeuten, dass sein Tod kurz bevorsteht. Der legendäre Posträuber wird das Krankenbett wohl nicht mehr verlassen.
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Ronnie Biggs, hier im September 1992 in Brasilien, hat Kriminalgeschichte geschrieben: Er war einer der Drahtzieher des "Great Train Robbery" von 1963.

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2001 kehrt er in seine alte Heimat zurück und stellt sich den britischen Behörden. Aus Gesundheitsgründen ist der 79-Jährige nun vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Seine reguläre Strafe hätte noch bis 2020 gedauert.

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Erwischt: Ronald Biggs wird am 9. Oktober 1963 von drei Polizeibeamten abgeführt. Er soll als Mitglied einer 15-köpfigen Räuberbande am 8. August 1963 nahe der Bridego-Eisenbahnbrücke in Ledburn den königlichen Postzug von Glasgow nach London überfallen haben. Die Gruppe erbeutete 2,63 Millionen Pfund.

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Relikt eines legendären Coups: Die Eisenbahnwaggons, aus denen die Postzugräuber 2,63 Millionen Pfund stahlen.

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Clever: Bereits 15 Monate nach seiner Verurteilung zu einer 30-jährigen Haftstrafe gelingt Biggs im Jahr 1965 die Flucht aus dem Wandsworth Gefängnis.

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Mit Hilfe einer Strickleiter überwindet er die sechs Meter hohe Gefängnismauer und springt in ein bereitgestelltes Fluchtfahrzeug. Er flieht zunächst mit seiner Familie nach Paris, besorgt sich gefälschte Papiere und lässt sein Gesicht verändern. Dann geht es weiter ins australische Blackburn, von wo aus er 1974 allein nach Rio de Janeiro flieht.

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Februar 1974: Ronald Biggs mit seiner brasilianischen Freundin Raimunda Nascimento de Castro in Rio de Janeiro. Weil er einen Sohn mit der Brasilianerin hatte, konnte er nicht nach England ausgeliefert werden. Sein Verfolger, Detective Jack Slipper, musste mit leeren Händen wieder abreisen.

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Szene aus Klaus Lemkes Film "Flitterwochen" von 1980: Biggs rettet Dolly Dollar (Christina Giannakopoulos) vor dem Ertrinken.

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Dutzende Bücher und Filme verklärten Biggs zum König der Diebe, etliche davon verfasste er selbst. Er nahm Songs mit den Sex Pistols ("No one is innocent") und den Toten Hosen auf - die Punker sahen in dem Rebellen gegen die Autoritäten eine verwandte Seele.

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Im Januar 1994 präsentiert er in Rio de Janeiro seine Autobiografie.

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Ganz entspannt: Der britische "Postzugräuber" Ronald Arthur Biggs 1997 mit Hund "Blitzkrieg" in seinem Haus in Rio de Janeiro. Biggs lebte nach dem legendären Raub im Jahr 1963 über 30 Jahre lang in Brasilien.

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Biggs im Jahr 1990 mit einem knutschunwilligen Haustier.

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Festnahme nach der Rückkehr in die Heimat: Am 7. Mai 2001 wird Biggs in London verhaftet. Seitdem sitzt er im Belmarsh-Gefängnis seine 30-jährige Gefängnisstrafe ab.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?