Private Ermittlungen - DER SPIEGEL
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Private Ermittlungen Ein Buch als Zeuge

Wer war Erna Simion? Ihr Name in einem Buch aus der Marburger Universitätsbibliothek stellte Bernd Reifenberg vor die Frage: Handelt es sich bei dem Band um Raubgut aus der Nazi-Zeit? Eine Google-Recherche brachte ihn auf die Spur einer skandalösen Geschichte.
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Dr. Erna Simion (1890-1989): Die Nationalökonomin Erna Simion musste 1939 aufgrund ihrer jüdischen Abstammung nach Großbritannien emigrieren. Ihre 4000 Bände umfassende Bibliothek wurde von den Nazis beschlagnahmt und für ganze 680 Reichsmark versteigert. Ein Exemplar landete in der Universitätsbibliothek Marburg. Mitarbeitern der Universität gelang es fast 70 Jahre danach, die Spur des geraubten Bandes zurückzuverfolgen und ihn zurückzugeben

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NS-Bücherraub: Uniformierte transportieren Bücher aus dem Karl-Liebknecht-Haus, der KPD-Zentrale am Berliner Bülowplatz, ab. Aufgenommen wohl 1933.

Signatur im Bundesarchiv: SAPMO-BArch, Bild Y 1 - 802-88

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Durchsuchung: Ein Schutzpolizist durchwühlt Akten bei der Beschlagnahme der KPD-Zentrale, am Bülow-Platz (heute Rosa-Luxemburg-Platz) in Berlin-Mitte.

Foto: Bernd Reifenberg
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Stimmzettel 1933: Stimmzettel für die Reichstagswahl am 5. März 1933. Es war die letzte Parlamentswahl, die von den Nazis zugelassen wurde. Weil die NSDAP trotz massiver Behinderungen der anderen Parteien nicht die absolute Mehrheit erreichte, wurden kurzerhand die Mandate der KPD anulliert.

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"Ich übergebe der Flamme ... ": Anhänger der Nazis, darunter viele Studenten, tragen am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz Bücher unliebsamer Autoren zusammen, um sie zu symbolisch zu verbrennen. Weit mehr Bibliotheken mit verfemter Literatur wurden jedoch konfisziert und anderweitig verwertet - etwa in bestehende staatliche Bibliotheken übernommen.

Foto: Keystone/ Getty Images
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Selektion: Angehörige der Hitlerjugend sortieren in Berlin Bücher und anderes Schriftgut für die Verbrennung aus. "Das war ein Vorspiel nur", hatte der Dichter Heinrich Heine schon 1821 geschrieben, "dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."

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Geistloses Gesindel: Ein Nazi-Trupp mit beschlagnahmten Papieren und Büchern, die auf dem Opernplatz in Berlin verbrannt werden sollen. Erich Kästner, der die makabere Veranstaltung miterlebte, schrieb sarkastisch: "Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er [Goebbels] triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen."

Foto: Getty Images
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"Hinaus mit den Erzeugnissen jüdischer Schmierfinken": Titelblatt der Zeitschrift "Volksaufklärung und Schule - Informationsdienst für die gesamte deutsche Lehrerschaft" Nr. 26 (ca. 1936) herausgegeben vom NS-Lehrerbund. Interessant ist hier die Bildunterschrift: "In manchen Bücherschränken stehen noch heute die Erzeugnisse jüdischer Schmierfinken. Hinaus damit; sie sind Gift für unsere Jugend!"

Foto: Uwe Stock/Archiv Gemeinde Lensahn
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Bücherverbrennung in Berlin: Verbrennung von "anti-deutscher" Literatur am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz durch NS-Verbände und deutschnationale Studenten.

Foto: Keystone/ Getty Images
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Bücherverbrennung: Auf dem Opernplatz vor der Berliner Universität verbrennen Anhänger der Nationalsozialisten von ihnen verfemte Literatur.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?