Pretender: Der Wunsch, gelähmt zu sein - DER SPIEGEL
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Pretender Der Wunsch, gelähmt zu sein

Karsten S. hätte an einer Querschnittslähmung nur wenig auszusetzen. Oft fährt er im Rollstuhl - obwohl er gehen kann. BIID nennen Forscher das Phänomen, wenn kerngesunde Menschen behindert sein wollen. Eine Therapie gibt es noch nicht - die Alternative ist radikal.
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Den Rollstuhl hat Karsten S. immer im Kofferraum. Alles andere wäre auch ein Problem, "die Nachbarn würden sich wundern", sagt er.

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Zwei- bis dreimal im Monat fährt er zum Flughafen, zu Einkaufszentren oder auf Konzerte, um sich als Querschnittsgelähmter fühlen zu können.

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Für Passanten ist nicht zu erkennen, dass Karsten S. ein kerngesunder Mann ist - seine Beine bleiben völlig regungslos.

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Seine Unterschenkel seien eigentlich zu dick für einen Querschnittsgelähmten, sagt Karsten S. "Aber was soll man machen, als Fußballer."

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Erkannt werden will Karsten S. auf keinen Fall: Kollegen und Familie würden ihn für verrückt erklären, da ist er sich sicher.

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